Aachen - Simon Pesch und die Suche nach Normalität

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zur Webansicht Sa. 16.12.2017

Simon Pesch und die Suche nach Normalität

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Natürlich könnte Simon Pesch jetzt mal ein paar Dinge nach seinen Vorstellungen ändern. Er könnte eine ganz andere Aufstellung wählen, Auswahl gibt es reichlich, nur Marcel Damaschek fehlt am Samstag in der Regionalliga-Partie gegen den SV Verl verletzt. Der 28-Jährige ist Alemannia Aachens Interimschef in den beiden Spielen, in denen der eigentliche Chef Fuat Kilic seine Mannschaft nicht betreuten darf.

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Der „Co“ wird zum Chef: Simon Pesch. Foto: J. Gras

Pesch könnte die Gunst der Stunde nutzen und mit einer verwegenen Taktik auf sich aufmerksam machen. Es wird natürlich nicht so kommen, auch nach der Sperre für Kilic soll möglichst viel Alltag am Tivoli herrschen. Dazu gehört auch in weniger turbulenten Zeiten, dass sich die Trainer vor jeder Partie intensiv austauschen. Kilic hat das letzte Wort. Das Duo wird die stabile Mannschaft der letzten Wochen nur punktuell verändern. David Pütz kehrt zurück und nimmt gegen den Tabellennachbarn wieder den Platz von Kai Bösing ein. Verl läuft mit den alten Tivoli-Bekannten Bastian Müller und Viktor Maier auf. Die Mannschaft ist Serientäter. Seit elf Spielen ist das Team unbesiegt.

Es wird wie immer sein: Vor dem Spiel sitzen die Trainer wie gewohnt gemeinsam in ihrer Kabine auf der ersten Etage. Sie hecken noch ein paar taktische Varianten aus. Dann trennen sich die Wege. Das ist der Unterschied für die nächsten Spieltage. Der gesperrte Cheftrainer wird nach oben in eine Loge gehen, der Interimschef nach unten in die Kabine und eine Motivationsrede halten. Dann wird Pesch hinaus zur Trainerbank gehen, auch seine Position ändert sich. Er wird stehenbleiben, um einen besseren Überblick zu behalten. Pesch wird aber wie gewohnt den Trainingsanzug mit dem Hinweis „CO“ tragen.

Gegenseitiges Vertrauen

Als die Sperre in dieser Woche für Fuat Kilic verhängt wurde, hatte der Fußballlehrer zwei Erkenntnisse. „Ich bin ja vom Sternzeichen Stier, und dem Stier hat man die Hörner gestutzt“, sagt er. Er hat den Warnhinweis der Sportrichter verstanden. Die andere Erkenntnis war: Natürlich wird Pesch die Aufgabe übernehmen. Der Verband hat das ausnahmsweise zugelassen, denn eigentlich setzt das Coaching in der Regionalliga einen A-Schein voraus, den Pesch erst ab Herbst angeht. „Ich habe großes Vertrauen in Simon“, sagt Kilic. Im Sommer, als Alemannias Trainerstab wieder mal erneuert werden musste, entschied er sich aufgrund mehrerer Empfehlungen für Pesch.

Die Männer kannten sich nur flüchtig, auch Pesch arbeitete eine Zeit lang in der Kölner Fußballschule, für die Kilic unterwegs war. „Ich wollte einen Trainer haben, der sich modernen Trainingsinhalten beschäftigt, auch um selbst weiterlernen zu können.“ Es war ein zunächst ein Jahr Experiment, ein Chemietest. „Wir mussten erst einmal herausfinden, ob wir zusammen passen.“ Wenn man die Männer inzwischen übereinander reden hört, gibt es wenig Anlass, dass die Trainerehe im Sommer auseinandergehen könnte.

Mögliche Aufstellung: Nettekoven - Winter, Heinze, Fiedler, Mohr – Pluntke – Fejzullahu, Pütz, Kühnel, Azaouaghi – Torunarigha

Schiedsrichter: Selim Erk (Herne)

Bilanz: 7 Spiele/6 Remis/6 Niederlagen/29:29 Tore

Internet: Live-Ticker und ab ca 18.30 Spielbericht unter az-web.de/an-online.de

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