Geilenkirchen bewirbt sich um EU-Zuschüsse für Klima-Bildungszentrum

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Ein Klima-Bildungszentrum in Bauchem?

Von: Udo Stüßer
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Geilenkirchen. 3,6 Millionen Euro fließen 2018 in die Schulen der Stadt Geilenkirchen, im Investitionsplan für die Jahre 2018 bis 2021 werden es – so hat es Bürgermeister Georg Schmitz sichtlich stolz in seiner Haushaltsrede verkündet – sogar rund zehn Millionen Euro sein. Doch wohin fließt das Geld? Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt Markus Mönter, Technischer Beigeordneter der Stadt, die wichtigsten Maßnahmen vor.

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Lehrerin Evelina Dungen (rechts) mit Schülern des 5. Jahrganges beim Hauswirtschaftsunterricht in der Lehrküche der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule: Die Küche selbst ist an vielen Stellen marode. Sie muss erneuert werden. Fotos (4): Udo Stüßer Foto: Udo Stüßer

Dabei macht er auch deutlich, dass in den nächsten Jahren reichlich Fördermittel von Land, Bund und Europäischer Union fließen. Besonders von dem Programm „Gute Schule 2020“ und vom Kommunalen Investitionsförderungsgesetz profitiert die Stadt Geilenkirchen. Die Stadt selbst trägt nur einen kleinen Teil der Investitionen.

Durch das Programm „Gute Schule 2020“ darf die Stadt Geilenkirchen einen Kredit in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro bei der NRW.Bank aufnehmen, der in vier Jahrestranchen à 535.000 Euro ausgezahlt wird. Gefördert werden damit Digitalisierungsmaßnahmen und bauliche Sanierungsvorhaben. Die Stadt musste hierfür ein vom Rat beschlossenes Konzept über die Mittelverwendung vorlegen. Zinsen und Tilgung dieses Kredites werden vom Land bezahlt.

Gesamtschule: Im kommenden Jahr beginnt der erste Bauabschnitt für die energetische Sanierung des ältesten Gebäudeteils der Gesamtschule. In dem der Mensa gegenüberliegenden Trakt befinden sich die Lehrküche, Werk- und Klassenräume. Da die derzeitige Lehrküche stark reparaturbedürftig ist und auch nicht mehr den Anforderungen entspricht, soll eine neue installiert werden. Ebenfalls erneuert werden die Haustechnik (Strom, Wasser, Heizung), die Toilettenanlagen und die Fassade des aus den frühen 1970er-Jahren stammenden Gebäudes.

1,5 Millionen Euro sind in den Haushaltsjahren 2018 und 2019 für diesen ersten Bauabschnitt eingeplant, letztendlich bezahlt wird er dann aber aus dem Programm „Gute Schule 2020“. Kleinere Beträge sind für Digitalisierung eingeplant. Technischer Beigeordneter Markus Mönter sieht aber auch mittelfristig weiteren Bedarf an dieser Schule. Die Außenhülle muss teilweise erneuert werden.

Realschule: Für die Realschule sind aus dem Programm „Gute Schule 2020“ insgesamt 500.000 Euro eingeplant: Für 150.000 Euro wird der Blitzschutz an dieser Schule auf den neuesten Stand gebracht, für 350.000 Euro werden auch hier die Lehrküche und die Haustechnik erneuert. Auch an der Realschule sind Digitalisierungsmaßnahmen vorgesehen. Diese Pläne werden in 2018 realisiert.

Turnhalle Gillrath: Ein ganz großes Projekt ist der Bau einer Turnhalle an der Gemeinschaftsgrundschule in Gillrath. Mit einem Aufwand von 1,5 Millionen Euro soll an der GGS in den Jahren 2018 und 2019 eine Einfeldsporthalle mit Nebenräumen gebaut werden. 1,35 Millionen Euro gibt der Bund als Zuschuss aus dem zweiten Kapitel des Kommunalinvestitionsförderungsgesetz, durch das die Schulinfrastruktur in den Kommunen verbessert werden soll.

