Frankfurt/Main - Kia Rio Spirit 1.2 Eco Dynamics: Koreanischer Samba

CHIO-Header

Kia Rio Spirit 1.2 Eco Dynamics: Koreanischer Samba

Von: Silke Koppers, dapd
Letzte Aktualisierung:
kia rio
Asiaten sind fuer Leben auf kleinem Raum bekannt. Die Koreaner von Kia gehen mit dem Kleinwagen Rio noch einen Schritt weiter. Mit diesem Pkw verdichten sie Qualitaet auf 4,05 Metern Laenge und das zu einem beachtlich niedrigen Preis. Foto: dapd

Frankfurt/Main. In Asien findet viel Leben auf kleinem Raum statt. Die Koreaner von Kia gehen mit dem Kleinwagen Rio noch einen Schritt weiter. Mit diesem Pkw verdichten sie Qualität auf 4,05 Metern Länge und das zu einem beachtlich niedrigen Preis.

Ab 10.990 Euro ist mit der Basisversion bereits ein gut ausgestatteter Rio zu haben, in der höchsten Ausstattungsstufe „Spirit” wird der Fahrer mit Komfortelementen wie einer Lenkradheizung verwöhnt und einer Klimaanlage, die mit ihrer ionisierten Luft Gerüche fernhält. Zwar kann dadurch noch lange nicht von einem Premiumauto gesprochen werden, aber neben der fast schon üppigen Ausstattung weiß der Kia Rio durch eine solide Verarbeitung und die Garantiezeit von sieben Jahren zu überzeugen.

Zudem tritt die vierte Modellgeneration dank eines markanten Kühlergrills, der akzentuierten Seitenlinie und der kräftig ausgearbeiteten Radhäuser mit einer selbstbewussten Optik auf. Schlicht, aber nicht langweilig gibt sich der Rio von innen. Weder eine Plastikwüste noch eine Anhäufung an Chromspielereien beeinträchtigen den Blick fürs Wesentliche. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, alles ist gut ablesbar und intuitiv zu bedienen.

Aufgrund einer ausreichenden Zahl an Ablagen und Becherhaltern lassen sich die alltäglichen Utensilien gut verstauen, zwei 12-Volt-Steckdosen und ein USB-Anschluss in der Mittelkonsole gewährleisten den (Lade-) Anschluss für iPhone und Konsorten und damit den Zugang zur digitalen Welt.

Solides Fahrwerk, aber schwacher Motor

Auf allen fünf Plätzen finden die Passagiere ausreichend Platz, der Mittelplatz im Fond ist naturgemäß etwas beengt und nur für kleine und zugleich schmale Personen geeignet. Der Einstieg zur hinteren Sitzreihe fällt trotz der fehlenden Fondtüren recht leicht; die Vordersitze lassen sich weit genug nach vorn schieben, um ohne Verrenkungen nach hinten zu gelangen. Alle Sitze sind bequem, ohne zu weich zu sein. Allerdings lässt sich beim Fahrersitz der Neigungswinkel der Kopflehne zur Rückenlehne nicht einstellen.

Dadurch ist ein vollständiges Anlehnen nicht möglich, wodurch sich während einer längeren Fahrt die Schulter-Nacken-Muskulatur verspannt. Der Kofferraum fällt mit 288 bis 923 Litern bei umgeklappten Rücksitzen klassengerecht aus. Nicht gesicherte Einzelteile poltern allerdings so laut durch das Gepäckabteil, dass man meinen könnte, die hintere Stoßstange sei halb abgefallen und schleife über die Straße.

Doch zu einem fast perfekten Kleinwagen sind auch ein spritziger Motor und ein solides Fahrwerk vonnöten. Letzteres ist durchaus vorhanden, der Fronttriebler liegt gut auf der Straße und ist auch bei sportlicher Fahrweise kaum aus der Ruhe zu bringen. Lediglich in recht schnell gefahrenen Kurven schiebt der Koreaner spürbar über die Vorderräder. Doch an diesen Punkt zu kommen, ist angesichts des Eco-Dynamics-1,2-Liter-Benziners mit seinen 63 kW/85 PS gar nicht so einfach. Wer im alltäglichen Berufsverkehr einer Großstadt mitschwimmen möchte, muss ordentlich Gas geben und kommt dennoch an der Ampel nicht zügig weg. Ist der Motor erst einmal auf Touren gekommen, rollt der Rio souverän durch die Lande.

Zu großer Durst

Verwunderlich ist allerdings, dass trotz umweltbewusster Schaltvorgänge und der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik ISG der Durchschnittsverbrauch auf 100 Kilometern nicht unter 7,0 Liter Superbenzin gedrückt werden konnte, während der Hersteller den Verbrauch mit 5,1 Litern angibt. Ein deutlicher Unterschied zwischen genormter Messung und Realität und ein angesichts der Leistung zu großer Durst. Zudem funktioniert das ISG nicht zuverlässig: In gut einem Fünftel aller Situationen, in denen der Motor vorübergehend abgestellt werden könnte, geschieht dies nicht.

Angesichts dieser etwas schiefen Mischung aus sauberer Verarbeitung, gehobener Ausstattung auf gut genutztem Raum, selbstbewusster Optik, solidem Fahrwerk und einem nur scheinbar sparsamen und etwas leistungsschwachen Motor mutet der Kia Rio an, wie man sich einen koreanischen Samba wohl vorstellt - irgendwie aufregend lebendig und dennoch etwas zu exotisch. Aber welcher Kleinwagen kann das schon von sich behaupten?
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert