Brühl - Hübsch herausgeputzt: Fahrbericht zum Renault Clio TCe 90 Luxe

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Hübsch herausgeputzt: Fahrbericht zum Renault Clio TCe 90 Luxe

Von: amv
Letzte Aktualisierung:

Brühl. Rassig schaut er aus, der Clio. Renault hat der vierten Generation seines Kleinwagens ein dynamisches Blechkleid geschneidert, das immer wieder Aufsehen erregt.

Weniger spektakulär sind der Innenraum und die Funktionalität ausgefallen. Alles im grünen Bereich, aber eben ohne den Aha-Effekt des ersten Eindrucks. Dank der weit in die Seiten gezogenen Scheinwerfer, einer flachen Windschutzscheibe, schmalen Seitenfenster und dem coupéhaft abfallenden Dach in Kombination mit der außergewöhnlichen Gestaltung von Türen und Seitenschwellern steht der 4,06 Meter lange Clio muskulös auf der Straße.

So wirkt er schon im Stand agil und hebt sich deshalb angenehm von seinen Mitbewerbern ab. Dazu tragen die breit ausgestellten hinteren Radhäuser des Viertürers bei. Apropos Viertürer: die Griffe der hinteren Türen sind geschickt in die C-Säule integriert. Selbst beim zweiten Hinschauen könnte denken, es gäbe nur zwei Türen.

Doch keiner der hinten Sitzenden muss sich in die zweite Reihe quälen. Im Gegenteil. Der Zugang zu den hinteren Plätzen ist ausgesprochen bequem. Der große Türausschnitt setzt das Risiko, sich den Kopf am Dachholm zu stoßen, gen Null. Vorne ist das etwas anders. Groß gewachsene Personen müssen beim Ein- und Aussteigen aufgrund der schräg stehenden A-Säule mit ihrem Kopf ein wenig vorsichtig sein, um nicht anzuecken.

Immerhin, die großzügige Raumatmosphäre entschädigt dafür allemal. Für die Hinterbänkler ist vor allem die Kopffreiheit richtig gut. Etwas enger ist es für die Knie, wenn der Vordermann größer als 1,70 Meter ist. Und der Mittelplatz sollte eigentlich nur für kurze Fahrten besetzt werden. Die Frage nach einem angenehmen Platz für die Ellbogen stellt sich hingegen für Fahrer und Beifahrer erst gar nicht - der ist in ausreichendem Maß vorhanden.

Der Fahrersitz ist höhenverstellbar. Das Lenkrad lässt sich in Höhe und Länge exakt auf die Proportionen des Fahrzeuglenkers justieren. Etwas mehr Halt indessen könnten die Polster gebrauchen. Sie sind sowohl an der etwas kurz geratenen Sitzfläche als auch an der Lehne etwas weich ausgefallen. Bei längeren Fahrten macht sich das unangenehm im Rücken bemerkbar.

Entspannt ist dafür die Bedienung der Instrumente. Der Armaturenträger wurde ergonomisch gestaltet. In kurzer Zeit hat man alle Funktionen erfasst. Ob man den hochglänzenden Klavierlack der Mittelkonsole in der Top-Ausstattungsvariante „Luxe“ mag oder nicht, ist Geschmackssache.

Ungewöhnlich, also relativ weit unten befindet sich der Schacht für die Karte, die als Zündschlüssel dient. Auch der Start-Knopf wurde dort platziert. Mobiltelefon, Wasserflaschen oder Reiseunterlagen unterzubringen, gestaltet sich eher schwierig. Hier wären mehr zweckgerechte Ablagemöglichkeiten durchaus wünschenswert.

Das Platzangebot im Kofferraum (300 Liter) zeigt sich eher überdurchschnittlich für ein Fahrzeug dieser Größe. Klappt man die asymmetrisch teilbaren Rücksitzlehnen um, dann vergrößert sich der Stauraum auf 1.146 Liter. Allerdings wird die Beladung durch die hohe Ladekante und die dann vorhandene Stufe in der Ladefläche erschwert. Positiv aber sind die große Öffnung hinter der weit öffnenden Heckklappe und die geraden Wände des Gepäckabteils. Selbst sperrige Gegenstände können so transportiert werden.

Unterwegs macht der Dreizylinder (90 PS/898 ccm/135 Nm) eine passable Figur. Recht flott geht es durch den Stadtverkehr. Für zügige Überholmanöver auf der Landstraße fehlt es allerdings an Durchzugskraft, doch einmal auf Touren ist man auch bei längeren Autobahnfahrten mühelos unterwegs, wenn keine größeren Steigungen kommen.

Die Höchstgeschwindigkeit gibt Renault mit Tempo 185 an. Die erreicht man jedoch nur mit längerem Anlauf. Bei schnelleren Fahrten macht sich der Dreizylinder mit rüpeligen Arbeitsgeräuschen deutlich bemerkbar. Auch die Windgeräusche sind auf Dauer störend und man vermisst einen sechsten Gang. Der würde sowohl dem Geräuschniveau als auch dem Verbrauch gut tun.

So wird der Normwert von 4,5 Litern auf flotten Fahrten deutlich nach oben auf nahezu sieben Liter geschraubt. Dank serienmäßiger Start-Stopp-Automatik und Schaltempfehlungen zeigt der Bordcomputer bei einer Mischung aus Stadt- und Überlandfahrten eine Fünf vor dem Verbrauchskomma.

Für das Fahrwerk entschieden sich die Clio-Konstrukteure für einen straffen Charakter. Zusammen mit dem kurzen Radstand führt das bei kurzen Querfugen schon mal zu spürbaren Stößen. In schnell gefahrenen Kurven oder bei Ausweichmanövern verhält sich der Wagen hingegen tadellos. ESP und ein Bremsassistent sind ab Werk mit an Bord. Bei einer Notbremsung wird die Warnblinkanlage aktiviert.

Der Einstiegspreis des Renault Clio liegt bei 12.800 Euro. Der Dreizylinder in der reichhaltig bestückten Luxe-Ausstattung - unter anderem Klimaautomatik, Multimedia-System mit Radio, Navi und Bluetooth-Telefonie, Leichtmetallfelgen und schlüssellosem Zugang - steht mit 17.400 Euro in der Liste. Ein stolzer Preis für ein ausgesprochen gelungenes Design bei durchschnittlich guter Alltagstauglichkeit.

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