Yoga, Ferien-Camps und Pyama-Partys für US-Hunde

Von: Antje Passenheim, dpa
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Yoga, Hunde-Camps und Pyjama-Partys für US-Hunde
Dackel Cooper beim Doga mit Yoga-Lehrerin Kimberly Wilson: Die renommierte Yoga-Lehrerin in der US-Hauptstadt ist auch spirituell auf den Hund gekommen. Foto: dpa

Washington. Cooper ist ein „Boot”-Typ - „Boot” ist eine Yoga-Grundstellung. Wenn Yoga-Lehrerin Kimberly Wilson den Körper des Dackels sanft auf der Matte in diese Klappstellung bringt, relaxt der kleine Hund vollends. „Hunde sind totale Yogis”, erklärt Wilson, während der lange Vierbeiner mit halb geschlossenen Augen parallel zu ihren Beinen chillt.

„Sie leben den Moment und geben bedingungslose Liebe.” Die renommierte Yoga-Lehrerin in der US-Hauptstadt Washington ist daher auch spirituell auf den Hund gekommen. „Doga” heißt die Erleuchtung, die immer mehr Herrchen und Frauchen mit ihren Vierbeinern auf die Matte bringt. Die USA sind auch aus Hundeperspektive ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Vom Surfen bis zur Pyjama-Party reicht das tierische Vergnügen.

„Es muss nicht gleich der Lotossitz sein”, lacht Kimberly, während der Dackel offenbar über einer Becken-Öffnungsübung meditiert. „Viele Yoga-Posen haben wir uns aus der Tierwelt abgeschaut - ein Hund kann die Figur "Hund" etwa von Natur aus machen.” Die angesehene Yoga- Expertin und ausgewiesene Tierfreundin lacht. „Einige Hunde können beim Yoga tatsächlich abschalten, doch eigentlich geht es bei diesen Sessions um die Bindung zwischen Mensch und Hund.”

Weniger an Zen-Therapie als an Leistungssport denken dagegen einige Hundebesitzer an der US-Westküste. Dort messen sich verwegene Vierbeiner in bunten Boxer-Shorts in jedem Jahr im Surfen. Hotels in der Coronado-Bucht vor San Diego bieten für ihre vierbeinigen Gäste Unterricht im Kampf gegen die meterhohen Wellen an. Manche sind offenbar Naturtalente, wie Buddy, ein Foxterrier, der in Schwimmweste auf dem Brett gelegentlich am kalifornischen Ventura Beach gesichtet wird. „Manchmal bellt er sogar andere Surfer aus dem Weg, damit er eine besonders schöne Welle erhaschen kann”, zitierte die „Los Angeles Times” kürzlich Buddys stolzes Herrchen.

Sommerspaß hingegen versprechen Hunderte von „Doggy-Day Camps” - eine Art „Abenteuerspielplatz” für Vierbeiner - in allen größeren US- Städten. „Bei uns gibt es Bewegung, Spaß und garantiert keine Langeweile”, schwärmt der Hunde-Betreuer in einem großen Camp, das zu einem Großhandel für Tierzubehör nahe Washington gehört. Mit wehenden Ohren saust eine Malteserhündin neben ihm eine kleine rote Rutsche runter. Sie hat es eilig, denn am anderen Ende gibt es eine große Portion Hunde-Eis. Derart cool geht es nicht nur auf dem Spielplatz zu. Vom sprudelnden Wasserbecken bis zur Hotel-Suite gibt es alles, was das Hundeherz begehrt - etwa den eigenen Fernseher am Bett, „in dem ausschließlich harmlose Hundedokus laufen”. Ein anderes Hundehotel lockt seine Kunden mit „Pyjama-Partys”.

Während die Finanzkrise in den USA die Tierheime zum Überquillen bringt, lebt der reiche „Pet Set” nicht selten wie im Schlaraffenland. Nach dem Motto „Happy Chappi” boomt trotz Rezession das Geschäft rund um den Hund. Wirtschaftsmagazine sprechen von einer der krisen-resistentesten Sparten schlechthin. Nach Informationen des Amerikanischen Verbands der Hersteller von Haustierzubehör APPA, haben 63 Prozent er US-Haushalte mindestens ein tierisches Familienmitglied. Nach Schätzungen des Verbands werden die Amerikaner in diesem Jahr 45,4 Milliarden Dollar dafür ausgeben - im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs um über fünf Prozent.

Den tierischen Höhenflug wollen nun auch Airlines nicht verpassen: Seit Mitte des Monats lässt eine neue Fluggesellschaft Hunde und Katzen komfortabel in die Luft gehen: „Pet Airways” mit Sitz bei New York befördert statt Passengers nur Paw-sengers, nämlich ausschließlich Passagiere auf vier Pfoten. First Class von New York nach Los Angeles: 299 Dollar.
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