Stuttgart - Mercedes CLS Shooting Brake: Alter Name richtig interpretiert

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Mercedes CLS Shooting Brake: Alter Name richtig interpretiert

Von: Silke Koppers, dapd
Letzte Aktualisierung:
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Kombi mit Coupé-Anleihen: die CLS-Spielart Shooting Brake. Foto: dpa

Stuttgart. Mit dem CLS Shooting Brake interpretiert Mercedes wieder einmal das Auto neu. Waren Shooting Brakes einst leichte Fuhrwerke mit Platz für die Jagdausrüstung, liefert der Stuttgarter Hersteller nun eine ungewohnte Mischung: einen coupéhaften Fünftürer mit Platz nicht nur für das Jagdgewehr.

Eigentlich hat Mercedes mit seiner neuen Kreation eine alten Namen endlich richtig interpretiert.

Statt eines klassischen T-Modells, wie der Kombi bei Mercedes traditionell genannt wird, offeriert der Hersteller ab Oktober einen sportlich gezeichneten Fünftürer mit coupéhaften Zügen und einem großen Kofferraum unterm Fließheck. Manchem mag die langgezogene Form und das spezielle Design überzeichnet vorkommen, aber eine Vielzahl von Betrachtern findet den neuesten Mercedes schlichtweg schön. Selbst nicht Fremdsprachenbegabte können dem Italiener das gehauchte „Bellissima” leicht von den Lippen ablesen.

Aber der CLS Shooting Brake ist nicht nur einfach ein Hingucker, er hat auch einen echten Nutzwert. Trotz des nach hinten abfallenden Dachs fasst er 590 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sogar bis zu beachtlichen 1.550 Liter - ein Grund, warum das Fahrzeug 4,95 Meter lang sein muss und einen Radstand von 2,87 Metern besitzt. Übrigens öffnet und schließt die Heckklappe serienmäßig vollautomatisch und die Lehnen der Rückbank lassen sich über einen Zugmechanismus im Stauraum schnell und bequem umklappen.

Im Fond können bis zu drei Menschen Platz nehmen. Bequem gelingt dies auf den äußeren Plätzen, hier wird allerdings der Ausblick durch die aufgrund der Coupélinie kleinen Fenster beschnitten. Vorn genießen Fahrer und Beifahrer eine gediegene Sitzposition und einen hohen Komfort. Die für Mercedes typische hochwertige Verarbeitung edler Materialien kommt allen zugute.

Und nach vorn sollte der Fahrer auch den Blick richten, denn nach hinten sieht er kaum etwas. Obwohl die Kofferraumöffnung das Laden großer und sperriger Güter erlaubt, fällt der verglaste Sichtausschnitt der Heckklappe doch recht klein aus. Daran ändert auch die Annehmlichkeit nichts, dass der Fahrer per Knopfdruck die hinteren Kopfstützen absenken kann.

Die für 476 Euro Aufpreis erhältliche Rückfahrkamera ist ein unerlässlicher Helfer im Alltag, weshalb sie eigentlich zur Basisausstattung gehören sollte. Dennoch ist der Luxus-Laster von Haus aus gut ausgestattet: ESP und elf Airbags sowie das Pre-Safe-System sind ebenso dabei wie unter anderem die Bi-Xenon-Scheinwerfer, die LED-Heckleuchten, elektrische Fensterheber, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und ein Regensensor.

Der Blick nach vorn fällt deutlich leichter als der rückwärtige: Nach der langen Motorhaube wird nahezu jede Straße zur Spielwiese, denn Mercedes hat seinem Shooting Brake Motoren angedeihen lassen, die das Gefährt spielend vorantreiben und in allen Lebenslagen souverän fahren lassen. Keines der zwei Diesel- und drei Benzinaggregate kann als zu schwach bezeichnet werden.

Bereits der Einstiegsdiesel 250 CDI mit 2,2 Litern Hubraum, verteilt auf vier Zylinder in Reihe, leistet 150 kW/204 PS. Er besitzt ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmeter (Nm), das zwischen 1.600 und 1.800 Umdrehungen pro Minute (U/min) parat steht. Zweiter Selbstzünder ist der 350 CDI, dessen Dreiliter-Sechszylinder 195 kW/265 PS - auf Wunsch auch mit Allradantrieb - auf die Straße bringt. Sein höchstes Drehmoment von 620 Nm liegt zwischen 1.600 und 2.400 U/min an.

Auf der Benzinerseite steht zum einen der 350 parat, ein V6-Motor mit 3,5 Litern Hubraum und 265 kW/306 PS Leistung. Zum anderen gibt es den 500, ein blubberndes V8-Triebwerk mit 4,6 Litern Hubraum und 300 kW/408 PS (Allrad optional). Alle Motoren sind mit einem sehr gut funktionierenden Siebengang-Automatikgetriebe und Start-Stopp-System kombiniert. Wer es nicht nur blubbern hören möchte, sondern auch gern sportlich mit einem Kombi fährt, kann das besonders gut mit dem CLS 63 AMG, der mit dem 386 kW/525 PS starken und 5,5 Liter großen V8-Motor ausgestattet ist.

Der vom Hersteller angegebene Spritverbrauch von 10,1 Litern auf 100 Kilometern ist damit aber nur schwer bis gar nicht zu erreichen. Dafür macht das Gasgeben viel zu viel Spaß. Aber selbst der kleinste Diesel, der durchschnittlich nur 5,3 Liter Kraftstoff verbrauchen soll, treibt den Wagen nicht nur gut und flott voran (von 0 auf Tempo 100 in 7,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h). Auch er ist in der Praxis deutlich durstiger als auf dem Rollenprüfstand. Je nach Fahrweise genehmigt er sich mindestens 1,5, aber auch bis zu 5 Liter Diesel mehr. Daran ändert auch eine Start-Stopp-Automatik nichts.

Dennoch muss man eines anerkennen: Mercedes liefert mit dem CLS Shooting Brake nicht nur erneut eine komplett auf Lifestyle ausgerichtete Neuinterpretation einer Fahrzeuggattung, sondern auch ein sportliches Gefährt mit hoher Alltagstauglichkeit. Das hat natürlich seinen Preis: Die Liste beginnt mit 61.761 Euro für den CLS 250 CDI, reicht über den CLS 350 für 66.818,50 Euro bis hin zum CLS 63 AMG für 117.512,50 und hört - dank zahlreicher Ausstattungsmöglichkeiten - dort noch lang nicht auf.
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