Ostern: Fest der Fruchtbarkeit und Auferstehung

Von: Katrin Neubauer, ddp
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Kaninchen auf Frühlingswiese
Auch wenn genügend Wiese zur Verfügung steht, sollte bei Temperaturen jenseits 30 Grad der Trinknapf für Kaninchen stets gut gefüllt sein Foto: dpa

Berlin. Ostern ist ein uraltes Fest heidnischen Ursprungs. Bereits in vorchristlicher Zeit feierten die Menschen im antiken Ägypten und Persien am 20. oder 21. März Frühlingsfeste. Einige Osterbräuche wie das Osterfeuer werden auf germanische und keltische Sonnenkulte zurückgeführt.

Auch Ei und Hase sind heidnische Symbole, die manche der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Ostara oder Oestra zuordnen. Seine heutige Bedeutung in der westlichen Welt hat Ostern allerdings erst durch die Christen erlangt, die zu diesem Fest die Auferstehung Jesu Christi feiern.

Woher der Name „Ostern” stammt, ist umstritten. In christlichen Kreisen wird die Bezeichnung von der Himmelsrichtung „Osten” abgeleitet. Der Ort der aufgehenden Sonne gilt im Christentum als Symbol des auferstandenen Jesus. Andere wiederum führen den Namen auf die altgermanische Fruchtbarkeitsgöttin Ostara zurück.

Der Termin des Osterfestes wird von dem im Kalender beweglichen jüdischen Hauptfest Pessach (lateinisch: pascha) bestimmt. Das „Paschafest” feiern die Juden am ersten Frühlingsvollmond zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Da die Kreuzigung und Auferstehung Jesu laut Überlieferung in die jüdische Paschawoche fiel, wurde Ostern auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond gelegt. Es fällt somit frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.

Das Osterfest wird mit verschiedenen heidnischen und christlichen Bräuchen und Symbolen verbunden, wie dem Hasen, Ei, Osterfeuer, Osterwasser, Osterlamm und der Osterkerze. Der Osterhase und das Ei sind seit jeher Zeichen für Leben und Fruchtbarkeit. Allerdings ist Meister Lampe erst viel später Protagonist des Osterfestes geworden. Erste Belege für den Osterhasen im deutschsprachigen Raum stammen aus dem 17. Jahrhundert von dem Heidelberger Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau. Bis dahin wurden die Ostereier von anderen Tieren wie Fuchs, Hahn, Storch, Kuckuck oder Kranich gebracht.

Etwa ab 1700 entwickelte sich in den Städten der Brauch des Eiersuchens. Einige erklären diesen mit der Fastenzeit: Da während des 40-tägigen Rituals keine Eier gegessen werden durften, wurden sie gekocht, damit sie nicht verdarben. Um aber gekochte von rohen Eiern unterscheiden zu können, kamen die Menschen auf die Idee, die gekochten mit pflanzlichen Bestandteilen zu färben.

Ein alter Brauch ist das Abbrennen eines Osterfeuers in der Nacht zum Sonntag. Das Feuer sollte den Winter und böse Geister vertreiben, sein Schein Mensch und Haus vor Krankheit und Unheil bewahren. Deswegen wurden die Feuer auch gern auf Hügeln entzündet, damit ihr Schein weithin sichtbar war. Andere steckten am Ostersonntag Räder in Flammen und ließen sie vom Berg ins Tal hinab rollen.

Eine Glück und Heil bringende Wirkung wird dem Osterwasser nachgesagt. Nach altem Volksglauben sollte das Wasser am Ostermorgen vor Sonnenaufgang aus einem Fluss geschöpft werden. Angeblich ist es besonders rein, lange haltbar und gut für die Haut. Der Weg zum Fluss muss Überlieferungen zufolge stillschweigend und unbeobachtet zurückgelegt werden, damit das Wasser seine Wirkung nicht verliert. Die katholische Kirche bezeichnet als Osterwasser jenes Wasser, das in der Osternacht geweiht wird. Dieses Wasser wird im ganzen Jahr zum Taufen verwendet.

In der Liturgie der Westkirchen wird zum Osterfest eine besondere Kerze geweiht und entzündet. Die Osterkerze aus gebleichtem Bienenwachs soll die menschliche Natur Jesu symbolisieren; die Flamme ist Zeichen seiner göttlichen Natur. Die Osterkerze gilt als Brandopfer, das Gott dargebracht wird.

Ein christliches Symbol des Osterfestes ist das Lamm. Im Judentum wurden die Jungtiere zum „Paschafest” Gott als Opfer dargebracht. Mit Lämmern verbanden die Menschen Attribute wie Unschuld und Reinheit. Im Christentum symbolisiert das Lamm Jesus Christus, der sich für die Sünden der Welt opferte.

Seit dem 4. Jahrhundert wird Ostern von der Kirche als Drei-Tage-Feier begangen. Diese erstreckt sich vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag über Karfreitag, den Tag der Kreuzigung Jesu, und Karsamstag, den Tag der Grabesruhe, bis zur Auferstehung am Ostersonntag. Dann beginnt die österliche Freudenzeit, die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert.
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