Finanzbericht 2016: Bistum Aachen freut sich über seine guten Zahlen

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Bistum Aachen freut sich über seine guten Zahlen

Von: Peter Pappert
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Auch die katholische Kirche profitiert von der guten Konjunktur und von steigenden Steuereinnahmen. Das Bistum ist jedenfalls zufrieden. „2016 war ein gutes Jahr“, sagten am Donnerstag übereinstimmend Generalvikar Andreas Frick und Finanzdirektor Joachim Eich, als sie den Finanzbericht für das vorige Jahr der Öffentlichkeit vorstellten.

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Auch die katholische Kirche profitiert von der guten Konjunktur und von steigenden Steuereinnahmen. Foto: Oliver Berg/dpa

Beide beurteilen die finanzielle Lage als solide; es gehe darum, das Bistum langfristig handlungsfähig zu erhalten. „Geld ist Mittel zum Zweck“, sagte Frick am Donnerstag. Und der Zweck liege darin, die vielfältigen Gemeindeaktivitäten, die Seelsorge vor Ort, die Bildungsangebote, die katholische Verbandsarbeit sowie neue pastorale Initiativen auf Dauer zu sichern.

Einnahmen

Das Bistum nahm im vorigen Jahr insgesamt 328,8 Millionen Euro ein: 245,8 Millionen Euro aus der Kirchensteuer, 59,9 Millionen aus Zuschüssen (davon 54,7 Millionen vom Land NRW für Personal- und Sachaufwendungen der bischöflichen Schulen) und 23,1 Millionen Euro aus sonstigen Erträgen (unter anderem Vermietung, Verpachtung, Teilnehmergebühren, Kollekten, Spenden).

Ausgaben

314,1 Millionen Euro gab das Bistum 2016 aus. 43,7 Prozent dieses Etats – 137,1 Millionen Euro (84,7 Millionen für Gehälter und 52,4 für Sozialabgaben und Altersversorgung) – zahlte das Bistum an sein Personal. Das umfasste mehr als 1700 Beschäftigte: 275 Priester und Diakone, 342 Laien im pastoralen Dienst, 421 Mitarbeiter im allgemeinen Bistumsdienst sowie 683 Lehrerinnen und Lehrer an den bischöflichen Schulen, die allerdings zu 94 Prozent vom Land bezahlt werden.

Der zweite große Posten sind 122,3 Millionen Euro, die das Bistum den Gemeinden, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen überwiesen hat. „Damit wird das gesamte pastorale Leben vor Ort finanziert“, sagt Eich; darunter sind auch 1,8 Millionen für den Aachener Dom und immerhin 9,8 Millionen, die an den Verband der Diözesen Deutschlands und andere bistumsübergreifende Einrichtungen flossen.

54,7 Millionen Euro werden als sonstige Aufwendungen und Abschreibungen verbucht. Darunter fallen Ausgaben für Instandhaltung, Energie, Verwaltung, Kommunikation, aber auch jene sogenannten Hebegebühren in Höhe von 7,4 Millionen Euro, die das Bistum den Finanzämtern dafür bezahlt, dass sie die Kirchensteuer einziehen.

Vermögen

Das Bistumsvermögen ist 2016 auf 765,1 Millionen Euro gestiegen (2015: 722 Mio., 2014: 675 Mio. und 2013: 639 Mio.). Die Finanzanlagen machen 511,4 Millionen Euro aus. „Das sind weitgehend konservative Anlagen“, sagt Eich: zu rund 70 Prozent festverzinsliche Wertpapiere, 19 Prozent Immobilienfonds. Das Bistum ist zudem an mehreren Unternehmen beteiligt. Der Finanzdirektor legt Wert darauf, „dass das Bistum dabei auf ethische Aspekte und Nachhaltigkeit achtet“.

Die Sachanlagen belaufen sich auf Gebäude (zu mehr als der Hälfte Schulgebäude); davon sind nur 4,3 Prozent vermietet oder verpachtet. Dem Bistum gehören 178 Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie 88 Grundstücke. Das hohe Umlaufvermögen ergibt sich zum allergrößten Teil aus den Kassenbeständen auf Girokonten. „Das Bistum benötigt eine hohe Liquidität, um laufende Zahlungen für Gehälter sowie die regelmäßigen Zuweisungen an die Kirchengemeinden zu leisten“, wird im Finanzbericht erläutert.

Domkapitel

Die Finanzen des Domkapitels sind vollkommen getrennt von denen des Bistums. Das Domkapitel erzielte 2016 Erträge in Höhe von knapp 5,5 Millionen Euro – vor allem durch öffentliche Zuwendungen. Hinzu kommen Einnahmen aus eigener wirtschaftlicher Tätigkeit, Spenden und Kollekten. Die Ausgaben beliefen sich 6,4 Millionen Euro – zu 40 Prozent Personalkosten für 85 angestellte und 14 beamtete Mitarbeiter. Knapp 40 Prozent werden für die Instandhaltung des Doms sowie Verwaltung gebraucht.

Bischöflicher Stuhl

Neben Bistum und Domkapitel verfügt der sogenannte Bischöfliche Stuhl als selbstständige Körperschaft des öffentlichen Rechts über einen eigenen Haushalt und ein Eigenkapital in Höhe von 8,3 Millionen Euro. 2016 betrug das Budget des Bischöflichen Stuhls rund 500.000 Euro. Haushalt und Vermögen sind nicht ausschließlich dem Bischof vorbehalten. Er ist zwar Verwalter und Nutznießer, benötigt aber für jegliche Transaktion die Erlaubnis des Domkapitels und des Vermögensverwaltungsrats. Der Bischöfliche Stuhl verfügt über Gebäude, Grundstücke, Wertpapiere und Firmenbeteiligungen.

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