Klimaanlage nie zu kalt einstellen: Ideal sind 21 bis 22 Grad

Von: amv
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München. Philip Puls von TÜV Süd in München weiß, wann der Einsatz einer Klimaanlage sinnlos ist: "Ganz unsinnig ist das ständige Fahren mit offenen Fenstern und eingeschalteter Klimaanlage. Dabei entweicht die abgekühlte Luft nahezu ungenutzt gleich wieder."

Auch vor einem weiteren, weitgehend wirkungslosen Einsatz warnt der Fachmann: „Bei kurzen Fahrten lohnt sich der Einsatz der Innenraum-Kühlung nicht. Auf ein paar hundert Metern schafft keine Klimaanlage die Hitze aus dem Auto." Es kommt also darauf an, die Klimaanlage richtig zu nutzen.

Und wer in einer Stammtischdebatte über den Mehrverbrauch an Benzin durch den Einsatz einer Klimaanlage mitmischen möchte, sollte darauf hinweisen, dass geöffnete Fenster den Cw-Wert eines Autos zerstören und so ebenfalls zu einem Mehrverbrauch beitragen. „Grundsätzlich sollte der Unterschied zwischen der Innentemperatur im Auto und der Außentemperatur nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen", empfiehlt Andrea Piechotta vom ADAC.

Wie zu hohe Temperaturen belastet zu starkes Herunterkühlen den Kreislauf enorm. Der ökologisch orientierte Verkehrsclub (VCD) hat gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zahlreiche Informationen und Tipps zum Gebrauch der Klimaanlage ins Netz gestellt (www.autoklimaanlage.info). Der richtige Umgang mit der Klimaanlage beginnt schon vor der Fahrt. So sollte der Wagen vor dem Start kräftig durchlüftet werden, vor allem, wenn er in der Sonne stand. „Schließlich wirft man auch einen Kühlschrank nicht in der prallen Hitze an", sagt Puls.

Geht die Reise los, Klimaanlage einschalten, Fenster öffnen und das Gebläse bei Umluft auf die höchste Stufe stellen, damit warme Luft entweicht. Dazu Philip Puls von TÜV Süd: „Zu kalte Luft ist ungesund, 21 bis 22 Grad sind optimal. Ist die Temperatur erreicht, Anlage von Um- auf Frischluft stellen und die Fenster schließen."

Bei schwülem Wetter kann sich nach dem Parken unter dem Auto eine Lache bilden. „Das ist kein Defekt", beruhigt Puls. Es handelt sich um Kondenswasser, das die Klimaanlage ausspült. Etwas Feuchte kann aber beim Abstellen in der Anlage zurückbleiben. Sie äußert sich dann in Form von Beschlag kurz nach dem Start oder dem Abstellen der Kühlung unterwegs. Der Fachmann rät zur Abhilfe, die Klimaanlage einfach kurz zuzuschalten und, um das Kondenswasser zu verhindern, circa fünf Minuten vor dem Erreichen des Ziels die Klimaanlage ausmachen.

Das hat zudem den Effekt, dass der Hitzeunterschied beim Aussteigen nicht so krass ausfällt. Jede Aircondition verliert mit der Zeit etwas Kältemittel, selbst bei regelmäßigem Betrieb. Alle ein bis zwei Jahre ist ein Klima-Check mit Auffüllen nötig. Diese Wartung, zumeist in den Inspektionsplänen vorgesehen, spart Kraftstoff, denn nur mit ausreichender Füllung arbeitet die Anlage mit optimalem Wirkungsgrad. Damit Lüftung und Klimaanlage einwandfrei funktionieren, muss darüber hinaus in der Regel alle 15.000 Kilometer oder einmal jährlich der Pollenfilter ersetzt werden. „Spätestens, wenn es muffig riecht, sobald die Lüftung oder die Klimaanlage eingeschaltet wird, ist es höchste Zeit für den Filterwechsel", sagt Puls.

Die Folgen, wenn sich der Filter zugesetzt hat: Weniger frische Luft, die Scheiben beschlagen und im angesammelten Schmutz bilden sich Bakterien, Schimmel und dadurch schlechte Gerüche. Schon mal zum Vormerken für die kalte Jahreszeit: Für die Lebensdauer des Fahrzeugs und des Systems ist es gut, auch im Winter hin und wieder für ein paar Minuten die Klimaanlage einzuschalten. Sie verbraucht dann zwar etwas Energie, doch der Kompressor wird geschmiert und das beugt dem Verlust von Kältemittel vor.

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