Aachen - Odonkors Idee für Alemannias Zukunft

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zur Webansicht Mi. 15.08.2018

Odonkors Idee für Alemannias Zukunft

Von: Kevin Teichmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die deutsche Nationalhymne ertönt. David Odonkor blickt konzentriert und andächtig nach links und nach rechts. Neben ihm auf dem satten Grün? Christoph Metzelder, Torsten Frings, Jens Nowotny oder auch Oliver Neuville. Später an diesem Tag schlägt Odonkor eine mustergültige Flanke von der rechten Seite in den Strafraum; Neuville läuft ein und versenkt zum 1:0.

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Hat Träume für eine bessere Zukunft der Alemannia: David Odonkor bei seinem Abschiedsspiel. Foto: Andreas Steindl

Was nach dem Startschuss zum „Sommermärchen“ 2006 im Fußball-Weltmeisterschaftsspiel der DFB-Elf gegen Polen klingt, ereignete sich – in zeitlich leicht veränderter Form – am Samstagnachmittag auf dem Aachener Tivoli. Diesmal fiel der Treffer nach exakt 37 Sekunden und nicht erst in der Nachspielzeit. „Es hat sich ein wenig angefühlt wie damals in Dortmund“, gibt David „Odo“ Odonkor später wieder. Doch hier stand „Odos Nationalteam“ im Abschiedsspiel des deutschen WM-Helden, seinem letzten „Sommermärchen“, der Mannschaft „Bundesliga & Friends“ gegenüber.

Dem 1:0 folgten 21 weitere Treffer – dabei netzte Odonkor selbst vier Mal ein –, bis das Spiel beim Stand von 11:11 von Odonkors Frau Suzan abgepfiffen wurde. Unter Tränen bedankte sich David Odonkor bei rund 12.000 Fans. Der Ex-Alemanne – in der Zweitliga-Abstiegssaison 2011/2012 lief er für Aachen 23 Mal auf, erzielte zwei Tore und gab zwei Vorlagen – hatte sich bewusst dafür entschieden, den letzten Auftritt auf der großen Fußball-Bühne in Aachen zu gestalten. „Der Verein ist mir ans Herz gewachsen, weil er für mich in einer schwierigen Zeit da war“, erklärt Odonkor sein besonderes Interesse an der Alemannia.

Odonkor hielt noch auf dem Rasen einen flammenden Appell für den heutigen Fußball-Regionalligisten: „Natürlich ist hier vieles falsch gelaufen, dennoch sollte man nicht immer auf die beiden Insolvenzen zurückblicken und draufhauen. Es ist wichtig, aus dieser sch… Regionalliga herauszukommen, dann kann man sich wieder hochkämpfen. Der Trainer (Fuat Kilic; Anm. d. Red.) macht aus Nichts Gold, muss aber Jahr für Jahr einen Neuanfang nach dem anderen starten.“

Allianz der Ex-Profis

Doch Odonkor möchte nicht nur reden, träumt viel mehr konkret von einer Allianz der Ex-Profis: „Willi Landgraf, Torsten Frings oder Benny Auer – das sind nur einige Ehemalige, die heute auch in diesem erstligatauglichen Stadion aufgelaufen sind. Wenn man ein Konzept gemeinsam mit dem Klub entwickeln würde, könnten wir gemeinsam etwas bewegen. Dann ist nicht nur die 3. Liga, sondern auch die 2. Bundesliga realistisch, vielleicht sogar die Bundesliga möglich.“

Einen ersten Schritt vollzog Odonkor mit dem Schlusspunkt seiner Spielerkarriere. Eine vorab festgesetzte Summe erhielt Alemannia Aachen für die Austragung von Odonkors persönlichem Endspiel. Über die Höhe der Summe wurden jedoch keine Angaben gemacht.

Odos Nationalteam: Tim Wiese, Lutz Pfannenstiel - Christoph Metzelder, Jens Nowotny, Kevin Großkreutz, Patrick Owomoyela, Roberto Hilbert - Mario Basler, Simon Rolfes, Torsten Frings, Oliver Pocher, Elton, Matze Knop, René Grotenklas - Gerald Asamoah, Mike Hanke, Oliver Neuville, Kevin Kurányi, Patrick Helmes, David Odonkor

Bundesliga & Friends: Andreas Luthe, Claus Reitmaier - Timo Achenbach, Dédé, Philipp Degen, Arne Feick, Willi Landgraf, Hans Sarpei - Francis Bugri, Florian Kringe, Marc Schnatterer, Miroslav „Miki“ Stevic, Otto Addo, Salvatore Gambino, Maximilian Oesterhelweg, Michél Mazingu-Dinzey, Ansgar Brinkmann, Mehmet Aurélio, Sunday Oliseh, Thorsten Legat, Giovanni Zarrella, Paul Janke, Holger Struck, Roberto Barka - Jan Koller, René Lewejohann, Benjamin Auer, Ivan Klasnic, Aílton