Busfahren mit RVE in der Eifel: Verspätungen und ewig lange Fahrzeiten

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Busfahren in der Eifel: Verspätungen und ewig lange Fahrzeiten

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:

Nordeifel. Rasch und harmonisch hatte der Schulverband Nordeifel seine Tagesordnung am Dienstagabend in Kleinhau abgewickelt, als eine letzte Wortmeldung doch noch eine große Diskussion auslöste. „Es gibt nach wie vor erhebliche Schwierigkeiten mit den Schulbussen“, formulierte Ursula Mertens, die Leiterin der Sekundarschule Nordeifel, noch vorsichtig.

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Der Linienträger RVE ist in Sachen Schülerbeförderung schwer in die Kritik geraten. Ab nächste Woche soll mit der Fahrplanumstellung und zusätzlichen Bussen alles besser werden, gelobt man dort. Foto: H. Schepp

Verbandsvorsteherin Margareta Ritter wurde daraufhin deutlicher: „Es ist eine einzige Katastrophe. Morgens kommt kein einziger Bus pünktlich, und nachmittags brauchen die Kinder ewig, bis sie endlich zu Hause sind. Das ist unzumutbar“, schimpfte Ritter.

Qualitätsstandards

Ihr Simmerather Bürgermeister-Kollege Karl-Heinz Hermanns, Vorsitzender des Verbandes, pflichtete ihr bei: „Beim Schulbusverkehr gibt es Qualitätsstandards, die unbedingt einzuhalten sind. Wenn die Leistung nicht erbracht wird, sind wir im Gegenzug nicht länger bereit, dem Linienträger das Entgeld für die Schülerkarten voll zu bezahlen“, ereiferte er sich und stellte fest: „Jeder macht mal Fehler. Aber hier ist offenbar dauerhaft der Wurm drin. Da kann ich den Ärger der Eltern gut verstehen.“

Alle Schulen betroffen

Mit verspäteten Bussen am Morgen, zu langen Heimfahrten am Nachmittag und Unflexibilität in Sonderfällen haben seit der Umstellung von Schülerspezialverkehr auf die Einbindung in den ÖPNV offenbar alle weiterführenden Nordeifeler Schulen wie auch die Simmerather Grundschulen zu kämpfen, wie in der Sitzung deutlich wurde.

„Wenn der Unterricht wegen großer Hitze oder winterlicher Straßen früher endet, müssen wir die Kinder bis zur siebten Stunde in der Schule halten, weil kein Bus kommen kann“, bedauerte Bernd Gotzen, Direktor des Monschauer St. Michael-Gymnasiums. Ursula Mertens berichtete, dass an der Sekundarschule der Unterricht keinen Morgen pünktlich beginne, „weil die Busse erst um 8.10 Uhr an der Simmerather Schule eintreffen“.

Nach massiven Elternbeschwerden in der jüngsten Schulpflegschaftssitzung sei dann trotz einer Zusage des RVE („Ab sofort fahren die Busse in 95 Prozent der Fälle pünktlich“) keine Besserung eingetreten, im Gegenteil: „Donnerstags hat es schon mal nicht geklappt. Und freitags sind dann mit Verweis auf winterliche Straßen gar keine Busse gefahren, obwohl es noch gar nicht zu schneien begonnen hatte“, staunte Margareta Ritter.

Der RVE habe nun erneut eine Verbesserung der Situation mit Beginn des neuen Fahrplans am 10. Dezember angekündigt, „aber das glaube ich erst, wenn ich es sehe“, meinte die Schulverbandsvorsteherin zähneknirschend. Sie mahnte vor allem auch Verbesserungen für die Busse aus und nach Höfen/Kalterherberg an, wo die Kinder täglich fast eineinhalb Stunden von Simmerath bis nach Hause bräuchten.

„Da ist es verständlich, dass Eltern ihre Kinder wegen der schlechten Schulbussituation nicht an der Schule anmelden wollen“, sieht Margareta Ritter unmittelbare Auswirkungen zum Nachteil der Schule. „Und Hauptleidtragender ist die Sekundarschule, die sehr gute pädagogische Arbeit leistet, aber für diese Missstände überhaupt nichts kann“, führte Ritter aus. Karl-Heinz Hermanns bekräftigte: „Die Eltern erwarten zu Recht, dass die Schülerbeförderung ordentlich läuft!“

Der Schulverband wartet nun ab, ob ab nächster Woche Besserung eintritt und wird dann über weitere Schritte beraten.

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