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Ab sofort sucht das LKA das „Phantom”

Von: Tanja Wolter, ddp
Letzte Aktualisierung:

Stuttgart. Rund 22 Monate nach dem Heilbronner Polizistenmord übernimmt das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg federführend die Ermittlungen. Landespolizeipräsident Erwin Hetger begründete den Schritt am Mittwoch in Stuttgart damit, dass das LKA eine solche Dauerbelastung personell besser bewältigen könne.

Die Umstrukturierung der Soko „Parkplatz” finde im Einvernehmen mit der Heilbronner Polizeidirektion und der Staatsanwaltschaft statt, betonten alle Beteiligten. Auf der Suche nach der mutmaßlichen Polizistenmörderin - auch „Phantom” genannt - gibt es derweil nach wie vor keine heiße Spur.

Hetger zufolge hat die Suche nach der bislang nicht identifizierten Frau die Polizeidirektion Heilbronn an die Grenze ihrer Belastbarkeit geführt. Mit jeder neuen Spur und jedem neuen Hinweis habe diese Belastung zugenommen. Inzwischen seien rund 3600 Hinweise eingegangen und mehr als 16.000 Überstunden angefallen. Der Polizeipräsident betonte: „Irgendwann ist das Fass übergelaufen.” Der nahende zweite Jahrestag der Bluttat sei nicht der Grund für die Änderungen in der Ermittlungsarbeit.

Bei dem Polizistenmord in Heilbronn war am 25. April 2007 eine 22-jährige Beamtin beim Streifendienst mit einem Kopfschuss getötet worden. Ihr 25-jähriger Kollege wurde lebensgefährlich verletzt und kann sich an das Geschehen nicht erinnern. Am Tatort war die DNA einer unbekannten Frau gesichert worden. Alles in allem wurde die DNA an inzwischen rund 40 Tatorten im In- und Ausland entdeckt, auch im Zusammenhang mit weiteren Mordverbrechen.

Der Leiter der Polizeidirektion Heilbronn, Roland Eisele, sagte, er selbst habe den Denkanstoß für die Übernahme der Ermittlungen durch das LKA gegeben. Anlass für den Umdenkprozess sei ein aktuelles Ermittlungsverfahren im Fall einer Brandleiche, das die Arbeitsbelastung in Heilbronn nochmals erhöht habe.

Dabei geht es um die Leiche eines 18-Jährigen, die am 25. Januar neben einem ausgebrannten Auto auf einem Parkplatz in Neuenstadt am Kocher gefunden wurde. Die Polizei schließt ein Kapitalverbrechen nicht aus. Zum Heilbronner Polizistenmord gebe es aber keinerlei Verbindungen.

Im LKA sollen nun alle bislang auf verschiedene Dienststellen verteilten Ermittlungsbereiche zum Polizistenmord unter einem Dach zusammengeführt werden. Der bisherige Soko-Leiter Frank Huber aus Heilbronn soll auch beim LKA in Stuttgart die Ermittlungen leiten. Hetger zufolge werden acht weitere Polizeibeamte aus Heilbronn vorübergehend ins LKA versetzt.

Das LKA selbst stellt rund 20 Beamte zur Verfügung. „Wir lassen nicht nach”, betonte der Polizeipräsident. In Heilbronn waren rund 30 Polizisten in die Soko eingebunden.

LKA-Präsident Klaus Hiller erläuterte, die LKA-Beamten hätten „ausgeprägte Erfahrungen” im Bereich sogenannter Strukturermittlungen, etwa in der organisierten Kriminalität.

Im Fall der gesuchten Serientäterin gebe es sowohl Bezüge zu anderen Bundesländern als auch zum Ausland. „Über Jahre hinweg haben wir eine fast 100-prozentige Aufklärungsquote”, fügte Hiller hinzu.
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