Gebrauchtwagen: Sicherheitssysteme sind ein Muss

Von: amv
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München. Die Ausstattung mit elektronischen Sicherheitssystemen wächst. Das zeigt sich auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Doch man sollte sich gut überlegen, welches Zubehör Sinn macht und wofür man sein Geld ausgibt. „Es muss wirklich nicht alles sein, was die Listen der Autohersteller so anbieten“, meint Eberhard Lang von TÜV Süd in München.

Doch auf einige Systeme sollte kein Gebrauchtwagenkäufer verzichten - schon gar nicht für hübsche, aber nicht im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtige Dinge wie etwa Breitreifen und eine Lederpolsterung.

Praktisch ein Muss ist laut Lang das Antiblockiersystem (ABS).  Ältere Schnäppchen kommen aber womöglich noch ohne daher. „Dann lässt sich das Auto bei einer Vollbremsung nicht mehr lenken“, warnt der Fachmann. Da die meisten Fahrer heute nicht mehr mit dieser Einschränkung rechnen, kann es dabei brenzlig werden. In fast allen Fällen verkürzt ABS den Bremsweg zudem um zehn bis 15 Prozent.

Ebenfalls ganz oben auf der Liste der Hilfssysteme rangiert das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP). Es  gehört zu den wirksamsten Unfallverhinderern und Lebensrettern. „Rund ein Viertel der Unfälle verhindert es“, macht Lang aufmerksam und „bei den tödlichen sind es sogar 40 Prozent“. Bis 2010 waren erst knapp 60 Prozent der Autos mit ESP ausgestattet. Ein besonderes Augenmerk auf das Sicherheitssystem ist also notwendig. Leider nennen nicht alle Autohersteller es ESP. Abkürzungen wie DSC (BMW), DSTC (Volvo), MASC, (Mitsubishi), PSM (Porsche), VSA (Honda) oder VSC (Toyota) bezeichnen die gleiche Technik. ESP schließt ABS stets ein.

Viele Autofahrer treten bei einer Notbremsung nicht fest genug auf das Bremspedal. Hier unterstützt ein Bremsassistent. „Ohne den Assistenten geht dabei wertvolle Bremswirkung verloren und der Anhalteweg verlängert sich“, schildert Lang. Der Bremsassistent erkennt anhand der Art, wie der Fahrer auf die Bremse tritt, dass die volle Wirkung erwünscht ist und bremst mit voller Kraft. Die Funktion verkürzt also den Bremsweg in vielen Fällen deutlich und verhindert auf diese Weise so manchen Unfall.

Spurhalteassistenten werden ebenfalls immer beliebter. Sie warnen vor dem Abkommen von der Straße oder einem unbeabsichtigten Wechsel der Fahrspur. Eine Kamera beobachtet dazu die Fahrbahnbegrenzungen. Die Warnung selbst ist so verschieden wie die Namen für den Assistenten bei den einzelnen Autoherstellern. Viele sprechen von Lane Departure Warnung. Gebräuchlich sind vibrierende Lenkräder, Töne und optische Signale. Erst ganz neue Systeme greifen zusätzlich in die Lenkung ein.

Leider noch schwer bei Gebrauchten und nur bei wenigen Marken zu bekommen ist der Notbremsassistent. Über Kamera und Radar beobachtet er ständig den Verkehr und warnt zunächst, wenn ein Hindernis eine Bremsung erforderlich macht. Folgt der Fahrer nicht, bremst das Auto selbsttätig. Für die Experten von TÜV Süd liegen die Sicherheitsvorteile in der gleichen Größenordnung wie beim ESP. Wer einen relativ neuen Gebrauchtwagen sucht, sollte also nach dem Notbremsassistenten Ausschau halten.

Darüber hinaus gibt es noch etliche Systeme, die positive Auswirkungen auf die Sicherheit haben. Und dazu noch weitere, die den Komfort verbessern und über entspanntes Fahren ebenfalls das Unfallrisiko senken. Abstandswarner, Einparkhilfen - von den einfachen Piepsern bis zum automatischen Parkassistenten -, Rückfahrkameras und Tote-Winkel-Erkennung sind nur einige Beispiele. Zweifelsohne erleichtern sie dem Autofahrer die Arbeit. Doch, gibt Lang zu bedenken: „Sie können die oben genannten bedeutenden Lebensretter ergänzen, aber nicht ersetzen.“

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