München - Kinder im Auto konsequent sichern

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Kinder im Auto konsequent sichern

Von: amv
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Werden Kinder im Auto nicht ausreichend gesichert, steigt das Risiko schwerster Verletzungen extrem an. Foto: Lukas Barth/dpa

München. Airbags rundum, Kollisionsvermeidungssysteme, Abstandswarner, moderne Autos besitzen vielfach eine schiere Armada an Sicherheitstechnik. Doch die jüngsten Autoinsassen werden oftmals stiefkindlich behandelt. Der Unsicherheitsfaktor ist der Mensch. Laut dem Statistischen Bundesamt verunglückten 2012 - jüngere Zahlen liegen noch nicht vor - 29.321 Kinder, davon 73 tödlich.

Etwa ein Drittel der Kinder kam zu Schaden, weil sie nicht oder unzureichend gesichert unterwegs waren, schätzen Fachleute. „Das Risiko schwerster Verletzungen steigt extrem an, wenn Kinder im Auto nicht oder falsch gesichert mitfahren“, schildert Lothar Wech von TÜV Süd in München seine Erfahrungen. Über 30 Prozent der Kinder ab sechs Jahren werden nur noch mit dem Erwachsenengurt angeschnallt. Fünf Prozent dieser Altersgruppe fahren völlig ungesichert.

Dabei sind die rechtlichen Anforderungen eindeutig. „Ungesichert dürfen Kinder ebenso wenig wie Erwachsene keinen Meter fahren. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahme, auch dann nicht, wenn das Kind nur um die Ecke in die Schule oder in den Kindergarten gebracht wird“, sagt der Dekra-Unfallexperte Thomas Gut.

Eine geeignete Sicherung ist für Kinder bis zwölf Jahren oder einer Körpergröße bis 1,50 Meter vorgeschrieben. Dabei ist darauf zu achten, dass der Dreipunktgurt jedes Mal an Becken und Brust gut gestrafft wird und so eingestellt ist, dass er nicht direkt am Hals verläuft. Der Dekra-Fachmann empfiehlt, beim Autokauf ein Fahrzeug mit normierten Befestigungspunkten für Kindersicherungssysteme zu bevorzugen. Eine Übersicht, mit welchen Kindersitzen oder Babyschalen Kinder je nach Alter und Gewicht gesichert werden müssen, hat die Sachverständigenorganisation auf ihrer Website zusammengestellt (www.dekra.de/ratgeber-und-broschueren).

Keinen Gefallen tun sich Eltern, wenn sie - sei es aus Zeitmangel oder falsch verstandener Rücksichtnahme - beim Sichern von Kindern Ausnahmen erlauben. Wer es an der nötigen Konsequenz fehlen lässt, muss erfahrungsgemäß über kurz oder lang mit Diskussionen und Quengelei rechnen. Kinder müssen sich daran gewöhnen, bei jeder Fahrt den Kindersitz, beziehungsweise den Sicherheitsgurt zu benutzen und zwar ohne Ausnahme, betont der Dekra-Fachmann.

Dazu gehöre auch, dass die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangingen und ebenfalls bei jeder noch so kurzen Fahrt den Sicherheitsgurt anlegten. Andernfalls werde ihre Inkonsequenz postwendend von den Kindern zurückgespiegelt. Genauso wichtig ist es, alle im Auto mitfahrenden Kinder zu sichern. Ungesicherte Kinder werden bei einem Unfall mit dem Vielfachen ihres Körpergewichts nach vorn geschleudert. Beim Anprall an die Sitzlehnen der Vordersitze oder die vorn sitzenden Mitfahrer drohen schwere, sogar tödliche Verletzungen.

Mit schlimmsten Folgen ist zum Beispiel zu rechnen, wenn die Kinder in der Mitte durch die Scheibe nach außen geschleudert werden. Für die richtige Sicherung der kleinen Mitreisenden trägt allein der Fahrer die Verantwortung. Bei Verstößen gegen die Sicherungspflicht drohen neben Bußgeld und Punkten weitere Konsequenzen. „Wird das Kind verletzt oder gar getötet, kann dies auch strafrechtliche Konsequenzen zur Folge haben“, gibt TÜV-Fachmann Wech zu bedenken. Nach dem neuen Bußgeldkatalog wird die nicht ausreichende Sicherung von Kindern künftig mit 60 Euro geahndet - bislang 40 Euro - plus einen Punkt in Flensburg.

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