Stolberg - Die Tafel bedankt sich für rund 850 gepackte Weihnachtskisten

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zur Webansicht Mo. 16.07.2018

Die Tafel bedankt sich für rund 850 gepackte Weihnachtskisten

Von: anne
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Es sind rund 1000 Menschen, die während der Ausgabe der Weihnachtskisten durch die Türen des Museums Zinkhütter Hof ein- und ausgehen. Bedürftige Familien, Paare oder Einzelpersonen holten sich am Donnerstag jeweils ein Paket.

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Der riesige Raum im Museum Zinkhütter Hof mit den vielen Weihnachtskartons, die die Zutaten für ein Weihnachtsessen sowie Getränke und Süßigkeiten beinhalten. Auf der kleinen Bühne sind die Spielzeuge für die Kinder aufgestellt. Foto: Anne Schröder

Diese ermöglichen ihnen ein froheres und ertragreicheres Weihnachtsmahl. „Ich bin darauf angewiesen. Für mich ist die Tafel sehr wichtig und gerade zu Weihnachten geht mir diese Aktion auch emotional sehr nahe“, erklärt eine Kundin und ist sichtlich berührt.

Sie freut sich sehr über die Spenden, die Menschen wie ihr, denen es nicht so gut geht, sehr helfen und eine Freude bereiten. Auch die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands betonen, wie dankbar sie sind: „Wir wollen uns vor allem sehr herzlich bei den Spendern bedanken. Auch werden die Pakete immer liebevoller gepackt, das freut uns natürlich auch sehr“, erklärt Gisela Becker-Bonaventura, Vorsitzende des geschäftsführenden Vorstands der Stolberger Tafel.

Seit mehr als zehn Jahren organisiert die Stolberger Tafel bereits die Weihnachtskisten-Aktion und beschenkt Bedürftige, die unter anderem eine zu geringe Rente oder Grundsicherung beziehen oder vom Jobcenter abhängig sind und somit alleine kein großes Essen an Weihnachten für sich und ihre Familie finanzieren können. Gespendet werden aber nicht nur Lebensmittel, sondern auch Kinderspielzeuge. Auch Gutscheine – beispielsweise für frisches Fleisch – sind teilweise in den Kisten zu finden.

Bei der Ausgabe geht alles dann einen geregelten Weg. Während die Gruppe der „Aktiven Stolberger Senioren“ im Foyer des Museums Kaffee, Limonade und Kekse ausgibt – und so für eine gemütlichere Atmosphäre sorgt, aber auch gleichzeitig den geregelten Ablauf unterstützt – werden die Tafelkunden nach und nach in die Halle mit den Weihnachtskisten gelassen.

Die Kunden sind per Farben in Gruppen eingeteilt, die Ausgabezeiten für die jeweiligen Gruppen entsprechend geregelt. Durch die hintere Türe geht es in die Veranstaltungshalle des Museum, wo zunächst vermerkt wird, wer sich ein Paket abholt, damit es nicht zu Dopplungen kommt. Mit einem Mitarbeiter der Tafel geht es dann zu den Kisten auf und unter den vielen Tischen, die je nach Personenanzahl sortiert sind.

Einer der Mitarbeiter ist Mustafa Alhadidi. Er ist als Flüchtling mit seiner Familie nach Deutschland gekommen. Der 29-jährige Syrer wollte sehr gerne helfen und gleichzeitig seine Deutschkenntnisse durch den regen Kontakt mit Menschen schulen. Seit vielen Monaten hilft er nun bei der Tafel aus und wartet jetzt auf die Ergebnisse seiner Deutschprüfung.

Ist die Kiste erst einmal ausgesucht, können sich die Kunden bei Bedarf für ihre Kinder auch noch Spielsachen mitnehmen, bevor es dann wieder zur vorderen Tür hinausgeht, wo dann schon die Fahrer warten.

Etwa 15 ehrenamtliche Fahrer bringen auf Wunsch die Beschenkten mit den teils schweren Kartons bis vor die Haustüre. Die meisten von ihnen machen das jedes Jahr – wohlgemerkt mit ihrem eigenen Auto. Da kämen schon rund 100 Kilometer zusammen, erklärt Jörg Heuser, der seit zehn Jahren für die Tafel als „Weihnachtsfahrer“ im Einsatz ist. „Es ist toll zu sehen, wie sich die Familien freuen und wie dankbar sie sind“, erklärt er.

Auch Bernd Unger ist mit seinem Auto da und hilft. Er ist Speditionsfahrer und hat sich für diese Aktion extra Urlaub genommen. Unger kennt die Situation, wenn im Leben nicht alles rund läuft. „Die Leute freuen sich einfach, wenn ihnen mal etwas Gutes getan wird“, weiß er.

Rund 30 Mitarbeiter sind im Einsatz. Für Becker-Bonaventura ist es auch schön, dass viele Mitarbeiter gleichzeitig da sind und sich dort wiedertreffen. „Für unseren Zusammenhalt ist so eine Aktion auch sehr schön“, erklärt sie.

Während im Zinkhütter Hof die Lebensmittel für ein Weihnachtsessen ausgegeben werden, findet parallel auch die reguläre Lebensmittelausgabe im Laden der Tafel statt, erzählt Alfred Baldes, stellvertretender Vorsitzender der Tafel, stolz und lobt die Bereitschaft und den Einsatz der Tafelmitarbeiter in dieser Zeit.

Generell ist die Stimmung an diesem Tag sowohl bei den Helfern als auch bei den Kunden gut. Es ist viel Freude im Raum zu spüren. Die vielen Vorbereitungen haben sich also bezahlt gemacht.

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