Aachen - „Kein Leckerbissen“: Alemannia besiegt Verl 2:0

Anzeige
zur Webansicht Sa. 16.12.2017

„Kein Leckerbissen“: Alemannia besiegt Verl 2:0

Von: Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die letzten Worte, die Fuat Kilic seinem Assistenztrainer vor dem Duell gegen den SC Verl mit auf den Weg geben sollte, kamen einer Drohung gleich. „Wehe, du gewinnst das Spiel nicht“, sagte Alemannias gesperrter Cheftrainer scherzhaft zu Simon Pesch.

Image
Die Alemannia hat ihr Heimspiel gegen den SC Verl mit 2:0 gewonnen. Foto: Birkenstock

Kilic nahm seinen reservierten Platz in einer Loge ein, Interimschef Pesch hielt seine Motivationsrede in der Kabine. Und die verfehlte ihre Wirkung nicht: Die Aachener erkämpften sich in einem über weite Strecken zähen Spiel einen 2:0-Erfolg.

Um die Serie der seit elf Spielen ungeschlagenen Mannschaft von Guerino Capretti zu beenden, hatte sich das Duo Kilic/Pesch für ein 3-4-3-System entschieden. In diesem System kam auch der wiedergenesene David Pütz zum Einsatz, der den Platz von Kai Bösing in der Aachener Startelf übernahm.

Pesch sah bei seinem Debüt an der Seitenlinie eine schleppende Anfangsphase. Beide Teams leisteten sich zahlreiche Fehlpässe im Aufbauspiel und ließen Konzentration und Zielstrebigkeit komplett vermissen. Alemannias Keeper Patrick Nettekoven und sein Gegenüber Robin Brüseke benötigten die Torwarthandschuhe nur, um sich vor der klirrenden Kälte zu schützen; erfolgreiche Torabschlüsse gab es in der ersten Viertelstunde nicht. „Das war kein Leckerbissen“, wusste auch Pesch.

Lange, weite Bälle aus der Abwehr sollten das Erfolgsrezept an diesem Samstagnachmittag sein. In der 17. Minute ging die Taktik auf, als Winter mit einem langen Flankenball Azaouaghi suchte und Torunarigha fand, dem der Ball überraschend vor die Füße fiel. Der bullige Angreifer reagierte gedankenschnell und schob das Spielgerät an Brüseke vorbei ins Gäste-Tor.

Das Spiel blieb auch nach dem Führungstreffer zerfahren. Özkara forderte einen Strafstoß, nachdem der Angreifer an der Strafraumgrenze von Pluntke und Heinze in die Zange genommen wurde. Die Pfeife des Unparteiischen Selim Erk blieb aber stumm (22.). Dass die beste Gelegenheit zum Ausgleich ein Zufallsprodukt war, überraschte nach Lage der Dinge nicht: Nach mehreren geblockten Schussversuchen landete der Ball vor den Füßen von Julian Stöckner, der mit einem Schlenzer aus 18 Metern Nettekoven zu einem starken Reflex zwang (39.).

Kurz vor dem Gang in die Kabine stand Simon Pesch im Mittelpunkt, seine Reaktion nach einem Zweikampf auf Höhe der Mittellinie sorgte für eine Rudelbildung (44.). „Ich habe versucht, den Verler Kapitän in den Arm zu nehmen und ihn zu beruhigen. Das haben seine Mitspieler wohl falsch verstanden“, lautete der Erklärungsansatz des Interimstrainers. „Es tut mir sehr leid, wenn meine Aktion falsch aufgenommen wurde.“

Die Intensität im zweiten Durchgang nahm zu. Verl übernahm das Kommando, Sansar (52.) und Choroba (56.) fanden im stark parierenden Nettekoven ihren Meister. Die Aachener kamen nur noch selten zu Entlastungsangriffen, das Spiel wurde ruppiger: Erk verteilte jeweils fünf Gelbe Karten auf die Akteure der Heim- und Gastmannschaft.

Die Aachener schüttelten sich, Bösing verpasste nach einem schweren Patzer in der Verler Hintermannschaft die Vorentscheidung (70.). „Das Spiel hätte in dieser Phase zwei Richtungen einschlagen können“, beobachtete Pesch von der Seitenlinie. Die Richtung blieb jedoch die gleiche, da weder Liehrs Kopfball (73.), noch der direkte Konter der Alemannia in Überzahl eine Änderung des Spielstandes nach sich zogen. Die Aachener Defensive hielt dem Druck stand, „wir haben die Kontersituationen aber nicht gut ausgespielt“, monierte der eingewechselte Kai Bösing.

Der Ärger hielt sich in Grenzen, da Bösing nach einem schnell vorgetragenen Angriff in Überzahl für das 2:0 sorgte (87.). „Das war die Entscheidung“, freute sich Simon Pesch über seine „geglückte Premiere“. Für Fuat Kilic war es dagegen eine unschöne Premiere, „ich habe mehr Meter in der Loge gemacht, als ich unten am Spielfeldrand gemacht hätte.“ Dennoch freute sich der beschäftigungslose Übungsleiter über den Sieg und den Sprung auf Platz fünf. „Eine schöne Momentaufnahme.“

 Leserkommentare (3)

Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.