Alemannia: Trainer Fuat Kilic für zwei Spiele gesperrt – Co-Trainer Pesch übernimmt

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Erleichterung über mildes Urteil: Assistent Pesch übernimmt an der Linie

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Am Samstagnachmittag wird Fuat Kilic eine andere Perspektive bekommen. Alemannia Aachens Trainer wird die Regionalliga-Partie gegen den SC Verl handylos aus einer Loge verfolgen und beobachten, wie sein Co-Trainer Simon Pesch die Mannschaft anleitet. 30 Minuten vor und 30 Minuten nach dem Spiel gegen Verl darf Kilic den Innenraum nicht betreten, auch die Kabine bleibt für zwei Spiele eine Tabuzone.

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Trainer und Assistent: Alemannias gesperter Trainer Fuat Kilic (vorne) wird an zwei Spieltagen von Simon Pesch ersetzt. Foto: imago/Dünhölter

So hat das Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes am Mittwochabend entschieden. Ein Jahr bekommt Alemannias Trainer Bewährungszeit, wird er in dieser Phase erneut auffällig, wird er zwei weitere Spiele gesperrt, so steht es im bereits rechtskräftigen Urteil. Zudem trägt der 44-Jährige zwei Drittel der Verfahrenskosten und muss eine Geldstrafe über 1600 Euro entrichten. „Er ist mit einem blauen Auge davongekommen“, freut sich Martin Fröhlich. Alemannias Präsident sagt aber auch: „Die Visitenkarte des Vereins soll auf und neben dem Platz Fairplay sein.“

Kilic bedankte sich am Tag nach der Verhandlung für die „bemerkenswerte Rückendeckung“, die er in den „schwierigen Wochen“ vom Verein erhalten habe. Der Trainer hatte schon in der Verhandlung befürchtet, dass die Aktion ihm erheblich geschadet habe. „Bundesweit wurde ich teilweise als ein gewalttätiger Trainer dargestellt, der ich natürlich nicht bin.“ Das hat er nun quasi amtlich bestätigt.

Vor den Sportrichtern hatte die Aachener Delegation ein unsportliches Verhalten des Trainers eingeräumt, die schwerwiegenden Vorwürfe, dass Kilic den Schiedsrichter-Assistenten Philipp Hüwe „gekniffen“ und „leicht auf die Schulter geschlagen“ habe, aber entschieden zurückgewiesen. Der Polizeibeamte dagegen blieb „auf Ehre und Gewissen“ bei seiner Schilderung, die er auch im Zusatzbericht nach der Partie gegen Wattenscheid 09 zusammengefasst hatte.

Die Sportkammer verzichtete nach der Beweisaufnahme darauf, die Anklage um den gravierenden Vorwurf der Tätlichkeit zu erweitern. Nach einem längeren Rechtsgespräch zwischen Anwalt Horst Kletke und den Sportrichtern erfolgte bald darauf das Urteil, das selbst der Vorsitzende Hubert Jung als „sehr mild“ einstufte.

Als Zwischenlösung hat der bestrafte Klub Simon Pesch auserkoren. Der 28-Jährige darf mit einer Ausnahmegenehmigung seinen Chef zweimal vertreten. „Ich habe völliges Vertrauen in ihn“, sagt Kilic. Ohnehin werde man – wie auch an übrigen Spieltagen – die Aufstellung gemeinsam finden.

Kilic bekam am Donnerstag überliefert, dass einige Fanklubs am Spieltag sammeln wollen, um so seine Geldstrafe zu tragen. „Das ist einfach überwältigend, wie ich hier unterstützt werde“, sagt er. Er kündigt aber auch an, eine eventuelle Spende karitativ verwenden zu wollen.

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