410 Hinweise im Mordfall Kardelen

410 Hinweise im Mordfall Kardelen

Von: Martin Teigeler, ddp
Letzte Aktualisierung:

<b>Paderborn. </B>Im Fall der getöteten achtjährigen Kardelen hat die Polizei in Paderborn bislang 410 Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Die 50-köpfige Mordkommission habe aber weiterhin noch „keine heiße Spur”.

Das teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Sonntag mit.

Der Sarg mit dem Kind war am Freitag in die Türkei überführt worden. Am Sonntag sollte dort die Beisetzung stattfinden, sagte ein Sprecher der Türkisch-Islamischen Gemeinde (DITIB) in Paderborn.

Rund 8000 Menschen hatten am Freitagabend in Paderborn an einem Trauerzug für die ermordete Kardelen teilgenommen. Das achtjährige Mädchen war seit Montag vermisst und am Donnerstag tot am Möhnesee im Sauerland gefunden worden. Laut Staatsanwaltschaft wurde das Kind missbraucht und erstickt.

Kardelen hatte am Montagmittag die Wohnung ihrer Eltern in Paderborn verlassen, um mit einer Freundin zu spielen. Etwa eine halbe Stunde später war sie zum letzten Mal gesehen worden.

In die Ermittlungen nach dem Mörder sind laut Polizei auch Fallanalytiker des Landeskriminalamts (LKA) eingebunden, um mögliche „Parallelen zu anderen Fällen” zu untersuchen. Zahlreiche Details könnten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht werden, hieß es.

Mittlerweile konnte laut Polizei und Staatsanwaltschaft aufgrund mehrerer sicherer Zeugenaussagen belegt werden, dass die Kleidung des Mädchens schon am frühen Dienstagmorgen im Bereich der Staumauer des Sees gesehen wurde. Damit kann den Behörden zufolge mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass die Beobachtungen eines Zeugen mit dem Fall in Verbindung stehen. Dieser Zeuge hatte angegeben, dass er ein Kind in Begleitung eines Mannes auf der Staumauer gesehen habe.

Mit Experten wird das mögliche Tatgeschehen den Angaben zufolge vor Ort rekonstruiert. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, weiter sachdienliche Hinweise an die Mordkommission zu geben.

Der Bürgermeister der Stadt Paderborn, Heinz Paus (CDU), hatte am Freitagabend auf dem Rathausplatz vor den Trauernden von einem „Tod, der uns alle ratlos und fassungslos macht”, gesprochen. „Unsere Gedanken sind bei der Familie und den Eltern”, sagte Paus. Die Stadt wolle ihnen ihre Anteilnahme, Trauer und tiefes Mitgefühl übermitteln. Man werde helfen, ihre schwere Not mitzutragen.

Zuvor hatten Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche zusammen mit einem Imam der Türkisch-Islamischen Gemeinschaft Paderborn ein Gebet gesprochen. Vor einem Foto des Mädchens waren zahlreiche Kerzen aufgestellt worden. Viele Menschen trugen sich in ein Kondolenzbuch ein.

Schon am Freitagvormittag hatten Familie und Freunde in einer bewegenden Trauerfeier nach islamischem Ritus von der Grundschülerin Abschied genommen.

(Quellen: Polizei und Staatsanwaltschaft in Mitteilung; Paus in Paderborn; DITIB-Sprecher auf ddp-Anfrage)
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