Eschweiler - Für 257 Flüchtlinge muss nun die Stadtkasse aufkommen

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zur Webansicht Mo. 18.12.2017

Für 257 Flüchtlinge muss nun die Stadtkasse aufkommen

Von: pan
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Die Zahl der Flüchtlinge in Eschweiler ist zwar gesunken, allerdings macht sich nun ein anderes Phänomen bemerkbar: Da immer mehr Asylverfahren im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) abgeschlossen werden, wächst die Zahl derer, die geduldet, aber noch nicht in ihr Heimatland zurückgekehrt sind.

Dies hat für die Stadt Eschweiler Konsequenzen, denn nach drei Monaten kommt die Kommune finanziell für diese Menschen auf. Zum Stichtag 22. November waren in Eschweiler 257 Personen davon betroffen. Dies führt zu einer jährlichen Belastung des Haushalts in Höhe von über 2,5 Millionen Euro.

Personeller Engpass?

Meist sind es nicht die Menschen selbst, an die eine Rückkehr nach einem abgeschlossenen Asylverfahren scheitert. Die Ausländerbehörde ist zuständig, schafft es aber nicht, die Vielzahl der Fälle zeitnah abzuarbeiten. In der Folge bleiben zahlreiche Menschen in den Eschweiler Unterkünften. „Wir können nur beraten und zur selbstständigen Rückkehr ermuntern“, berichtet Kaever.

Die Gründe dafür, dass die Menschen weiterhin in Eschweiler verharren, sind vielschichtig. Zum einen bestehen mit manchen Herkunftsländern keine Abkommen, so dass sie sich weigern, die Menschen wieder aufzunehmen. Auch Krankheit und Probleme mit den Behörden können dazu führen, dass eine Ausreise verzögert wird.

Kaever geht allerdings davon aus, dass sich die Zahl der geduldeten Flüchtlinge in naher Zukunft reduzieren wird. Im laufenden Jahr nahm Eschweiler bisher 177 Asylbewerber auf. Sozialamtsleiter Jürgen Rombach geht davon aus, dass erst im kommenden Frühjahr wieder Menschen auf der Flucht nach Eschweiler kommen. 847 Flüchtlinge leben aktuell in Eschweiler, wovon 335 Menschen in den städtischen Unterkünften untergebracht sind. „Weit mehr als die Hälfte lebt in Wohnungen im ganzen Stadtgebiet verteilt“, berichtet Rombach, „man wird auch in St. Jöris auf einen Flüchtling treffen.“

Zu 70 Prozent belegt

Bald sollen die ersten Unterkünfte in der Hüttenstraße saniert werden, wie Kaever bestätigte. Damit die dort untergebrachten Personen nicht auf der Straße stehen, sind die Container in der Gracht­straße im Moment nur zu 70 Prozent belegt. Dies sei Teil des „Umzugsmanagements“, teilte Kaever mit.

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