NRW bibbert: Wann kommt der Winter?

Von: dpa/dapd
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Ein Lastwagen steht am Donnerstag auf der B31 bei Hinterzarten in Baden-Württemberg im schneebedeckten Graben. Nach Polizeiangaben prallten auf schneebedeckter Fahrbahn zwei Lkw zusammen. Foto: dpa

Düsseldorf. Der Winter hat Deutschland erreicht. Erster Schneefall löste am Donnerstagmorgen auf vielen Straßen Chaos aus. Es gab zahlreiche Unfälle. Im Allgäu kam ein Autofahrer ums Leben. Autos rutschten über verschneite Straßen oder fuhren wegen schlechter Sicht im Schritttempo. Räumfahrzeuge rückten aus, viele mussten ihre Wagen von einer zentimeterdicken Schneeschicht befreien.

 Für den Südwesten und Südosten gab der Wetterdienst Unwetterwarnungen heraus. Noch schlimmer traf es Russlands Hauptstadt: Moskau kämpft mit den schwersten November-Schneefällen seit einem halben Jahrhundert.

Kurz vor dem meteorologischen Winterbeginn hatten in Deutschland vor allem Autofahrer im Erzgebirge, im Thüringer Wald, in Baden-Württemberg und Bayern mit Schnee und Glatteis zu kämpfen. Besonders Lastwagen hatten Probleme. Einige blieben auf den Straßen liegen, andere schlitterten in den Graben. Im Hochschwarzwald und auf der Schwäbischen Alb waren die Räumdienste im Dauereinsatz, um Straßen und Gehwege freizubekommen.

Das Schneechaos traf nicht in alle Bundesländer: Im Norden hingen viele Städte und Orte unter einer dichten, grauen Regendecke. Das kommende erste Adventswochenende soll in Deutschland aber verbreitet weiß bleiben: Für einige Regionen ist weiterer Schneefall vorhergesagt.

Das Winterwetter in NRW lässt derweil noch auf sich warten. Mit stärkeren Schneefällen sei auch in den kommenden Tagen nicht zu rechnen, sagte Karsten Mix vom Deutschen Wetterdienst in Essen am Donnerstag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd.

Nur im Siegerland und im Sauerland würden derzeit einige Schneeflocken fallen. Am Wochenende könnte es dort zwei bis fünf Zentimeter Neuschnee geben. „Es gibt keine Aussicht auf Schlittenfahren, aber für eine Schneeballschlacht könnte es reichen”, sagte Mix.

Nicht alle schimpften über den Schnee - für Wintersportler sind die Aussichten gut. In Hochlagen bereiten sich die Liftbetreiber auf den Start in die Wintersaison vor. Auf dem höchsten Berg Norddeutschlands, dem 1141 Meter hohen Brocken im Harz, liegt erster Schnee. 27 Zentimeter dick war die weiße Decke auf dem Feldberg im Schwarzwald am Donnerstagmorgen, von den Höhen des Erzgebirges meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD) 15 Zentimeter.

Für die Eröffnung der Skisaison reicht das allerdings in den meisten Fällen noch nicht. Am Kahlen Asten bei Winterberg in Nordrhein-Westfalen etwa müssen sich Wintersportler mit dem Skifahren und Rodeln noch gedulden. Doch die Schneekanonen stehen schon bereit.

Deutlich mehr Schnee liegt bereits in Teilen Russlands. In Moskau sei allein in der Nacht auf Donnerstag etwa ein Drittel des sonst im November üblichen Niederschlags gefallen, teilte der Wetterdienst mit. „Seit mehr als 50 Jahren hat es so etwas in Moskau nicht mehr gegeben”, sagte Vizebürgermeister Pjotr Birjukow der Agentur Interfax. In Moskau sollten die schweren Schneefälle bis Samstag andauern.

Auf den Straßen der größten Stadt Europas waren rund 12.000 Räumfahrzeuge im Einsatz, es kam zu zahlreichen Massenkarambolagen. Schnee und Eisregen blockierten auch die drei internationalen Flughäfen der Hauptstadt. In St. Petersburg sorgten ebenfalls Schneefälle für massive Probleme. Das Fernsehen zeigte kilometerlange Verkehrsstaus.

Kalendarisch beginnt der Winter erst am 21. Dezember, doch für Meteorologen ist der 1. Dezember der erste Wintertag. „Zumindest in den Mittelgebirgen und in den Alpen wird es einen weißen 1. Advent geben”, hieß es beim DWD in München. In den Allgäuer Alpen und im fränkischen Fichtelgebirge wurden bereits bis zum Donnerstagabend an die 30 Zentimeter Schnee erwartet.

Nach den Berechnungen der DWD-Klimaexperten war der November in Deutschland deutlich zu mild - die Durchschnittstemperatur lag um 1,2 Grad höher als im Vergleichszeitraum von 1961 bis 1990. Die Herbstmonate September, Oktober und November brachten es zusammen aber nur auf ein geringes Plus von 0,4 Grad. Der Grund für das winterliche Weiß ist Tief „Heike”, das den Herbst beendet hat.

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