Wassenberg - Ist Grundschule in Birgelen bald nicht mehr katholisch?

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zur Webansicht Di. 22.05.2018

Ist Grundschule in Birgelen bald nicht mehr katholisch?

Von: ger
Letzte Aktualisierung:

Wassenberg. Die Stadt Wassenberg plant offensichtlich, ihre Grundschullandschaft neu zu ordnen. Hintergrund ist, dass immer mehr Eltern ihre Kinder an der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Am Burgberg anmelden. An der Katholischen Grundschule (KGS) in Birgelen blieben die Anmeldezahlen hingegen deutlich hinter den Erwartungen der Stadtverwaltung zurück. Und das kann für die Stadt Wassenberg zum Problem werden.

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Sehr beliebt: Die GGS Am Burgberg bildet im neuen Schuljahr vier statt wie geplant drei Eingangsklassen. Foto: D. Gerhards

In Wassenberg gibt es vier Grundschulen, dabei handelt es sich um drei Katholische Grundschulen und eine Gemeinschaftsgrundschule. Nun haben Eltern aber einen Anspruch darauf, ihr Kind an einer Schulart ihres Wunsches anzumelden. Wer sein Kind also an einer Gemeinschaftsgrundschule anmelden möchte, sollte auch die Möglichkeit dazu bekommen. In Städten mit mehreren Gemeinschaftsgrundschulen ist es für den Schulträger, im Wassenberger Fall die Stadt, also einfacher, die Kinder ausgewogen auf die Schulen zu verteilen.

Eigentlich vorgesehen war, dass die GGS am Burgberg und die KGS Birgelen im kommenden Schuljahr jeweils drei Parallelklassen im ersten Schuljahr bilden. Weil an der GGS Am Burgberg aber 85 Kinder, an der KGS Birgelen jedoch nur 36 Kinder angemeldet wurden, votierte der städtische Schul-, Sozial- und Jugendausschuss nun dafür, an der GGS Am Burgberg vier Eingangsklassen zu bilden.

Langfristig wären die Gebäude der GGS Am Burgberg aber zu klein, um jedes Jahr vier Eingangsklassen bilden zu können. Deshalb will die Stadt erreichen, dass auch die Birgelener Grundschule besser ausgelastet ist. „Wir haben im Stadtgebiet genug Kapazitäten. Man kann nicht irgendwo eine Grundschule halbleer stehen lassen und in Wassenberg anbauen“, sagte Kämmerer Willibert Darius. Es ist also, so formuliert es die Stadtverwaltung in einer Vorlage an den Ausschuss, „dringend geboten, durch Ergreifung organisatorischer Maßnahmen eine Entlastung für die GGS Am Burgberg und eine ausgewogene Verteilung auf alle Schulstandorte (...) herbeizuführen“.

Dazu schlägt die Verwaltung vor, aus der Katholischen Grundschule in Birgelen eine Gemeinschaftsgrundschule zu machen. Dann könnte die Grundschule Am Burgberg Kinder abweisen, die im Einzugsbereich der Birgelener Schule wohnen. Nach Angaben der Stadt gehen viele Kinder aus dem Einzugsbereich der KGS Birgelener nach Wassenberg.

Gegner einer solchen Umwandlung der Birgelener Schule ist Propst Thomas Wieners. Er geht davon aus, dass eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule dazu führe, dass man die „konfessionell orientierte Erziehung“ der Kinder aus der Hand gebe. Die Umwandlung der Schule sei ein „Unsicherheitsfaktor, den ich nicht gutheißen kann“, schreibt Wieners in einem Brief an den Ausschuss. Weil eine solide Werte- und Glaubenserziehung immer wichtiger werde, sei er dagegen, dass die Katholische Grundschule zur Gemeinschaftsgrundschule wird.

Welche Faktoren nun im Detail dazu führen, dass sich die Eltern für die eine oder andere Schule entscheiden, ist schwierig festzustellen. Die GGS Am Burgberg liegt zum Beispiel sehr zentral und bietet die Möglichkeit einer Früh- und Spätbetreuung an.

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