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Letzte Ruhe für Vierbeiner: Immer mehr Haustiere werden bestattet

Von: dpa
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Letzte Ruhe für Vierbeiner: Immer mehr Haustiere werden bestattet
Zunehmend beliebte Alternative: Immer mehr Halter wollen ihre verstorbenen Schützlinge begraben lassen - etwa hier in Kitzingen (Bayern) von Tierbestatter Steffen Pfannes. Foto: dpa

Berlin/Bad Harzburg. Sie sind oft langjährige Freunde, Spielgefährten und Seelentröster: Im Leben vieler Menschen haben Haustiere einen enormen Stellenwert. Doch was geschieht nach dem Tod der Britisch-Kurzhaar-Katze oder der Promenadenmischung, fragen sich viele Besitzer.

Auf die meisten Haustiere wartet dann nach wie vor die Tierkörperbeseitigungsanlage. Doch es gibt auch Vierbeiner-Friedhöfe - als zunehmend beliebte Alternative.

Weil sie immer mehr zu vollwertigen Familienmitgliedern werden, ist der Tod eines Haustiers in vielen Fällen ein gravierender Einschnitt im Leben seiner Menschen. „Viele Leute suchen dann einen Ort, wo sie ihr Tier begraben, ihm gedenken und es immer mal wieder besuchen können”, sagt Evamarie König vom Tierschutzverein Berlin.

Dann bietet sich ein Tierfriedhof als letzte Ruhestätte an. Die Tierschützer aus der Bundeshauptstadt haben ihre eigene Anlage mit 900 Gräbern. Hunde, Katzen, Nagetiere und Vögel sind dort bestattet, erzählt Evamarie König, aber auch exotische Tiere wie ein Leguan. Ein Grab können Halter je nach Tierart zu Preisen zwischen 90 und 150 Euro für den Zeitraum von drei Jahren pachten.

Am Tag der Bestattung gibt es eine schlichte Zeremonie. Dabei wird das Tier, zum Beispiel in seine Lieblingsdecke gewickelt, in die Erde gelegt. „Wir hatten aber auch schon Beerdigungen mit mehr als zehn Teilnehmern, die ihre eigene Musik mitgebracht hatten”, so Evamarie König. Die Besitzer können die Ruhestätte selbst gestalten: Sie können Grabsteine, Blumen und Büsche auswählen. Viele Gräber zieren Fotos der Tiere.

Wer sich nach dem Tod zumindest nicht ganz von seinem Liebling trennen möchte, kann ihn in einem Tierkrematorium verbrennen lassen. „Die Asche geben wir den Leuten dann beispielsweise in einer Schmuckurne nach Hause mit”, sagt Axel Mauthe vom Bundesverband der Tierbestatter in Köngen bei Stuttgart. Der Besitzer könne die Asche aber auch auf einem Tierfriedhof beisetzen oder - im Fall von Axel Mauthes Krematorium - in einem Sammelgrab in der Nähe der Anlage vergraben.

Im Abschiedswald Goldberg bei Bad Harzburg (Niedersachsen) haben Tierhalter die Möglichkeit, ihre verstorbenen Schützlinge im Schatten der Bäume zur letzten Ruhe zu betten. Die Preise für eine solche Beerdigung reichen von 25 Euro für ein Kleintier bis hin zu 250 Euro für einen großen Hund. „Die Gestaltung der Gräber wird bei uns aber vollkommen der Natur überlassen”, sagt Michael Rudolph vom Forstamt Clausthal, das den Abschiedswald betreibt.

Deshalb dürfen nur in der Region natürlich vorkommende Pflanzen und verrottende Materialien zur Dekoration verwendet werden. Zubehör aus Plastik oder Gartenblumen sind nicht erlaubt. „Natürlich können die Tierbesitzer aber Steine, Zapfen und Zweige aus dem Wald sammeln, um so das Grab zu kennzeichnen”, sagt Rudolph. Das Forstamt bietet außerdem kleine Holzschilder mit dem Namen des Tieres an, die auf die Grabstelle hinweisen. In der Pflanzsaison wird ein Laubbaum auf die Begräbnisstätte gesetzt.

Die Nachfrage nach dieser Art Begräbnis scheint groß zu sein: In den rund zweieinhalb Jahren seit Eröffnung des Abschiedswaldes haben haben dort mehr als 200 Tiere ihre letzte Ruhe gefunden. „Die Menschen kommen sogar aus Hannover und Braunschweig, um ihr Haustier bei uns im Harz bestatten zu lassen”, sagt Michael Rudolph. Sie können den Besuch am Grab ihres Vierbeiners mit einem Waldspaziergang verbinden. Bundesweit gibt es nach Rudolphs Schätzung etwa ein Dutzend Ruheforste für Tiere.

Halter mit eigenem Grundstück dürfen verstorbene Tiere auch selbst begraben. Dabei müssen sie aber einige Regeln beachten: Das Gelände, auf dem das Loch gegraben wird, darf nicht als Wasserschutzgebiet ausgewiesen sein, das Grab selbst nicht an öffentliche Wege grenzen. Mindestens einen halben Meter tief muss es ausgehoben werden, wie das Amt für Verbraucherschutz der Stadt Düsseldorf erläutert. Nutz- und Großtiere müssen in jedem Fall in eine Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht werden.

Tierkörperbeseitigungsanlage

Wünscht ein Halter keine andere Bestattungsform, kann er sein Tier nach dessen Tod einem Tierarzt überlassen. Von dort wird es in die zuständige Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht. „Hier wird der Kadaver gemeinsam mit Schlachtabfällen und verstorbenen Nutztieren aufgekocht, getrocknet und gemahlen”, erläutert Axel Mauthe vom Bundesverband der Tierbestatter in Köngen bei Stuttgart. Die dabei gewonnenen Rohstoffe werden etwa zu Seife oder Tiermehl verarbeitet.

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