Der Trend geht zum Autokauf im Internet

Von: amv
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Autokauf im Internet
Online-Shopping beim Neuwagen: Dabei setzen die Käufer vor allem auf Preisnachlässe von 20 Prozent und mehr. Symbolbild: dpa

Duisburg. Internetvermittler und das Internet werden sich im Neuwagenverkauf breiter und breiter machen. Dabei werden die „großen Kostenvorteile des Internetvertriebs“ zu Lasten der Autohäuser vor Ort gehen. Diese Entwicklung erwartet Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen.

Holten im Jahr 2000 erst 15 Prozent der Käufer Informationen aus dem Datennetz ein, waren es im Jahr 2011 bereits 66 Prozent, stellt eine Studie des Instituts für Automobilwirtschaft und Dekra fest. Der Handel musste mithin seine Rolle als erste Informationsquelle ans Internet abgeben.

Neuwagenkäufer klicken bevorzugt die Webseiten von Automobilherstellern und Automobilhändlern an oder googeln sich zu den gewünschten Auskünften, so die Studie. Blogs, Foren und Soziale Netzwerke besitzen dagegen nur untergeordnete Bedeutung.

Neben der allgemeinen Recherche spielt das Internet eine wichtige Rolle bei Vergleichen und der Verfeinerung der Kaufentscheidung (66 Prozent) sowie bei der Auswahl des Käufers (52 Prozent). Die Bereitschaft, im Internet einen Neuwagen zu kaufen, liegt unterschiedlichen Studien zufolge zwischen 32 und 41 Prozent. Hauptmotiv für den Internetkauf ist ein Preisnachlass. 20 Prozent und mehr, das wird beim Kauf per Klick erwartet.

Den Erwerb komplett über das Internet abwickeln würden jedoch nur zwölf Prozent. „Denn ohne Probefahrt kommt für rund zwei Drittel der Autofahrer ein Kauf nicht in Frage“, erläutern die Dekra-Marktbeobachter. Das mag so derzeit sein. Aber: Im letzten Jahr haben Internetvermittler wie meinauto, autohaus24 oder carneoo etwa 38.000 Neuwagen verkauft, rechnet Dudenhöffer vor.

Tendenz: steigend. „Das Problem im Autohaus sind nach wie vor die hohen Kosten, die gut zehn bis 13 Prozent des Neuwagenpreises ausmachen", beleuchtet Dudenhöffer die Situation der Autohäuser. Kauft also ein Kunde im Autohaus einen 30.000 Euro Neuwagen, muss er im Schnitt 3300 Euro für den Handel bezahlen. „Dies ist eine stolze Summe, Verkäuferprovision, Ausstellungsfahrzeuge, Vorführwagen oder Ausstellungsraum addieren sich rasch zu ansehnlichen Beträgen“, rechnet der Branchenkenner vor.

Anders bei Web-Käufen. „Bei den Internetvermittler kalkulieren die Händler nur die variablen Kosten, denn der Kunde bestellt sein Auto fix und fertig über den Vermittler“, so Dudenhöffer: „Der Händler muss die Bestellung nur noch an den Hersteller schicken und das Fahrzeug ausliefern. Damit fallen circa zehn Prozent geringere Kosten als im klassischen Autohaus an.“

Daher liegen die Preise für individuell bestellte Neuwagen bei Internetvermittlern etwa zehn Prozent unter denen des klassischen Autohauses und nicht jeder braucht eben das Verkaufsgespräch oder die Probefahrt.. Dudenhöffer: „Es gilt, sich auf die neue Welt einzustellen und nicht die Augen zu schließen und zu lamentieren.“

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