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Fahrbericht: Audi A6 Avant 3.0 TFSI quattro

Von: dapd
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Ingolstadt. Ein Audi A6 ist der blecherne Beweis, dass man in seinem Leben einiges erreicht hat und sich entsprechend etwas leisten kann.

Wer sich dabei für die Kombiversion, den Avant, entscheidet, outet sich als Mitglied des gehobenen Managements und statusbewusster Familienvater. Denn der noble Business-Liner hat die Regionen der sogenannten Mittelklasse vollends verlassen und ist ein High-End-Produkt mit entsprechendem Preis: 93.730 Euro im Fall der Testversion. Dabei ist bereits die Basisversion (45.336 Euro) keinesfalls eine karge Lösung.

Benziner oder Diesel - eine individuelle Rechnung ist die Frage des Antriebs. Stetig steigende Dieselpreise, üppige Besteuerung und hohe Versicherungsprämien rücken die Benziner unter den Avants hierzulande langsam in interessantes Licht. Highlight bei den Ottomotoren ist der Sechszylinder-Kompressor mit 300 PS. Der ist etwas für Fahrdynamiker. Es gibt kein Turboloch. Die Gasreaktion des Direkteinspritzer-Aggregats kommt dank Kompressor entsprechend ansatzlos. Verzögerungsfrei sprintet der TFSI praktisch aus jeder Drehzahl los, bringt dank Allradantrieb seine üppige Kraft im Rahmen der Fahrphysik souverän und sicher auf den Asphalt. Beinahe unmerklich legt das Siebengang-Direktschaltgetriebe die Fahrstufen je nach dem gewählten Fahrmodus (D wie normal) oder dem sportlicheren Charakter (S-Modus) ein.

Ebenso effizient wie die Kraftübertragung wird auch der Tempoabbau absolviert. Die Bremsen arbeiten mit feinem Druckpunkt und erstklassiger Verzögerung. Einmal zum Stillstand gekommen, sorgt die Start-Stopp-Automatik vollends für Ruhe, auch beim Verbrauch. 8,2 Liter je 100 Kilometer nennt Audi und das ist - branchenüblich - mehr als schöngerechnet. Bewegt man sich auf den Autobahnen des benachbarten Auslands im gebotenem Tempo, zeigt die Verbrauchanzeige alsbald eine Neun vor dem Komma und laut ADAC konsumiert der potenteste Diesel (3.0 TDI/313 PS) nur rund zwei Liter je 100 Kilometer weniger als der TFSI, was wiederum den individuellen Rechenprozess in Gang bringt.

Penibles Austarieren zwischen Wünschen und Wirklichkeit ist darüber hinaus bei der ellenlangen, verführerischen Liste an zusätzlicher Ausstattung angesagt. Der Audi vermag allein zu fahren, hält den richtigen Abstand zum Vordermann und lenkt selbsttätig innerhalb der Fahrbahnmarkierungen. Sogar Autobahnkurven folgt er von elektronischer Hand gesteuert. Nach rund 15 Sekunden mahnt das System dann allerdings mit einem energischen Piepston den Fahrer, wieder seiner Aufgabe zu folgen. Auch parken kann der Audi allein: Der Park-Assistent bewältigt Lücken, die nur wenig länger als das Auto sind.

Dem Fahrer wie den Beifahrern bietet der Avant ein nobles Ambiente mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung. Als Mensch hinter dem Steuer benötigt man eine gewisse Eingewöhnungszeit, um die Fülle der technischen Funktionen zu erfassen. Insgesamt ist der Innenraum ein mobiler Wohnraum, freilich ein höchst zeitgemäß gestalteter. Das coole Ambiente lässt keine Kuscheligkeit aufkommen, eher die Behaglichkeit einer Lounge. Die entsprechenden Qualitäten sind augenscheinlich, nachfühlbar und zu genießen.

Dabei kommt der eigentliche Charakter des Avant als Kombi keinesfalls zu kurz. Zwischen 565 und 1.680 (dachhoch) Liter offeriert er an Stauraum und gegen knapp 580 Euro Aufpreis kann man sich per Gestensteuerung den elektrisch gesteuerten Zugang verschaffen, nämlich mit einem angedeuteten Tritt.
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