Auf der Tagesordnung steht die „Umsetzung des Sportstättenkonzeptes“

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Broichweidener Vereine machen Druck

Von: Markus Roß
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Würselen. Die Würselener Kommunalpolitik steht wieder vor richtungsweisenden Entscheidungen. Auf der Tagungsordnung der Sitzung des Sozial-, Sport und Kulturausschusses am nächsten Dienstag sowie der Ratssitzung am Donnerstag, steht wieder einmal die „Umsetzung des Sportstättenkonzeptes“.

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Beispiel Sporthalle Parkstraße: Hier ist die Umkleide marode. darauf weits der Sprecher der Vereinsgemeinschaft, Josef Kuck, hin. Foto: Markus Roß

Die Gemeinschaft von neun Broichweidener Sport- und Kulturvereinen vertritt seit fast drei Jahren ein auch über Parteigrenzen hinweg als schlüssig anerkanntes Konzept für die Sport- und Kulturstätten in Weiden und Linden-Neusen. Dieses Konzept soll nach dem Grundsatzbeschluss des Sportstättenkonzeptes des Stadtrates vom 11. Juli mit allen seinen Komponenten umgesetzt werden.

Nun aber hakt es, die neun Sport- und Kulturvereine aus Weiden und Linden-Neusen (TV Weiden, DJK Westwacht, Teutonia, Jugendförderverein, VfR Linden-Neusen, Weidener Jungenspiel, HSG Würselen, Hölze Päed und Jukiwe) bekunden ernsthafte Zweifel und Sorgen an der zeitnahen Umsetzung des im Gesamtkonzept enthaltenen Konzeptes der Broichweidener Vereine.

In einem vor wenigen Tagen an alle Vorsitzenden der im Rat vertretenen Fraktionen verschickten Schreiben unterstreichen sie mit Nachdruck ihre Forderung nach Beginn der Planungen und Bereitstellung der entsprechenden Haushaltsmittel.

Mit dem Sprecher der Gemeinschaft und Vorsitzenden der DJK Westwacht Weiden, Josef Kuck, hat unser Mitarbeiter Markus Roß über diesen grundsätzlichen Erfolg im Sommer, die Aussichten zur zeitnahen Realisierung der einzelnen „Bausteine“, aber auch über die Konsequenzen einer weiteren Verzögerung gesprochen.

Wie beurteilen Sie die Weichenstellung des Sportstättenbeschlusses des Stadtrates im Juli für das Broichweidener Konzept?

Josef Kuck: Unser Konzept hat wegen seiner Schlüssigkeit große Akzeptanz in der Politik gefunden. Alle im Rat vertretenen Fraktionen haben hart und lange um den Sportstättenbeschluss insgesamt und auch um unsere Broichweidener Ideen gerungen. Dieser demokratische Prozess war nötig, um zu verstehen, warum der Blick auf alle Würselener Sportstätten so wichtig und warum darin unser Konzept so schlüssig ist.

Deshalb haben alle im Rat vertretenen Fraktionen sich hinter dieses Konzept gestellt. Dass die Fraktionen von Bündnis 90/die Grünen und UWG gegen den Beschluss gestimmt haben, hatte seinen Grund in den noch offenen Fragen zur Finanzierung des großen Ganzen, nicht aber im Blick auf die Broichweidener Vorstellungen. Hierzu haben neben CDU, SPD und FDP auch diese beiden Fraktionen sehr deutlich ihre Zustimmung signalisiert.

Das macht uns zuversichtlich, dass man jetzt nicht auf halbem Wege stehen bleibt, sondern zügig an die Planung und den Bau der einzelnen Sportstätten, speziell auch der neuen Halle an der Parkstraße und an Umbau und Sanierung der alten Halle an der Parkstraße herangeht.

Wie stellt sich aus Sicht der Broichweidener Vereine seit dem Ratsbeschluss die Umsetzung des Sportstättenkonzeptes dar?

Kuck: Die Verwaltung hatte in einer äußerst umfangreichen Sitzungsvorlage für die Stadtratssitzung im November Möglichkeiten der Realisierung der einzelnen Sportstätten beleuchtet. Herausgekommen ist, dass einige Projekte wegen ihrer Dringlichkeit besonderer Priorisierung bedürfen.

So hat die Umwandlung der Rasensportplätze am Drischfeld und in Linden-Neusen absoluten Vorrang, um mit dem Baubeginn der Gesamtschule den Sportvereinen aus Würselen Mitte nicht ihre Trainingsmöglichkeiten zu nehmen, weil deren Aschenplätze dann bebaut werden.

