Alemannia Aachen: Fuat Kilic bekommt Innenraumverbot

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Spruchkammer entscheidet: Innenraumverbot für Fuat Kilic

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:

Duisburg. Am Ende bedankte sich Fuat Kilic beim Vorsitzenden Hubert Jung mit einem Handschlag. Reden wollte Alemannias Trainer Mittwochabend nicht mehr. Er wollte das Urteil erst einmal sacken lassen. Das Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes verurteilte ihn nicht nur zu einer Geldstrafe von 1600 Euro. Kilic darf seine Mannschaft bei den nächsten zwei Spielen nicht betreuen, er bekam ein Innenraumverbot.

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Muss vier Spiele aussetzen: Alemannia-Trainer Fuat Kilic. Foto: Martin Ratajczak

Zwei weitere Spiele sind zur Bewährung ausgesetzt, so dass der 44-Jährige vorerst nur die beiden Partien gegen Verl und Rödinghausen verpasst. Das Urteil wurde am Mittwochabend schon rechtskräftig. „Auch aus Vereinssicht ist das Thema damit erledigt“, teilte Insolvenzverwalter Christoph Niering mit.

Die Nachspielzeit der Partie gegen Wattenscheid 09 hatte ein juristisches Nachspiel. Das Spiel am 4. November endete chaotisch, Trainer Kilic landete erstmals auf der Anklagebank. Auslöser für erhebliche Tumulte am Spielfeldrand war eine Kollision im Wattenscheider Strafraum, die aus Aachener Sicht zwingend mit einem Elfmeter hätte geahndet werden müssen. An der Seitenlinie kam es daraufhin zu erregten Situationen. Aussagestarke Videobilder gibt es nicht, so musste sich die Kammer anhand der Schilderungen selbst ein Bild machen. Und die waren in entscheidenden Punkten konträr.

Aachens Trainer Fuat Kilic räumte durchaus ein unsportliches Verhalten, aber keine Tätlichkeit ein. Den Assistenten Philipp Hüwe habe er an der Hüfte gepackt. „Ich wollte wissen, warum kein Pfiff erfolgte.“ Der herbeigerufene Schiedsrichter Jonas Seeland schickte Kilic auf die Tribüne, als der Kollege ihn dagegen von einem Schlag unterrichtete. „Ich habe die Welt nicht mehr verstanden“, sagte Kilic. „Es gab keinen Grund für den Verweis, es gab weder eine Drohung noch eine Beleidigung.“

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Unstrittig war, dass sich Kilic an diesem Nachmittag nur mühsam beruhigte, sich wieder von den herbeigeeilten Betreuern löste und bald darauf wieder Stirn an Stirn vor Hüwe stand. „Ich hätte den Verweis akzeptieren und die Situation anders lösen müssen.“

Noch im Gerichtssaal entschuldigte sich Kilic bei dem 28-Jährigen. „Ich tue mich schwer, diese Entschuldigung zu akzeptieren“, sagte Hüwe reserviert. Er blieb bei seiner Darstellung, dass er mit der „flachen Hand auf die linke Schulter“ geschlagen und zudem in den Bauch gekniffen wurde.

In seinem Plädoyer bezeichnete Alemannia-Anwalt Horst Kletke den Zeugen als „nicht so sattelfest“. Eine Tätlichkeit machten die Sportrichter nicht aus. Am Ende war Fuat Kilic reumütig. „Ich habe nicht richtig reagiert, das wird nie mehr vorkommen“, sagte Alemannias Trainer.

Die Schiedsrichter waren beim Verlassen des Spielfelds am Ende der Partie von Gegenständen getroffen worden. Alemannia, einschlägig vorbestraft, muss wegen der Verfehlungen der Fans erneut 3500 Euro zahlen.

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