Mönchengladbachs Trainer Hecking vor Heimspiel in Wolfsburg

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Von Wolfsburg die Punkte, von Eberl die Kekse

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. Die Protagonisten des überraschenden Erfolgs gegen Bayern München sind hinlänglich bekannt und gewürdigt worden – obwohl alle 14 Mönchengladbacher Spieler für den 2:1-Sieg verantwortlich waren. Mannschaftssport at his best eben. Etwas zu kurz bei der Würdigung des Borussen-Kollektivs kam Dieter Hecking.

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Darauf einen Keks: Trainer Dieter Hecking (l.) und Sportdirektor Max Eberl harmonieren prächtig bei der erfolgreichen Entwicklungsarbeit von Borussia Mönchengladbach. Foto: imago/Jan Hübner

Der Trainer der Gladbacher hatte bereits beim „Vorspiel“, eine Woche zuvor bei Hertha BSC, mit einem mutigen Eingriff den 4:2-Auswärtssieg befördert. Mit der Einwechslung des Flügelflitzers Patrick Herrmann setzte der 53-Jährige in einer Phase, als die Berliner aufkamen und viele Fußballlehrer konservativ – die gefährdete Führung bewahrend – gedacht und gehandelt hätten, einen offensiven Kontrapunkt. Herrmanns brillante Vorlage zum 4:2 durch Raffael war die Belohnung für diesen Mut.

Ohne Herrmann und Kramer

Im Heimspiel gegen die Bayern erwies sich Hecking als Wiederholungstäter dieser Vorwärtsgerichtetheit – diesmal sogar von Anfang an. Patrick Herrmann durfte von Beginn an ran – und sogar durchspielen, obwohl Kandidaten mit mehr defensiven Qualitäten verfügbar waren. Zwei gewinnbringende Personalien – und der Beweis, dass man nicht unter 40 Jahren sein, Lehrgangsbester auf der Trainerakademie in Köln gewesen sein und allwöchentlich demonstrativ mit Vierer- und Fünfer- bzw. Dreierkette jonglieren muss, um einen guten Job zu machen.

So kommt der uneitle Mann aus Castrop-Rauxel auch nicht in Gefahr, am Sonntagabend (18.00) bei seinem ehemaligen Verein VfL Wolfsburg alle möglichen bis unnötigen Register ziehen zu müssen, um den VW-Klub schmerzhaft spüren zu lassen, dass seine frühe Entlassung in der vergangenen Saison ein Fehler gewesen ist. „Das Spiel ist nichts Besonderes für mich“, gewährt Hecking einen Blick in sein Innenleben. „Das war es nur beim ersten Mal.“ Seinen preußisch-bayrischen Kunstgriff kann er in Niedersachsen nicht wiederholen. Patrick Hermann zog sich im Training einen Muskelfaserriss im Gesäß zu. Einer, der mehr für die Beruhigung und Ordnung des Spiels zuständig ist, steht Hecking ebenfalls nicht zur Verfügung. Nach seiner insgesamt vierten Kopfverletzung gewährt der Trainer Christoph Kramer eine Verlängerung der Ruhepause. „Wir haben eine Fürsorgepflicht gegenüber Christoph Kramer. Die Ärzte haben geraten, dass er in dieser Woche aufgrund seiner Schädelprellung noch kürzer tritt.“

Immerhin haben sich dafür Tony Jantschke nach überstandener Schädelprellung und der von einem grippalen Infekt genesene Jannik Vestergaard zurückgemeldet. Damit liegt nahe, dass Vestergaard und Nico Elvedi erneut das Innenverteidigerpärchen stellen, Jantschke oder Fabian Johnson rechts verteidigt und Matthias Ginter vor der Abwehr neben Denis Zakaria spielen wird. „Es kann auch ganz anders kommen“, schmunzelt Hecking. Der Westfale hat sich in Mönchengladbach seinen Stellenwert erarbeitet. Und so nimmt er es sich durchaus heraus, vermeintliche Vorurteile den Wolfsburgern gegenüber zu konterkarieren. Er habe sich dort sehr wohl gefühlt und „Wärme und einen guten Nährboden“ gespürt. Vermissen würde er aber nur seinen „Saunafreund, den Zeugwart Heribert Rüttger“. Und da Hecking weiß, dass Max Eberl die Hitzegänge nicht mag, tauft der Coach seinen Sportdirektor „Keksfreund“. Und der ist sicher, dass er sich in seinem Büro zum richtigen Zeitpunkt mit Hecking zur vorzeitigen Vertragsverlängerung zusammensetzen wird, da dieser „einen sehr, sehr guten Job macht“. Ein Keks wird diesen Kontrakt dann wohl „mündlich“ besiegeln.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Johnson, Elvedi, Vestergaard, Wendt - Hazard, Ginter, Zakaria, Grifo - Raffael, Stindl

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