Der Kunstrasenplatz in Linden-Neusen ist Voraussetzung dafür, dass auf dem Aschenplatz neben der Sporthalle an der Parkstraße mit dem Bau der neuen Halle begonnen werden kann. Folgerichtig ist die Planung dieser Sportfelder in der letzten Ratssitzung auch auf den Weg gebracht worden, was wir sehr begrüßen.

Aber die Belange der Vereine in Broichweiden gerieten dabei etwas aus dem Fokus?

Kuck: Leider ja, zumindest was die Beschlussfassung angeht. Es gibt keinen Fortschritt im Bezug auf die Planungen der neuen Sporthalle an der Parkstraße, deren unverzüglichen Beginn wir fordern, weil die beiden alten Weidener Sporthallen stark abgängig sind und deren maroder Zustand vor allem wegen ihrer undichten Dächer und ihrer inzwischen sehr bedenklichen Sanitäreinrichtungen einfach nicht mehr zu dulden ist. Diesen Beschluss zur Planung muss die Politik in aller Kürze fassen, will sie nicht die Gesundheit der Sportler, die diese beiden Hallen frequentieren, fahrlässig aufs Spiel setzen.

Können Sie uns etwas über die Auslastung der beiden Weidener Sporthallen an der Parkstraße und am Markt sagen? Und warum erachten Sie den Bau der neuen Sporthalle als so derart dringlich?

Kuck: Fast 60 Unterrichtsstunden werden vormittags von der Verbundschule und OGS Weiden-Linden, von der Gesamtschule Würselen, dem HGG Broich und der Kita Lessingstraße in diesen beiden Hallen erteilt. Um eine vergleichbare Pflichtaufgabe zu sichern, soll mit Städtebauförderungsmitteln des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) auf dem Campus des Gymnasiums eine neue Sporthalle gebaut werden, welche die alleinige künftige Nutzung der Sporthalle Krottstraße durch die Gesamtschule kompensieren und den Sportunterricht für das Gymnasium sichern soll.

Mit der Sicherung des Schulsports nimmt die Stadt also an beiden Standorten nicht zu unterschätzende Pflichtaufgaben wahr. Ab nachmittags finden der Trainings- und Spielbetrieb der beiden größten Würselener Vereine Westwacht und TV Weiden in diesen beiden Hallen statt. Die zurzeit 25 Jugendmannschaften der HSG Würselen haben hierin ebenfalls zum Teil ihre Heimat. Für Handball, Breitensport und Tischtennis müssen die beiden ältesten und marodesten städtischen Hallen mit nahezu hundertprozentiger Auslastung die höchste Belastung aller Würselener Sporthallen tragen.

In ihnen präsentieren wir den höchstrangigen Sport, der in Würselen geboten wird. Der Zustand der beiden Hallen an der Parkstraße und am Markt ist in keiner Weise mehr zeitgemäß, absolut beschämend und für Gäste nicht mehr zumutbar. Deshalb müssen zunächst Umkleidetrakt und neue Sporthalle gebaut und danach die Sanierung und Umgestaltung der alten Halle Parkstraße durchgeführt werden. Schul- und Vereinssport erfordern zwingend den unverzüglichen Beginn der Planungen für die Weidener Sporthallen.

Sind Ihre Forderungen nicht überzogen? Was, wenn das Geld fehlt?

Josef Kuck: Ganz und gar nicht! Wenn die beiden Weidener Sporthallen ausfallen, dann kann die Stadt – Szenario eins – nicht nur ihrer Verpflichtung zur Sicherung des Schulsports nicht mehr nachkommen, denn dessen Umverteilung auf andere Hallen wäre nicht möglich. Dann wären auch Westwacht und TV Weiden in ihrer Existenz bedroht, denn Abmeldungen von Mitgliedern in großer Zahl wären die Folge. Und Sport auf dem hohen Niveau, mit dem die beiden Vereine und die HSG die Stadt landesweit präsentieren, wäre nicht mehr möglich.

Sollten die IHK-Zuschüsse für die Halle am Gymnasium nicht fließen und keine weiteren Mittel in den Haushalt 2018 eingestellt werden können – Szenario zwei –, so muss unseres Erachtens eine Neu-Bewertung der Prioritäten zum Einsatz der schon bewilligten Haushaltsmittel aus 2017 vorgenommen werden – dann müssen die städtischen Pflichtaufgaben zur Sicherung des Schulsports im Zentrum und in Weiden unbedingten Vorrang genießen und die beiden Sporthallen am Gymnasium und an der Parkstraße als erste und im Zusammenhang mit der Umwandlung zu Kunstrasenplätzen am Drischfeld und in Linden-Neusen gebaut werden. Einspareffekte wären denkbar durch den zeitgleichen Bau beider Hallenkörper nach demselben Bauplan.

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