Gut vorbereitet in den Auto-Urlaub

Von: amv
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Kommt es im Ausland zu einer Panne oder gar einem Unfall, kann der richtige Versicherungsschutz vor finanziellem Ärger bewahren. Foto: dpa

Berlin. Autourlauber sollten vor einer Reise ins Ausland ihren Versicherungsschutz prüfen. Kommt es im Ausland zu einer Panne oder gar einem Unfall, kann der richtige Versicherungsschutz vor finanziellem Ärger bewahren.

„Von Land zu Land gibt es große Unterschiede bei den Mindestdeckungssummen in der Kfz-Haftpflicht“, schildert Daniel Dodt vom Verbraucherportal toptarif.de in Berlin seine Beobachtungen. Das Problem: Ereignet sich der Unfall in einem Land, wo die gesetzlichen Deckungssummen für die Regulierung des entstandenen Schadens nicht ausreichen, bleibt der Urlauber als Geschädigter im schlechtesten Falle auf den Differenzkosten sitzen.

„Frankreich, Spanien und Dänemark bieten beispielsweise eine deutlich höhere Absicherung als Deutschland. In anderen Ländern hingegen, wie in der Balkanregion und in der Türkei, betragen die Haftungsgrenzen oft nur einen Bruchteil der deutschen Standards“, weiß Dodt. Damit nach dem Schreck nicht noch Ärger droht, sollte jeder Autofahrer darauf vorbereitet sein, wie er sich im jeweiligen Land am Unfallort zu verhalten hat.

Denn dafür gelten nicht überall die gleichen Regeln. So muss in einigen Staaten, wie etwa Polen oder Rumänien, bei einem Unfall immer die Polizei benachrichtigt werden, gleich, ob sie die Schäden aufnimmt oder nicht. Was wo zu tun ist, hat der ADAC auf seiner Website zusammengefasst (http://www.adac.de/infotestrat/unfall-schaeden-und-panne/unfallabwicklung/unfall/schaden-ausland).

In der Europäischen Union (EU) lautet die gebührenfreie, einheitliche Notrufnummer ohne Vorwahl 112, egal ob vom Festnetz oder Handy. In einigen Staaten, wie etwa Polen oder Rumänien, ist es zudem Pflicht, nach einem Unfall immer die Polizei zu benachrichtigen, gleich, ob sie die Schäden aufnimmt oder nicht. Auch ohne Ordnungshüter sollte der Unfall in jedem Fall so präzise wie möglich protokolliert werden, um eventuellen Problemen bei der späteren Schadensregulierung vorzubeugen.

„Namen und Anschriften von Unfallzeugen festhalten und viele Fotos von den Schäden an den Fahrzeugen und der Unfallstelle zu machen. Wenn möglich, Beteiligte und Zeugen ablichten und deren Ausweise fotografieren, falls es später Streitigkeiten über die Identitäten geben sollte und so viele Daten wie möglich sichern“, empfiehlt Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte von TÜV Rheinland.

Bei der Datensicherung hilft der Europäische Unfallbericht. Das Standardformular hat die Europäische Union gemeinsam mit den Versicherungen für solche Unfälle entwickelt, bei denen die Schuldfrage klar und die Unfallgegner sich einig sind. Der Bericht hält den Unfallhergang samt Skizze sowie die Beteiligten mit allen Daten fest. Das fertig ausgefüllte Formular unterschreiben alle Unfallteilnehmer. Sollte es Meinungsverschiedenheiten mit dem Unfallgegner geben, können diese im Feld 14 „Bemerkungen“ protokolliert werden. Ein Vordruck ist auf der Website des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) abrufbar (http://www.gdv-dl.de/eu-unfallbericht.html).

Damit die Versicherer an dem Einverständnis der Beteiligten nicht zweifeln und die Schäden problemlos übernommen werden, erhält jeder Beteiligte eine identische Kopie des Unfallberichts. Doch Achtung: Der europäische Unfallbericht hat in manchen Ländern - wie etwa in Frankreich und den Benelux-Staaten - mehr Bedeutung für die spätere Schadensregulierung als hierzulande.

Im Klartext: wer das Protokoll unterschreibt, erkennt dessen Inhalt unwiderruflich an. Deshalb sollten darin gegebenenfalls Widersprüche und Kommentare vermerkt werden. Im Zweifel füllt jeder Unfallbeteiligte einen eigenen Bericht aus und unterzeichnet diesen. Anschließend werden Kopien davon ausgetauscht. Ebenfalls zu beachten: Bei Unfällen im Ausland gilt in der Regel das jeweilige nationale Recht. Dieses weist mitunter deutliche Unterschiede zu den deutschen Verhältnissen auf, etwa bei Wertminderung, Anwalts-, Gerichts- oder Mietwagenkosten.

Deshalb empfiehlt Versicherungsfachmann Dodt den Abschluss einer Auslandsschadenschutzpolice. Sie garantiere im Falle eines unverschuldeten Unfalls im Ausland die Regulierung des entstandenen Schadens nach deutschem Recht. Häufig sei sie kostenloser Bestandteil der Kfz-Haftpflichtversicherung oder könne für wenige Euro pro Jahr abgeschlossen werden, erklärt Dodt. Bei Unfällen im europäischen Ausland können daraus resultierende Schadenersatzansprüche auch von zu Hause aus geltend gemacht werden. Denn alle Versicherer in EU-Mitgliedsstaaten regulieren entweder selbst in den anderen EU-Staaten oder verfügen über einen Schadensbeauftragten vor Ort, der dies für sie übernimmt.

Darüber hinaus rät der ADAC, möglichst keine unverständlichen, fremdsprachigen Schriftstücke zu unterschreiben und auch bei geringfügigen Verletzungen einen Arzt im Unfallland aufzusuchen. Ein Attest kann die Durchsetzung möglicher Schmerzensgeldansprüche erleichtern, schildert ADAC-Mitarbeiterin Katharina Lucá ihre Erfahrungen. Nur wer seine Ansprüche belegen kann, hat später Anspruch auf Entschädigung.

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