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Bremsflüssigkeit regelmäßig kontrollieren und tauschen

Von: amv
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Bonn. Der Punkt „Bremsflüssigkeit“ steht in jeder Inspektionsvorgabe. Zumindest wird der Flüssigkeitsstand kontrolliert oder nach einem vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Zeitraum - zumeist zwei Jahren - die Flüssigkeit gewechselt. Selbst bei preisgünstigen Angeboten von Werkstattketten stehen dann mal rasch 50 Euro auf der Rechnung.

„Häufig werden allerdings die Meister in den Kfz-Betrieben gefragt, warum die Bremsflüssigkeit überhaupt erneuert werden muss und ein entsprechender Punkt in den Wartungsplänen enthalten ist“, schildert Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe in Bonn seine Erfahrungen. Der Hintergrund ist physikalischer Art: Bremsflüssigkeit zieht Wasser an.

Fachleute sagen, sie ist hygroskopisch. Wenn ein bestimmter Anteil überschritten wird, kann die Bremsflüssigkeit zum Kochen kommen. Dafür reichen schon drei Prozent Wasser in ihr und die große Hitze aus, die beim Abbremsen entsteht. Dann bildet sich Dampf in den Bremsleitungen, und der überträgt keine Bremskraft mehr. Schlimmstenfalls lässt sich das Pedal wirkungsfrei zum Bodenblech durchtreten. „Flüssigkeit siedet erst bei weit über 200 Grad Celsius. Mit Wasseranteil nähert sie sich dem Kochpunkt des Wassers von hundert Grad. Schon bei 130 Grad ist dann ein Sieden möglich. Solche Temperaturen treten in der Bremse nicht nur bei Passabfahrten auf“, gibt ZDK-Sprecher Köster zu bedenken. Dass Wasser in die Bremsflüssigkeit gelangt, ist nicht zu verhindern.

Zum einen braucht der Vorratsbehälter eine Belüftung, die trotz eines sinnreichen Labyrinthsystems immer etwas Luftfeuchtigkeit durchlässt. Und dann findet Wasser sogar einen Weg durch Bremsschläuche und Dichtungen. Oft werden die Profis auch gefragt, warum Bremsflüssigkeit nicht so ausgelegt werde, dass sie kein Wasser anziehe, also nicht hygroskopisch wirke. Das wäre dann noch schlimmer! Jeder kleinste Wassertropfen würde schon bei 100 Grad zum Kochen kommen und die Bremse unbrauchbar machen. Gesättigte Hydraulikflüssigkeit bringt weitere unangenehme Begleiterscheinungen mit sich. Der Wasseranteil lässt Zylinder, Kolben und andere Teile der Bremsanlage korrodieren.

„Wechsel und Nachfüllen sind eine Sache für die Fachleute“, rät Köster. Es gebe verschiedene Typen Bremsflüssigkeit, die sich schlecht miteinander vertragen würden. Im Extremfall könnten durch eine falsche Sorte Dichtungen der Bremsanlage zerstört werden. Ungeeignet zum Nachfüllen sind bereits einmal benutzte und teilweise geleerte Bremsflüssigkeits-Behälter. Die beim Öffnen eingedrungene Luft enthält Feuchtigkeit. Ab Hersteller sind die Dosen per Stickstoffpolster davor geschützt. Deshalb der Expertenrat: angebrochene Dose mit Bremsflüssigkeit zur Inspektion mitbringen - zur umweltfreundlichen Entsorgung.

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