Von der Pornobranche ins Parlament

Von: dpa
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London. Von der Pornobranche ins Parlament: Anna Arrowsmith, preisgekrönte Porno-Regisseurin, versucht in Großbritannien den Sprung ins Unterhaus.

Anna Arrowsmith wird bei den kommenden Wahlen im Frühsommer als Kandidatin der Liberaldemokraten im südenglischen Bezirk Gravesham antreten. Der Chef der Oppositionspartei, Nick Clegg, verteidigte die ungewöhnliche Wahl. „Es ist nicht unbedingt mein Ding, was sie gemacht hat”, sagte er dem Sender GMTV am Freitag. Es sei aber wichtig, „dass Leute wie sie, denen ihre Gemeinde wichtig ist”, ermutigt werden, in die Politik zu gehen.

Arrowsmith, die unter dem Pseudonym Anna Span arbeitete und auch einen Master-Abschluss in Philosophie hat, begann ihre Karriere in der Pornoindustrie im Jahr 1998. Sie hat auch ein Buch geschrieben, wie Pärchen zu Hause Sexszenen aufnehmen können. Die 38-Jährige betonte, sie wolle sich nicht für ihre „frühere Branche” einsetzen, sondern für die Menschen in Gravesham. Ihrer Meinung nach braucht das britische Parlament mehr Frauen.

In Großbritannien wird voraussichtlich am 6. Mai ein neues Parlament gewählt. Die Liberaldemokraten sind nach der Labour-Partei und den konservativen Tories derzeit die drittstärkste Partei des Landes.
In Italien hatte bereits 1987 Ex-Pornostar Ilona Staller („Cicciolina”) den Sprung ins Parlament geschafft. Sie hatte unter anderem für Aufsehen gesorgt, als sie sich für eine Liebesnacht mit dem damaligen irakischen Diktatur Saddam Hussein anbot.

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