Greifswald/Barth - Kanadisches Unternehmen sucht in Vorpommern nach Erdöl

Kanadisches Unternehmen sucht in Vorpommern nach Erdöl

Von: Edgar Offel, ddp
Letzte Aktualisierung:
öl
Das polnische Unternehmen Geofizyka Torun erkundet im Auftrag des kanadischen Unternehmens Central European Petroleum GmbH (CEP) ein etwa 50 Quadratkilometer großes Areal bei Greifswald, um Erdöllagerstätten aufzuspüren. Schon zu DDR-Zeiten wurde in dieser Region Erdöl vermutet. Foto: ddp

Greifswald/Barth. Das kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) sucht in Vorpommern nach Erdöl. Mit Hilfe der sogenannten 3D-Vibrationsseismik lässt CEP derzeit Gebiete überprüfen, in denen schon zu DDR-Zeiten Erdöl vermutet wurde.

Aus den bei Greifswald gewonnenen Daten von polnischen Vermessungstrupps werden dreidimensionale Abbilder vom Gesteinsuntergrund gefertigt, die Hinweise auf mögliche Vorkommen liefern. Sollte die Analyse positiv ausfallen, könnten in etwa einem Jahr die Probebohrungen beginnen, sagt der CEP-Vizepräsident und Chef der deutschen Niederlassung, Jaap Bouwman.

„Genau genommen suchen wir nicht nach Erdöl, sondern erst einmal nur nach sogenannten Erdölfallen”, sagt Raimund Seitz, der die Arbeiten der polnischen Kollegen leitet. Dabei handle es sich um durch tektonische Verwerfungen entstandene Gewölbe im Gestein, erläutert der 64-jährige Manager der Geophysik GGD mbH Leipzig.

Er hatte bereits in den 1970er Jahren das Gebiet östlich von Greifswald nach dem „schwarzen Gold” erkundet. Das aus den Tiefen aufsteigende Erdöl werde dort von undurchlässigen Kalksteinschichten am Weiterkommen gehindert. „Später dann muss durch gezielte Bohrungen überprüft werden, ob sich in diesen Fallen tatsächlich Erdöl gesammelt hat”, sagt Seitz.

Die CEP ist überzeugt, fündig zu werden. Die DDR hatte nach den Funden bei Grimmen und auf Usedom die weitere Suche in den heutigen Untersuchungsgebieten wegen der geringen Ergiebigkeit eingestellt. „Die Technik hat sich verbessert”, begründet Bouwman seinen Optimismus. So könne die 3D-Seismik heute ein wesentlich genaueres Modell des Untergrunds bringen.

„Früher erfolgte die Gesteinserkundung durch Geophysiker, heute sind es Elektroniker und Computer", sagt Seitz. Für das aktuelle Verfahren wurde von der polnischen Firma ein 55 Quadratkilometer großes Untersuchungsgebiet fast vollständig verkabelt. Die stromlosen Leitungen verbinden hochempfindliche Erdmikrofone miteinander.

An festgelegten Punkten werden per Vibration Druckwellen bis in 3000 Meter Tiefe ausgesendet. Die Mikrofone registrieren dann die von den Gesteinsschichten reflektierten Wellen, ein Messwagen empfängt die gelieferten Daten. Voraussichtlich Ende Juli zieht die Kolonne weiter. Dann sollen Untersuchungen im Gebiet östlich von Barth beginnen.

Seit 1965 wird in Vorpommern Erdöl aus über 2000 Meter Tiefe gefördert. In Lütow auf Usedom wurde sogar das bisher größte Erdölvorkommen auf dem Gebiet der neuen Bundesländer gefunden. Die zwei noch aktiven Förderstätten betreibt ein Tochterunternehmen der Gaz de France.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert