New York - Ein schweres Erbe - Geraldine Chaplin 65

Ein schweres Erbe - Geraldine Chaplin 65

Von: Gisela Ostwald, dpa
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New York. „Andere Leute erben Reichtum oder einen Titel. Ich habe einen Nachnamen geerbt”, hat sich Geraldine Chaplin oft beklagt. Leicht hat die Hinterlassenschaft es der Schauspielerin nicht gemacht.

„Wenn du Chaplin heißt, knüpft jeder gewaltige Erwartungen an dich”, sagt die Tochter des legendären Stummfilmstars und Regisseurs Charlie Chaplin. Erfülle man die Erwartungen, gehe der Verdienst automatisch auf das Familienkonto. „Bist Du aber nicht gut, ist das Publikum enttäuscht (...) und wandelt seinen Respekt in Verachtung.” So blieb sie die einzige von Chaplins vielen Kindern, der es gelang, aus dem väterlichen Schatten hervorzutreten und mit eigenen Kräften eine Filmkarriere aufzubauen. An diesem Freitag (31. Juli) wird Geraldine 65.

Ihre Mutter, Oona ONeill, war bereits die vierte Ehefrau von Chaplin, ihr Großvater der amerikanische Dramatiker Eugene ONeill. Die kleine Geraldine kam im kalifornischen Santa Monica zur Welt, lebte die ersten Jahre in Beverly Hills und wurde dann zur Schule in ein Schweizer Internat geschickt. Sie entschied sich früh für eine Laufbahn als Balletttänzerin und wurde auch an der Londoner Royal Ballet School ausgebildet. Doch ihr fehlte, wie sie sagt, das Talent für eine große Tänzerin. So nahm sie dann 1964 einen Part in dem französischen Film „Par un beau matin dété” an und schaffte ein Jahr später mit der Hauptrolle als Tonya, der Ehefrau von „Doktor Schiwago” (Omar Sharif), den internationalen Durchbruch.

Inzwischen hat Geraldine Chaplin fast 100 Filme gedreht. Demnächst kommt sie mit einem Remake des Horror-Klassikers „The Wolfman” neben Kollegen wie Benicio Del Toro, Anthony Hopkins und Emily Blunt in die Kinos. 2008 erntete sie mit der spanisch-mexikanischen Koproduktion „Das Waisenhaus” Lorbeeren. Darin spielt sie eine Frau, die in das Waisenhaus zurückkehrt, in dem sie aufgewachsen war, um ein Heim für behinderte Kinder daraus zu machen.

2002 begeisterte Geraldine Chaplin in dem Melodrama „Sprich mit ihr” von Regisseur Pedro Almodóvar. Sie selbst war von dem Film so angetan, dass sie ihn sich neun Mal ansah. Davor trat sie in Daniel Schmids Satire „Beresina oder die letzten Tage der Schweiz” (199) auf. Großes Lob brachte ihr die Hauptrolle in der TV-Produktion „Mutter Teresa: Im Namen der Armen Gottes” (1997) ein. In Richard Attenboroughs Filmbiographie „Charlie” (1993) über ihren Vater schlüpfte Geraldine in die Rolle der Großmutter Hannah Chaplin.

Kaum einer der großen Filmregisseure ließ es sich nehmen, die Tochter von Charlie Chaplin vor seine Kamera zu holen. Geraldine legte sich für Robert Altman („Nashville”) und seinen Schüler Alan Rudolph ins Zeug, für Martin Scorsese, Alain Resnais, Jacques Rivette und Franco Zeffirelli. In den 1960er und 1970er Jahren drehte sie etliche Filme mit dem Spanier Carlos Saura, von dem sie auch ihren Sohn Shane (35) hat. Ihre Tochter Dona wurde zwölf Jahre später geboren. Sie stammt aus der Beziehung mit dem chilenischen Fotografen Patricio Castilla.

Wenn Geraldine Chaplin einmal nicht dreht, genießt sie die Schweiz oder ihr Strandhaus in Florida. Zu ihrem 60. Geburtstag hatte sie im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen einen großen Empfang gegeben. Wo die Geburtstagsfete zum 65. steigt, hat sie bisher nicht preisgegeben.
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