Bereits in den Jahren 2009/2010 fielen die politischen Beschlüsse für den Bau dieser Turnhalle, die die Stadt aber aus eigener Kraft hätte finanzieren müssen. Als der Stadt dann aber die Haushaltssicherung drohte, wurde der Bau dieser Turnhalle erst einmal ausgesetzt. Anfang des Jahres stellten die Fraktionen „Geilenkirchen bewegen! und FDP“, „Für Gk!“ und die Bürgerliste den Antrag, jetzt den Bau zu realisieren. Zwischenzeitlich hatte der Bund dieses Zuschussprogramm ins Leben gerufen, durch das die Stadt nun nur noch zehn Prozent der Kosten übernehmen muss. „Durch diese Programme verbessert sich natürlich unsere finanzielle Lage erheblich. Immerhin haben wir noch keinen ausgeglichenen Haushalt“, freut sich Markus Mönter.

Grundschulen: Brandschutzmaßnahmen stehen in den nächsten Jahren in den Geilenkirchener Grundschulen im Vordergrund: Die im Frühjahr in den Grundschulen Teveren und Gillrath vorgesehenen Maßnahmen werden noch aus dem Haushalt 2017 finanziert. Im nächsten Jahr sind Brandschutzmaßnahmen an der Katholischen Grundschule Geilenkirchen, an der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen und an der Katholischen Grundschule Immendorf vorgesehen.

„Das sind die letzten Schulen in der Stadt, die brandschutztechnisch noch nicht überarbeitet wurden“, sagt Mönter. In Teveren und Gillrath sind jeweils ein großer Strauß kleiner Maßnahmen geplant. Da geht es beispielsweise um die Änderungen von Türöffnungen, um Verbesserungen an den haustechnischen Anlagen und Abdichtungen von Rohrführungen.

Für die Grundschule Immendorf muss noch ein Brandschutzverbesserungskonzept erstellt werden, das Anfang des Jahres vorliegen und dann zügig umgesetzt werden soll. Funkvernetzte Rauchmelder wurden bereits installiert, für kleinere bauliche Maßnahmen wurden im Haushalt für das Jahr 2018 100.000 Euro eingeplant. 150.000 Euro hat der Kämmerer für die GGS Geilenkirchen eingerechnet. Auch hier stehen lediglich kleinere bauliche Einzelmaßnahmen und Änderungen an der Haustechnik an.

Umfangreicher sind die Brandschutzmaßnahmen an der Katholischen Grundschule Geilenkirchen. Neben kleineren Einzelmaßnahmen im nächsten Jahr ist in den Jahren 2019 und 2020 die Anlage von neuen Flucht- und Rettungswegen vorgesehen. 300 000 Euro sind eingeplant. Digitalisierungsmaßnahmen stehen an allen Grundschulen an und werden ebenfalls aus dem Programm „Gute Schule 2020“ finanziert.

550.000 Euro an Eigenmitteln hat die Stadt Geilenkirchen für Brandschutzmaßnahmen an Schulen in den Jahren 2018 bis 2021 im Haushalt aufgeführt. Zuschüsse gibt es keine, dazu noch trägt sie den Eingenanteil von 150.000 Euro für den Bau der Turnhalle Gillrath.

Blockheizkraftwerk Bauchem: 1,16 Millionen Euro hat die Stadt als Eigenanteil für die Errichtung eines Klima-Bildungszentrums in Bauchem im Haushalt eingeplant. Mit diesem Projekt nimmt sie an dem von der Europäischen Union geförderten Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz NRW“ teil.

Die Pläne der Stadt sehen insgesamt ein Investitionsvolumen von 5,76 Millionen Euro vor, 80 Prozent würden aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung über das Land Nordrhein-Westfalen an die Stadt ausgezahlt, wenn sie den Zuschlag erhält. Geplant ist die Errichtung eines neuen Blockheizkraftwerkes im Schul- und Sportzentrum Bauchem, das die Gesamtschule, das neue Hallenbad, die Turnhalle und das noch zu errichtende Bürgerhaus versorgen soll.

Bisher erfolgt die Energieversorgung des gesamten Sport- und Schulzentrums über den Heizkessel der Gesamtschule. Neben Wärme würde das Blockheizkraftwerk auch Strom erzeugen. „Das Kraftwerk würde auch Thema im Schulunterricht, wenn es beispielsweise um Klimawandel und Energieerzeugung geht“, sagt Markus Mönter.

Ebenfalls geplant ist eine neue Fassade der Turnhalle mit Solarzellen und Wärmekollektoren. Die Entscheidung der Jury sollte eigentlich bereits im September fallen. Mönter weiß aber auch: „Ohne diese Zuschüsse können wir diese Pläne nicht verwirklichen. Falls keine Förderung eintritt, müssen wir uns nach 2021 Gedanken machen, denn ein energetischer Sanierungsbedarf ist gegeben.

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