Mercedes A- und B-Klasse: Mit allen Vieren

Von: Ulrike Goldner, dapd
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Stuttgart. Ruediger Rutz, Leiter Gesamtversuch bei Mercedes-Benz, ist sichtbar stolz. „Wir wollten ein Höchstmaß an Agilität und Stabilität auf die Straße bringen”, sagt er und „das haben wir auch erreicht”.

Das Plus an Fahrdynamik und Sicherheit kommt im Laufe des Jahres den Mercedes-Modellen mit Fronttriebsarchitektur, also der A- und B-Klasse, zugute.  Sie werden dann mit dem Allradantrieb 4Matic angeboten. Der wurde für diesen Einsatz komplett neu entwickelt und wird für etwa 1.000 Euro Aufpreis erhältlich sein. Eine lohnende Investition, wie sich bei ersten Fahreindrücken zeigte.

Wie bereits bei rund 60 anderen Pkw-Modellen schneiderte Mercedes den Allradantrieb typen-gerecht zu. Als erstes Modell profitiert davon ab Sommer der CLA - ein viertüriges Coupé auf Basis der A-Klasse. Fast zeitgleich wird Mercedes laut eigenem Terminplan auch das Topmodell, den CLA 45 AMG mit über 300 PS und einem Drehmoment von mehr als 400 Newtonmetern, in die Schaufenster stellen.

Dosierter Einsatz spart Sprit

Laut Rüdiger Rutz kommt der Allradantrieb „so oft wie notwendig, aber auch so selten wie möglich” zu seinem Einsatz und soll so zu einer optimalen Energieeffizienz bei höchster Fahrdynamik und -sicherheit führen. Im Alltagsbetrieb wird die Antriebskraft des neuen Systems, das immer mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert ist, komplett auf die Vorderachse geleitet.

Je nach Schlupf wird die Antriebskraft vollautomatisch und vollvariabel in Millisekunden auch zur Hinterachse geschickt. „Diese Art der Momentenverteilung ist möglich aufgrund einer in das Hinterachsgetriebe integrierten elektrohydraulischen Lamellenkupplung”, erläutert der 50-Jährige.

Vor allem im Kapitel Fahrdynamik gab der CLA - in diesem Fall der Zweiliter-Turbo mit 211 PS und die AMG-Variante - bei ersten Fahrten eine überzeugende Vorstellung. Nasser Untergrund, schnelle Richtungswechsel auf einem abgesperrten Parcours, heftige Brems- oder Beschleunigungsaktionen in Kurven, die 4Matic ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

„Bei drohendem Unter- oder Übersteuern unter Last wird das Antriebsmoment so dosiert, dass sich das Fahrzeug stabilisiert. Wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichen, dann greifen ESP und das elektronische Traktionssystem 4ETS; es bremst die Antriebsräder einzeln ab, wenn sie durchdrehen”, erklärt Rutz die Funktionsweise der CLA-4Matic.

Ein weiterer Vorteil des Systems, bei dem in erster Linie die Vorderachse angetrieben und der Kraftfluss zur Hinterachse immer wieder abgekoppelt wird, sei, dass sich kurzfristiger Schlupf an den Vorderrädern deutlich weniger auf die Stabilität eines Fahrzeugs auswirke als wenn für Sekundenbruchteile Grip an der Hinterachse fehle.

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