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zur Webansicht Mi. 22.11.2017

Kirchenschätze in Jülich: Monstranz aus St. Barbara

Von: Dr. Peter Nieveler, Kurator
Letzte Aktualisierung:

Jülich/Schophoven. Im Westturm der Propsteikirche ist noch gut fünf Wochen die Ausstellung „Alle um einen Tisch“ zu sehen, die Kirchenschätze aus der Pfarrei Heilig Geist Jülich zeigt. Für jede der 16 in der Pfarrei zusammengeschlossenen Gemeinden wurde ein Objekt ausgewählt. In einer sechsteiligen Artikelreihe stellen die Kuratoren der Ausstellung in nächster Zeit einige Objekte vor.

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Die Monstranz der Gemeindekirche St. Barbara Schophoven, um 1956, die heute zur Pfarrei Heilig Geist Jülich gehört. Foto: Bernhard Dautzenberg

Als am 1. Januar 2013 aus den 13 Pfarren der Stadt Jülich die neue Pfarrei Heilig Geist entstand, kam als vierzehnte St. Barbara Schophoven aus der Gemeinde Inden dazu, weil der Ort seelsorglich leichter von Jülich aus versorgt werden kann, da der Tagebau Schophoven von Inden trennt.

1956 schenkte die Pfarrgemeinde der Kirche zu ihrem 100-jährigen Bestehen ein neues Tabernakel, zu dem die ausgestellte Monstranz gehörte, das Gefäß, in dem nach katholischem Glauben in der gewandelten Hostie der Leib Christi gezeigt wird.

Künstlerisch gestaltet wurden Tabernakel und Monstranz von dem Maler Heribert Reul (1911-2008) aus Kevelaer und dem Goldschmied Peter Bücken aus Her­zogenrath-Kohlscheid. Im blauen himmlischen Grund der Monstranz versammeln sich Engel, Menschen und Tiere, die Christus umgeben, der in der geweihten Hostie in ihrer Mitte anwesend ist.

Weizenähren und Trauben verweisen auf Brot und Wein, den Leib und das Blut Christi. Schon 1955 wussten die Menschen in Schophoven, dass unter den weiten Kornfeldern ihrer Heimat, symbolisiert durch eine Pflugschar, später Kohle ausgegraben werden würde. Hammel und Schlegel verweisen hier auf den Bergbau.

Ganz oben auf der Monstranz findet sich, umgeben von Sonne, Mond und Sternen, Einsteins die Welt verändernde Formel von der Gleichwertigkeit von Masse und Energie: E=mc².

Hier auf diesem heiligen „Gefäß“ meint diese Formel wohl Anfang und Ende von Welt und Geschichte, die der Christ in Jesus verwirklicht sieht.

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