Viele würden den Zug nehmen, wenns billiger wäre

Von: Hagen Strauss
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Bahn
Eine Zugmaschine der Deutschen Bahn. Foto: ddp

Berlin. Gefühlt ist der Ruf der Bahn bei ihren Kunden miserabel. Das Ergebnis einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland zu Lust und Frust mit dem Verkehrsträger, zeigt allerdings Überraschendes.

2600 Bürger wurden befragt. Fazit: Die Bahn ist zumindest bei denen, die sie nutzen, etwas besser als ihr Ruf. Das Unternehmen könnte sogar durchaus mehr Fahrgäste anlocken.

Worauf legen die Bundesbürger bei der Wahl ihres Verkehrsmittels besonderen Wert?

Sie wollen vor allem flexibel mobil sein. 74,8 Prozent der Befragten geben dieses Kriterium für die Wahl ihres Verkehrsmittels an. Auch Zeitgewinn und Pünktlichkeit spielen eine wichtige Rolle. Die Höhe der Kosten befindet sich mit 42,7 Prozent erst auf Rang sechs.

Warum fahren die Menschen überhaupt Bahn?

Noch nie haben so viele Menschen die Bahn genutzt. 2008 gab es 2,3 Milliarden Fahrten, 55 Prozent mehr als 1994. Laut Befragung des VCD schätzen die Reisenden im Fernverkehr vor allem die Schnelligkeit, den Komfort und die Erreichbarkeit. Auch spielt eine Rolle, dass man im Zug die Fahrtzeit besser nutzen kann. Im Nahverkehr halten die Kunden die Bahn vor allem für umweltfreundlicher und preiswerter als das Auto. Genutzt werden die Züge insbesondere für private Besuche und um zum Arbeitsplatz zu kommen.

Wie steht es um die Konkurrenz zum Pkw?

Flexibilität und Fahrtdauer sind laut VCD-Bahntest die häufigsten Gründe für die Nutzung des Autos. Gerade Bahnmuffel glauben, dass die Kosten für eine Autofahrt geringer sind. Laut VCD ist dies aber ein „Mythos”.

Wann würden die Menschen die Bahn häufiger nutzen?

Grundsätzlich gilt: Bahnreisende bewerten das Reisen auf der Schiene durchweg positiver als Nichtnutzer. Die Hälfte der Verbraucher würde die Bahn aber häufiger nutzen, wenn diese pünktlicher und sicherer wäre. Auch durch mehr Sauberkeit und geringere Kosten könnte sie Kunden gewinnen. Und wichtig ist die Nähe zum Bahnhof: 65 Prozent der Kunden wohnen weniger als vier Kilometer vom Bahnhof entfernt, für 53 Prozent der Nichtnutzer liegt die Station über vier Kilometer weit weg. Bahnhöfe dürften nicht weiter zentralisiert werden, sondern neue Zugangsstellen müssten her, so der VCD.

Welche Forderungen erhebt der Verkehrsclub noch?

Die Sonderangebotspolitik der Bahn schreckt potenzielle Kunden ab, erklärt VCD-Chef Michael Gehrmann. „Die Zugbindung ist für viele Menschen ein Gräuel.” Eine verbesserte Taktung und Vernetzung wie im Bahnmusterland Schweiz sowie mehr und schnellere Verbindungen würde vielen den Umstieg vom Auto erleichtern. Und: „Die Tickets müssen insgesamt günstiger werden.”
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