Brüssel - EU-Grundrechteagentur: Homosexuelle werden oft diskriminiert

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EU-Grundrechteagentur: Homosexuelle werden oft diskriminiert

Von: kna
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Brüssel. Die EU-Grundrechteagentur kritisiert eine weit verbreitete Diskriminierung von Homosexuellen in der EU. Diese Benachteiligung erfasse alle Lebensbereiche und reiche von Belästigungen an Schulen bis zu Diskriminierung im Gesundheitswesen oder Berufsleben, heißt es in einem am Dienstag in Brüssel vorgestellten Bericht.

Grundrechteagentur-Direktor Morten Kjaerum rief dazu auf, das geplante EU-Gesetz zur Ausweitung der Antidiskriminierungs-Regeln zu verabschieden.

Kjaerum sagte, es sei ein alarmierendes Signal, dass es in der EU noch immer körperliche oder sogar tödliche Angriffe auf Homosexuelle gebe.

Er beklagte, dass Schwulen- und Lesbenparaden in einigen EU-Staaten verboten oder behindert worden seien. Hassreden und Verhetzung durch Politiker und religiöse Führer seien besonders bedenklich.

Sie beeinflussten die öffentliche Meinung negativ und leisteten damit der Intoleranz Vorschub.

In dem Bericht werden besonders die katholische und die orthodoxe Kirche kritisiert. Jüdische und muslimische Verantwortliche und Institutionen spielten dagegen keine bedeutende Rolle in dieser Frage.

Zu den von der Grundrechteagentur gesammelten Fällen von Diskriminierungen gehört unter anderem die Kündigung eines Homosexuellen in einer katholischen Einrichtung in Deutschland, die Entlassung eines lutherischen Pastors in Lettland wegen seiner Homosexualität und der Ausschluss von Studenten mit homosexuellem Lebensstil an einer ungarischen theologischen Fakultät.

Die Grundrechteagentur nennt in ihrem Bericht mehrere Vorschläge für Maßnahmen, die die EU-Staaten ergreifen sollten. Dazu gehört unter anderem eine bessere Meldepflicht für Straftaten mit homophobem Hintergrund.

Die Strafverfolgungsbehörden sollten dazu gebracht werden, bei diesen Delikten dieselben hohen Standards anzulegen wie bei anderen Straftaten.

Weiter fordert die Grundrechteagentur, die Mitgliedstaaten sollten Organisationen von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen bei der Durchführung von Veranstaltungen unterstützen.

Dazu könne etwa die Teilnahme von Personen des öffentlichen Lebens an diesen Veranstaltungen beitragen. An die Sozialpartner appelliert die Grundrechteagentur, Homosexuelle in ihren Organisationen zu fördern. Schulbehörden sollten Anti-Mobbing-Strategien einführen.
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