Aachen - Energieknappheit im Netz: Warum der Wecker plötzlich nachgeht

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Energieknappheit im Netz: Warum der Wecker plötzlich nachgeht

Von: hjd
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Uhren
Aus der Zeit gefallen: Der schnelle Blick auf die Uhr der Mikrowelle ist derzeit leider oftmals nicht verlässlich. Foto: Franziska Gabbert/dpa

Aachen. Viele Radiowecker oder Uhren in Mikrowellenherden haben derzeit Probleme, die exakte Zeit anzuzeigen: Sie gehen nach, und das sogar um bis zu sechs Minuten. Die Geräte sind allerdings nicht defekt. Der Grund für dieses Phänomen ist komplizierter.

Diese Uhren verfügen nicht über einen eigenen Taktgeber, sondern beziehen ihre Impulse, wann eine Sekunde um ist, aus dem Stromnetz. Die Frequenz des Wechselstroms gibt dabei den Takt für die Zeitanzeige vor. Normalerweise liegt diese Frequenz bei 50 Hertz. Das bedeutet: Es gibt 50 Schwingungen pro Sekunde.

Kleine Schwankungen nach oben oder unten sind normal und werden durch entsprechende Korrekturen der Netzgesellschaften durch eine höhere bzw. niedrigere Einspeisung meist rasch wieder ausgeglichen, so dass die Frequenz normalerweise nur um ein paar hundertstel Hertz differiert, was den Uhren aber als Taktgeber ausreicht. Liegt die Frequenz allerdings über längere Zeit kräftig über oder unter 50 Hertz, zeigen die Uhren in Geräten, die mit Strom betrieben werden, eine „falsche“ Zeit an.

Seit Wochen Energieknappheit

Tatsächlich gibt es seit Wochen eine Energieknappheit im Netz und dadurch dauerhaft eine deutliche Spannungsabweichung nach unten. Das hat nicht in erster Linie mit den Minusgraden der vergangenen Tage und Wochen einem daraus resultierden erhöhten Energieverbrauch zu tun, sondern mit der Tatsache, dass ein Lieferant zu wenig Energie in das europäische Verbundnetz einspeist. Das hat der Verbund der europäischen Stromnetzbetreiber ENTSO-E gegenüber dem Technologiemagazin „Heise Online“ bestätigt. Den Namen des Lieferanten wollte der Verband allerdings nicht nennen. Man arbeite aber mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen.

Also: Es gibt keinen Grund, die „defekten“ Uhren zu entsorgen. Wer die Zeit allerdings bereits nachjustiert hat, der sollte genau hinschauen. Ist das Problem gelöst, ist es durchaus möglich, dass die Uhren plötzlich um bis zu sechs Minuten vorausgehen.

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