Ford Focus Titanium Turnier: Eine überzeugende Vorstellung

Von: amv
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Köln. Ruhig, unaufgeregt, man kann es auch „unauffällig“ nennen - mit diesem Stichwort-Trio lässt sich der Ford Focus Turnier wohl am besten beschreiben.

Eigenschaften, die möglicherweise dazu beitragen, dass der Kölner Kompakte „nur“ Platz Sechs in der Zulassungsstatistik erreicht. Die Kombiversion bietet für ihre Passagiere indessen so viel Komfort an Bord und wirklich ordentliche Fahrleistungen mit der leistungsstärkeren Version des 1,6-Liter TDCI (115 PS), dass es auf jeden Fall Gründe genug gibt, sie als interessante Alternative in den Blick zu nehmen.

Lang gestreckt, aufgrund der Dachlinie fast coupéhaft wirkend und garniert mit ein paar messerscharf gezogenen Kanten macht der Focus Turnier durchaus eine elegante Figur. Ein wenig von der äußerlichen Eleganz würde man sich im Innenraum wünschen. Der ist zwar mit hochwertig wirkenden und gut verarbeiteten Materialien bestückt, wirkt aber eher sachlich. Die Instrumententafel ist übersichtlich, die Bedienelemente sind gut erreichbar.

Leidglich der Start-Stopp-Knopf liegt ein wenig versteckt. Doch daran gewöhnt man sich schnell. Auf einige der teils sehr kleinen Tasten hätte man allerdings durchaus verzichten können. Das gilt vor allem für das zentral in der Schalttafel angebrachte Steuerungselement. Von hier aus lassen sich alle Bereiche wie Navigation oder Radio anwählen.

Doch die Menüführung ist etwas verwirrend. Es braucht ein wenig Eingewöhnungszeit, wann welche Funktionen wie angesteuert werden können. Das gelingt bei anderen Systemen besser. Tadellos hingegen der Sitzkomfort auf den guten Halt gebenden Sportsitzen, die im Ausstattungsniveau Titanium serienmäßig montiert sind. Die Platzverhältnisse sind ebenfalls bestens. Selbst in der zweiten Reihe können Großgewachsene problemlos sitzen und verfügen über ausreichend Raum für Knie und Kopf.

Mindestens ebenso wichtig wie der Platz für die Passagiere ist in einem Kombi das Volumen des Kofferraums. Mit einem Ladevolumen zwischen 490 und 1.516 Litern kann der Focus hier punkten (VW Golf Variant: 1.495 Liter). Die niedrige Ladekante sowie die geraden Seitenwände machen das Beladen einfach. Linkshänder würden sich allerdings eine ebenso gut geformte Zuziehhilfe für die weit aufschwingende Heckklappe auf der linken Seite wünschen wie es sie rechts gibt.

Die Zuladung beträgt 533 Kilogramm. Da muss man selbst bei voller Besetzung und Reisegepäck kein ungutes Gefühl bekommen, dass man das Fahrwerk über Gebühr belastet. Dessen austarierte Abstimmung, nicht zu sportlich, aber auch nicht zu weich, sorgt dafür, dass lange Bodenwellen gar nicht und kurze Unebenheiten nur im verträglichen Maße von den Insassen registriert werden. Ausweichmanöver oder schnell gefahrene Kurven meistert der 4,55 Meter lange Viertürer mühelos und ohne nennenswerte Seitenneigung.

Als passender Antrieb erweist sich der 115 PS starke 1,6-Liter-Diesel. Zwar benötigt der Selbstzünder unterhalb von 2.000 Touren trotz eines maximalen Drehmoments von 270 Newtonmetern (1.750 - 2.500 Umdrehungen) einen kleinen Moment, um richtig in Fahrt zu kommen. Doch ist die erst einmal aufgenommen, dann hängt das Aggregat gut am Gas. Der Motor zieht kraftvoll durch, gibt sich angenehm laufruhig und überraschend zurückhaltend bei den Arbeitsgeräuschen. Fast mag man es nicht glauben, in einem Diesel zu sitzen. Als Höchstgeschwindigkeit nennt Ford 193 Kilometer pro Stunde.

Der Normverbrauch ist mit 4,2 Litern (Sechsgang-Schaltgetriebe/serienmäßige Start-Stopp-Automatik) angegeben. Nach abwechslungsreichen Fahrten über Land und in der Stadt zeigte der Bordcomputer des Autos mit einem Leergewicht von 1,3 Tonnen 5,8 Liter an. Damit lässt es sich gut leben. Ebenso mit der Ausstattung der Titanium-Version. Zum Lieferumfang zählen die Bluetooth-Freisprechanlage mit Funktionen wie dem Vorlesen von SMS oder dem integrierten Notrufassistenten ebenso wie Klimaautomatik, Regen- und Lichtsensor, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Tempomat Berganfahrassistent oder die Ambientebeleuchtung.

Der für diese Motorisierung Listenpreis von 25.670 Euro (Basismodell 16.450 Euro/1,6-Liter-Benziner/85 PS) lässt sich leicht auf gut 30.000 Euro hieven, wenn man sich noch für einige der angebotenen Assistenzsysteme entscheidet. So beinhaltet beispielsweise das Fahrer-Assistenz-Paket (1.200 Euro) ein Active City Stopp, um Auffahrunfälle in der Stadt zu vermeiden, den Totwinkelassistenten im Außenspiegel oder eine Verkehrsschild-Erkennung.

Einpark-Assistent, Parkpilot vorn und hinten sowie Nebelscheinwerfer stehen zudem als Paket mit 650 Euro in der Liste. Das Navi mit Rückfahrkamera für 865 Euro. So erreicht der Testwagen schließlich einen Preis von 33.740 Euro. Allerdings sind diese Ausstattungsinhalte angenehme Details, um den Alltag im Fokus Turnier auf unauffällige Art und Weise unaufgeregt zu machen.

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