Brühl - Fahrbericht Dacia Duster: Gut zugehört

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Fahrbericht Dacia Duster: Gut zugehört

Von: Norbert Michulsky
Letzte Aktualisierung:
Dacia Duster
Foto: Dacia

Brühl. Dacia hat die zweite Generation des Kompakt-SUV Duster überarbeitet und offensichtlich haben dazu seine Entwickler genau hingehört, was es an Kritik zuvor gab.

So wanderten die Tasten für die elektrischen Scheibenheber von der Mittelkonsole an die Türarmlehnen und die Hupe findet sich nun wie sonst üblich im Zentrum des Lenkrades. Zudem gibt es neue Assistenzsysteme und optisch ist zweite Generation deutlich markanter gezeichnet als der Vorgänger. Die Motorhaube erhielt neue Kanten.

Der vordere Stoßfänger ist im Bereich der Nebelscheinwerfer eckiger als noch beim Vorgänger. Die Hauptscheinwerfer rückten weiter nach außen. Selbst in der billigsten Version (Testwagenpreis: 11.390 Euro) kommt der Duster durchaus schmuck daher, wenn man die richtige Farbe wählt.

Das Cockpit präsentiert sich mit neu gestalteten Rundinstrumenten aufgeräumter, aber die Anzeigen sind bei kritischen Lichtverhältnissen oder aufgesetzter Sonnenbrille schwer ablesbar. Dass Hartplastik dominiert, ist nachvollziehbar. Wenn es tröstet, die Materialwahl erleichtert ungemein das Säubern des Innenraums.

Wie die Karosserie so offenbart ebenso das Interieur keine erwähnenswerten gravierenden Verarbeitungsmängel. Spaltmaß-Fetischisten kommen allerdings nicht auf ihre Kosten. Der Kofferraum bietet zwischen 445 und 1478 Liter Volumen. Das lässt kaum Wünsche offen. Die Lenkung spricht jetzt merklich direkter an, vermittelt mehr Gefühl. Auch damit wird der neue Duster nicht zu einem energischen Kurvenräuber. Er federt weiterhin betont gemütlich und fährt sich auf eine angenehme Weise entspannt und unaufgeregt. Sportliche Attitüden darf der Dacia-Fahrer nicht einmal ansatzweise erwarten.

Die Sitze erweisen sich als bequem, lassen allerdings etwas Seitenhalt vermissen. Verdruss kommt auf, wenn man die Vordersitzlehne verstellen möchte. Die jeweils an den Innenseiten platzierten Drehgriffe lassen sich nur mit Verrenkungen bedienen und manch einer wird eine axiale Lenkradverstellung vermissen, um seine optimale Sitzposition zu finden. Da haben wohl die Ingenieure zu kurz hingehört.

Der Reihenvierzylinder (114 PS/156 Newtonmeter) ist erwartungsgemäß kein Ausbund an Temperament und an den langen Steigungen der Ardennenautobahn Richtung Sankt Vith geht ihm offensichtlich die Puste aus. Doch ein Rundumblick tröstet, wesentlich teurere und vermeintlich sportive Modelle machen ebenfalls schlapp. Tempo 172 nennt Dacia für die Version SCe 115 als Spitzengeschwindigkeit. Der Sprint von null auf 100 Kilometer pro Stunde ist mit knapp zwölf Sekunden vermerkt. Man muss sich auf den Dacia Duster einlassen.

Er macht einem nichts vor. Purer Nutzwert, ohne Schwurbelleien und Schnickschnack und man stellt fest: es funktioniert. Allerdings: selbst in der günstigsten Variante bietet der Duster ein Accessoire, das man ehedem nur bei Premiummodellen etwa von Audi bekam: dreht man den Schlüssel zum Starten, wandern die Anzeigen von Tacho und Drehzahlmesser bis zum rechten Anschlag und zurück - warum auch immer. 

 

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