Lennestadt - Karl-May-Festspiele zeigen Vulkanausbruch im „Tal des Todes”

Karl-May-Festspiele zeigen Vulkanausbruch im „Tal des Todes”

Von: Jörg Taron, dpa
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Karl-May-Festspiele in Elspe
Der technische Leiter der Elsper Festspiele, Harald Heufer, hält künstliche Lava in den Händen. Viereinhalb Tonnen Zement, reichlich Bretter, Balken und Farbe - in Lennestadt-Elspe ist in den vergangenen Monaten ein Vulkan entstanden. Am 19. Juni soll der dunkelgraue Berg auf der Bühne der Elsper Karl-May-Festspiele erstmals vor Publikum Feuer und Lava ausspucken. Foto: dpa

Lennestadt. Viereinhalb Tonnen Zement, reichlich Bretter, Balken und Farbe satt - in Lennestadt-Elspe ist in den vergangenen Monaten ein Theater-Vulkan entstanden. Am 19. Juni soll der dunkelgraue Berg auf der Bühne der Elsper Karl-May-Festspiele erstmals vor Publikum Feuer und Lava ausspucken.

Harald Heufer ist gespannt und zuversichtlich: „Das wird gut klappen”, sagt der technische Leiter der Festspiele, während er in einem zum Lavabehälter umfunktionierten Müllcontainer rührt.

Der Showdown der Aufführung „Im Tal des Todes” soll die Effekte der vergangenen Jahre, bei denen Westernforts oder Raddampfer auf der Bühne in Rauch und Feuer verschwunden sind, noch übertreffen. Beim Tanz auf dem Vulkan ziehen zehn Meter hohe Feuersäulen und mehr als 2000 Liter künstliche Lava die Zuschauer in ihren Bann. Am optischen Höhepunkt der 49. Karl-May-Spiele in Elspe haben die Bühnen- und Pyrotechniker seit vergangenem Oktober gearbeitet.

„Die Frage war, wie man Wasser so hinkriegt, dass es aussieht und fließt wie Lava”, sagt Regisseur Jochen Bludau. Technikchef Heufer hatte gedacht, er fragt kurz bei den Effekt-Profis vom Film an. Doch Filmgesellschaften in München und Berlin konnten auch nicht helfen. „Die haben gesagt, dass ich ihnen Bescheid geben soll, wenn ich eine Lösung für das Problem gefunden habe. Sie wüssten das auch gern.”

Auch Lebensmittel-Spezialisten und Wasserwerker wurden befragt: Letztere brachten Heufer dann auf einen Stoff, der in der ehemaligen DDR genutzt wurde, um bei Rohrbrüchen das Wasser anzudicken. Das nächste Problem spiegelt sich auf Heufers Arbeitshose, die von roten Flecken der Lava-Färb-Experimente übersät ist. Irgendwann stimmte auch die Farbe für die Kunst-Lava.

Nicht nur Heufer kam durch Bludaus Wunsch nach einem Vulkan ins Grübeln. Auch Chef-Pyrotechniker Stephan Kieper musste für das Tal des Todes ziemlich tüfteln. „Mehrere große Feuer-Eruptionen hintereinander mit Benzin oder Gas wären zu gefährlich gewesen”, sagt er. Nun ist der Showdown in Elspe sogar umweltfreundlich, weil im Schlund des Vulkans Blütenstaub in die Luft geblasen und entzündet wird. Weitere Details aus seiner Trickkiste will Kieper aber nicht verraten. „Das kann nicht jeder, und das ist auch gut so.”

Das Publikum wird bei der Premiere das bekommen, was es wünscht: Winnetou und Co. reiten wieder für das Gute. Und natürlich zieht bei dem Schauspiel mit 60 Darstellern, 40 Pferden und reichlich Knall- Effekten, die im Vulkanausbruch gipfeln, das Böse wieder den Kürzeren.

Zwischen dem 19. Juni und 5. September wird das Stück 55 Mal aufgeführt. In den Hauptrollen sind Benjamin Armbruster als Winnetou und Jean Marc Birkholz als Old Firehand zu sehen.
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