Rote Wäsche, Trauben und Schläge: Neujahrsbräuche aus aller Welt

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Glückssymbole zu Silvester
An Silvester gelten neben dem Marzipan-Schwein auch der Klee, das Hufeisen und der Fliegenpilz als Glückssymbole. Foto: dpa

Berlin. Erst Feuerzangenbowle und Fondue, um Mitternacht dann Raketen und Böller - typisch für Silvester in Deutschland. Im Ausland sehen die Bräuche in der Silvesternacht beziehungsweise zu Neujahr anders aus.

Italiener sehen rot - bei der Unterwäsche

Mittlerweile machen es auch viele Deutsche: In ITALIEN gilt rote Unterwäsche in der Neujahrsnacht als Pflicht. Wer glücklich und erfolgreich sein möchte, sollte mit roter Wäsche ins neue Jahr „rutschen”. Kaufhäuser und Dessous-Läden stellen daher jedes Jahr spätestens kurz nach Weihnachten ihre Wäscheauslage um. Egal ob Spitzenhöschen oder Boxershorts - Hauptsache rot.

Spanier naschen hastig Trauben

In SPANIEN gehören unbedingt Weintrauben zur Neujahrsnacht, die Glück bringen sollen. Um Mitternacht schieben sich viele Spanier bei jedem Glockenschlag eine Traube in den Mund. Wer sich verzählt, dem steht im neuen Jahr Unheil bevor. Supermärkte bieten für die Silvesternacht eigens Döschen mit zwölf Trauben an.

Franzosen schlemmen in Ruhe

Wer den Jahreswechsel in FRANKREICH verbringt, darf keine ausgelassenen Feiern oder buntes Feuerwerk erwarten. Viele Franzosen treffen sich lediglich mit Freunden und Verwandten zum Abendessen. Statt mit Böllern und Raketen wird das neue Jahr gewöhnlich kulinarisch mit Champagner, Stopfleber (Foie gras) oder Austern begrüßt. Die größte Silvesterparty steigt in der Regel auf der Pariser Prachtstraße Champs-Elysées. Dort feiern um Mitternacht Hunderttausende und wünschen sich „Bonne année” (Gutes Jahr).

Briten machen Party

Organisierte Feuerwerke gibt es in GROSSBRITANNIEN zu Silvester eher wenige. Das wohl größte steigt am Londoner Riesenrad „London Eye”. Dort versammeln sich Jahr für Jahr hundertausende Menschen, um das pompöse Lichterspiel zu bestaunen. Richtig geschossen wird im Königreich bereits am 5. November, dem Tag an dem Offizier Guy Fawkes ein Attentat auf König Jakob I. versuchte.

Bei den Russen beschert Väterchen Frost

In der Neujahrsnacht bringen Väterchen Frost und seine Begleiterin Snegurotschka (Schneeflöckchen) in RUSSLAND Geschenke. Im ganzen Land werden Jolka-Feste gefeiert. Die Familie sitzt um die Jolka (den Tannenbaum) herum und isst. Die russisch- orthodoxe Kirche richtet sich anders als die westlichen nicht nach dem Gregorianischen Kalender, sondern nach dem Julianischen: Weihnachten ist in der Nacht zum 7.1., Neujahr erst am 13.1.

Griechen zocken sich ins neue Jahr

Zum Neujahrsfest wird in GRIECHENLAND gezockt bei Karten- oder Würfelspielen daheim oder im Kasino. Das Neujahrszocken beginnt bereits am Abend des 31. Dezember und dauert oft bis zum Sonnenaufgang am 1. Januar. Wer gewinnt, soll das ganze Jahr über Glück haben. Wer verliert, kann auf Glück in der Liebe hoffen.

Tschechen lesen Zukunft aus Äpfeln

In TSCHECHIEN gießen viele Familien Blei, um in die Zukunft zu schauen - noch älter aber ist der Brauch, einen Apfel zu halbieren und am Kerngehäuse das Schicksal abzulesen. Bilden die Kerne ein Kreuz, droht Unheil; in Sternform stehen sie für Glück. Finanziellen Erfolg soll nach tschechischer Tradition ein Mitternachtsessen mit Linsen bringen, die Geld symbolisieren.

Amerikaner bringen keinen Müll raus

Vor allem im Süden der USA werden zu Silvester gerne Linsen oder Linsensuppe gegessen. Weil die Linsen ein bisschen wie Münzen aussehen, sollen sie Glück und Geld versprechen. In Teilen Pennsylvanias - dort, wo früher Deutsche siedelten - gehört auch Sauerkraut zu den Traditionsgerichten. Dann gibt es noch die Regel „Nothing Goes Out”, nach der am ersten Tag des Jahres nichts das Haus verlassen darf, auch nicht der Müll. Wenn doch, droht Unglück.

Bulgaren lassen sich schlagen

In BULGARIEN geht es mit Schlägen auf den Rücken ins neue Jahr - sie sollen Gesundheit und Reichtum bringen. Für diesen Neujahrsbrauch wird ein Ast des Kornelkirschbaums bunt geschmückt, der damit zu einer „Surwatschka” wird. In der Silvesternacht und am Neujahrstag gehen Kinder von Haus zu Haus und schlagen die Bewohner auf den Rücken. Dabei wünschen sie ein gesundes, glückliches und fruchtbares neues Jahr. Dafür bekommen sie kleine Geschenke - Geld oder Süßes.
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