Aachen - Die Alemannia wird nach Fan-Krawallen wohl erneut zur Kasse gebeten

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zur Webansicht So. 24.06.2018

Die Alemannia wird nach Fan-Krawallen wohl erneut zur Kasse gebeten

Von: Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Im „Klömpchensklub“ fand am Dienstagabend ein letztes gemeinsames Treffen statt, danach trennten sich die Wege von Trainer und Mannschaft. Einige Spieler sind bereits am Dienstag in den Flieger gestiegen, um eine turbulente Saison auf Mallorca Revue passieren lassen.

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Viele Ordner, ein Spieler: Kapitän Nils Winter (Mitte) versucht die Alemannia-“Fans“ nach der Roten Karte zu beruhigen. Foto: Jérôme Gras

Für Alemannias Coach und Kaderplaner geht die Spielzeit dagegen in die Verlängerung. Am Tivoli werden noch Gespräche geführt, die nicht unerheblich sind für das künftige Team. „Danach geht's auch für mich in den Urlaub, damit ich für die neue Saison wieder Energie habe“, sagt Fuat Kilic.

Die Spielzeit hat Kraft gekostet, das FVM-Pokalfinale gegen Viktoria Köln (0:2 nach Verlängerung) hat die Reserven angezapft. Es endete nicht mit der erhofften Überraschung, obwohl die nach Lage der Dinge keineswegs unverdient gewesen wäre. „Wir haben 110 Minuten richtig gut gefightet“, urteilte David Pütz.

Das Happy End blieb jedoch aus, da Nils Winter (99.) und Kai Bösing (100.) die Vorentscheidung verpassten und der für Kilic „beste Mann auf dem Platz“, Aachens junger Keeper Mark Depta, sich einmal düpieren ließ. „Es ist brutal ein Finale so zu verlieren. Die Jungs haben sehr gut umgesetzt, was wir besprochen haben“, lobte Alemannias Übungsleiter sein Team, das in dieser Konstellation nicht mehr zusammenfinden wird.

Tumultartige Szenen

Kapitän Nils Winter, Mergim Fejzullahu und Tobias Mohr waren im Finale nicht nur als Fußballer gefragt, sondern auch als Vermittler. Ein Zweikampf zwischen Maurice Pluntke und Timm Golley (113.) hatte nicht nur die Akteure auf dem Feld, sondern auch die Zuschauer in Rage gebracht. Nachdem Joy-Slayd Mickels nach einem Schubser die Rote Karte gesehen hatte, entlud sich der Frust einiger Alemannia-„Fans“.

Sie brachen das Tor zum Spielfeld auf und versuchten sich gewaltsam Zutritt zum Spielfeld zu verschaffen. Die Einsatzkräfte der Polizei und zahlreiche Ordner brauchten ein paar Minuten, um die Situation zu entschärfen. Zuvor waren im Aachener Block bereits Feuerwerkskörper gezündet worden.

„Es ärgert mich maßlos, dass durch solche Aktionen der Verein in ein schlechtes Licht gerückt wird“, sagt Martin vom Hofe. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass er in den nächsten Tagen Post vom Verband erhalten und die Alemannia erneut zur Kasse gebeten wird. Auch der Imageschaden sei nicht unerheblich. „Potenzielle Sponsoren werden abgeschreckt.“

Auch Kilic verurteilt die Vorfälle: „Ich habe das Gefühl, dass manche die Bühne bei Live-Spielen nutzen wollen, um auf sich aufmerksam zu machen. Das schadet uns ungemein.“ Schon beim Spiel in Essen hatten ein paar „Chaoten“ Bengalos im Fanblock gezündet.

Auf Facebook gab es für die Störenfriede auch Gegenwind vieler Fansklubs, die sich von einem solchen Verhalten klar distanzierten und die Aktionen verurteilten.

Es war ein unschöner Abschluss einer Spielzeit, die besser lief, als die Verantwortlichen vor Saisonbeginn prognostiziert hatten. „Wir haben eine sehr gute Runde gespielt“, erklärt Kilic. „Wir sind zu keinem Zeitpunkt in den Abstiegskampf geraten.“ Und David Pütz kündigte für die neue Saison bereits an: „Wir kommen wieder.“