Frankfurt - Geliebter Tollpatsch: Disney-Hund Pluto wird 80 Jahre alt

Geliebter Tollpatsch: Disney-Hund Pluto wird 80 Jahre alt

Von: Andreas Rehnolt, epd
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Pluto
Heiß geliebt: Pluto, der Hund von Mickey Mouse, wird 80 Jahre alt und zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Foto: Disney

Frankfurt. Für einen echten Hund wäre dieser Geburtstag unerreichbar: Pluto wird am 18. August 80 Jahre alt. Aber der gelb-braune, liebenswert tollpatschige Vierbeiner ist ja auch ein Comic-Hund, der Begleiter von Disneys Micky Maus. Seinen Geburtstag begeht er in Topform und wie üblich mit hängender Zunge und aufgestellten Schlappohren.

Im Trickfilm „Die Sträflingskolonne” aus dem Jahr 1930 hatte das damals noch namenlose Tier seinen ersten Auftritt als Verfolger des Gefängnisausbrechers Micky. Der Hund gefiel Walt Disney dann so gut, dass er daraus einen neuen Charakter für seine Comicgemeinde Entenhausen schuf.

Fast gleichzeitig machte im Lowell-Observatorium in Flagstaff im US-Bundesstaat Arizona der Astronom Clyde Tombaugh mit der Entdeckung eines bis dahin unbekannten Planeten Schlagzeilen, den er Pluto nannte - nach dem römischen Gott der Unterwelt. Das machte sich Walt Disney zunutze. Innerhalb nur eines Jahres kannte jeder den neuen Hund ebenfalls unter dem Namen Pluto. 1931 dann trat er in der Geschichte „The Moose Hunt” als Mickys Begleiter auf. Zwar sind sich Astronomen mittlerweile sicher: Pluto zählt gar nicht zu den klassischen Planeten, sondern ist ein Zwergplanet - doch das dürfte dem weltberühmten Hund egal sein.

Mickys Begleiter ist trotz der Namensgleichheit kein Wesen von einem anderen Stern, sondern erlebt meist ganz irdische Geschichten - obschon er auch schon mal von außerirdischen Invasoren geklont wurde und in Entenhausen in zigfacher Ausfertigung für Chaos sorgte. Er ist das wohl bedeutendste „echte” Tier im Comic-Städtchen, dessen Bevölkerung sich aus menschlich agierenden und sprechenden Mäusen, Enten, Gänsen, Bären, Hunden oder Schweinen zusammensetzt.

Pluto läuft meist tollpatschig und schläfrig, manchmal aber auch mutig und heldenhaft durch Comichefte und Trickfilme. Obwohl er keiner Rasse zuzuordnen ist, ist er offenbar eine Art Jagdhund. Bei zahlreichen Angel- und Jagdausflügen tritt er zusammen mit Micky, Goofy oder auch Donald Duck auf, beispielsweise in dem Film „Die Entenjagd” von 1932 oder in „Der Vorstehhund” aus dem Jahr 1939, der sogar für den Oscar nominiert war.

Seinen ersten Solo-Auftritt ohne Micky hatte Pluto 1936 im Trickfilm „Mutter Pluto”, im dem er von gerade geschlüpften Hühner-Küken für die Mutter gehalten wird. Nach anfänglichem Verweigern verteidigt er die Küken gegen den Hahn und wird von den Jungen entsprechend belohnt. Auch als Retter in der Not hat sich der Hund mit dem grünen Halsband und dem bindfadenartigen Schwanz einen Namen gemacht: Bei einer Hundeausstellung hat Micky mit ihm zunächst keinen Erfolg. Als aber ein Feuer ausbricht, erweist sich Pluto als Held und erhält am Ende doch noch einen Preis.

Er ist ein Universaltalent. In einem Anti-Nazi-Film aus dem Jahr 1943 agiert er als „Gefreiter Pluto”, ein andermal ist er Strandwächter, dann unfreiwilligerweise Maskottchen auf einem Schiff, das von Mäusen terrorisiert wird. Und sein Streit mit der wild gewordenen kleinen Biene „Buzz” um Kaugummikugeln ist für Kenner mittlerweile ein Klassiker.

Nur ein einziges Mal spricht Pluto. Und zwar in dem 1931 entstandenen Streifen „Die Elchjagd”, in dem Micky versehentlich auf seinen Hund schießt. Pluto stellt sich daraufhin tot. Als Micky ihm in die Pupillen schauen will, sagt er „Küss mich!”.
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