Honda Civic: Mehr Aerodynamik und Komfort

Von: Hans-Peter Nacken, dapd
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Honda peilt eine Verdoppelung des Civic-Absatzes von knapp 7.800 auf 15.000 Stück an, mehr Verkäufe immerhin als beim aktuellen Bestseller Jazz (2011: 12.400). Foto: dapd

Offenbach. Christoph Stadler, Vertriebsleiter von Honda Deutschland, gibt sich keiner Illusion hin: Rund 30.000 Verkäufe pro Jahr seien „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel”, betont er. Diesen existenziellen Grenzbereich will der japanische Importeur nun mit der neunten Generation des Civic wieder verlassen.

Der Hoffnungsträger bietet Dynamik und Komfort sowie ein variabel nutzbares, großes Raumangebot.

Honda peilt eine Verdoppelung des Civic-Absatzes von knapp 7.800 auf 15.000 Stück an, mehr Verkäufe immerhin als beim aktuellen Bestseller Jazz (2011: 12.400). Das gefälligere Design und der hochwertigere Innenraum sollen insbesondere ältere Kunden ansprechen. Der Vorgänger, ein coupéhafter Dreitürer, hatte mit seiner zugespitzten futuristischen Formgebung samt sportlicherer Auslegung oft polarisiert und nicht so viele jüngere Käufer gebracht wie erwartet.

Die Einstiegsversion mit 1,4-Liter-Benziner kostet 16.950 Euro, nur 160 Euro mehr als für den Vorgänger. Dafür sind Start-Stopp-System, Fahrstabilitätsprogramm und erstmals ein Kollisionswarnsystem serienmäßig an Bord.

Kundenwünsche wurden umgesetzt

Hondas Ingenieure folgten bei der Renovierung des Civic den Wünschen europäischer Kunden gefolgt. Herausgekommen ist ein 4,30 Meter langes und 20 Millimeter flacheres Modell. Es wirkt sportlich und geräumig wie der Vorgänger. Dank Verbesserungen bei Aerodynamik, Fahrwerk und Motoren erledigt der neue Civic seine Aufgaben jedoch komfortabler und erwachsener. Als Luftwiderstandsbeiwert nennt Honda 0,27 cW - das wäre der Bestwert der Kompaktklasse. Um ihn zu erreichen, bediente sich Honda der Kenntnisse aus vergangenen Formel-Eins-Zeiten. Rennsport-Anklänge gibt es auch im Cockpit.

Der Sitz ist sportlich konturiert, aber komfortabel, Schalter und Griffe sind intuitiv bedienbar. Der Knauf der knackigen Schaltung liegt günstig zum Lenkrad. Zusammen mit der direkten Lenkung und dem auf Dynamik getrimmten Fahrwerk ermöglicht das viel Fahrspaß. Selbst über unebenere Fahrstrecken eilt der Civic leichtfüßig und dank einer neuen hinteren Verbundlenkerachse spürbar komfortabler und kurvenstabiler.

Die Cockpit-Anzeigen liegen auf zwei Ebenen. Drehzahl, Tankfüllung und Temperatur lassen sich durch den Lenkradkranz gut ablesen. Im darüber sichtbaren Display wird unter einem blendsicheren Bogen der Instrumententafel das Tempo digital angezeigt, flankiert von zwei farbigen Leuchtleisten für ökonomische Fahrweise.

Nur die neue Spartaste, die Spritdurst, aber auch Fahrtemperament mindert, liegt etwas versteckt links neben dem Lenkrad, den Startknopf findet man rechts. Navi sowie Audio- und Klimaanlage sind mittig angeordnet - so kann sie auch der Beifahrer leicht bedienen. Der gesamte Innenraum gewinnt durch das hochwertigere, weiche Plastik und ein deutlich geringeres Geräuschniveau.

Spitze bei Raumangebot und Sitz-Variabilität

Der jetzt fünf Zentimeter längere Civic bleibt das „Raumschiff” der Golf-Klasse. An seine 477 Liter großen Kofferraum reicht kein Konkurrent heran. Die Rücksitzanlage ist familientauglich, zugleich aber höchst variabel. Mit einem Handgriff lassen sich die Lehnen (60:40 teilbar) umlegen - so entsteht ein 1.388-Liter-Stauraum mit ebenem Boden. Das Besondere: Die Sitzbank lässt sich senkrecht hochklappen. So passen sogar Kübelpflanzen oder Mountainbikes (bei ausgebautem Vorderrad) quer in den Fond.

Höhere Motorleistung bei weniger Emissionen

Auf Evolution hat Honda auch bei den Motoren des Civic gesetzt. Zum Verkaufsstart Mitte Februar stehen zwei Benziner (1,4 und 1,8 Liter mit 100 bzw. 142 PS) sowie ein 2,2-Liter-Diesel (150 PS) zur Wahl. Letzterer soll nur 4,2 Liter verbrauchen und bei fast 20 Prozent weniger Emissionen unter der Grenze von 110 Gramm CO2 pro Kilometer bleiben. Bei ersten Fahreindrücken schluckte er 5,6 Liter. Im Laufe des Jahres will Honda einen neu entwickelten 1,6 Liter Diesel (120 PS) mit unter 100 Gramm CO2-Emission nachreichen.
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