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Kontra: Wir sind auf die Braunkohle angewiesen

Ein Kommentar von Christian Rein

Jetzt geht es noch nicht ohne Braunkohle, das ist unbestritten. Die rasante Entwicklung bei den erneuerbaren Energien zeigt aber auch: Nein, wir sind nicht auf die Braunkohle angewiesen. Sie ist längst ein Auslaufmodell. Deshalb kann es auch nicht darum gehen, die Braunkohle künstlich langfristig am Leben zu halten (wie man es auch mit der Steinkohle viel zu lange gemacht hat).

Jetzt geht es darum, der Wahrheit ins Auge zu blicken und einen möglichst weichen, möglichst sozialverträglichen Strukturwandel einzuleiten, der in den nächsten 20 Jahren stattfinden muss. Noch hängen auch in unserer Region zehntausende Arbeitsplätze an der Braunkohle. Diese Menschen haben ein Recht auf Klarheit und darauf, dass man ihnen eine ehrliche Perspektive gibt. Es geht aber auch nicht darum, Arbeitsplätze zu zerstören. Es geht um Veränderung. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien entstehen andere Arbeitsplätze.

Die Weichen, die Union und SPD jetzt in Berlin gestellt haben, lassen den Zug jedoch in die völlig falsche Richtung fahren: Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll gebremst werden. Vor allem NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich dafür eingesetzt – auch unter dem Druck von RWE, Eon und Co., die alle nach wie vor auf Kohlestrom setzen.

Ihr perfides Druckmittel sind die Arbeitsplätze. Doch nicht aus sozialem Gewissen heraus halten die Energieriesen an ihrem „traditionellen Geschäftsmodell“ (RWE-Boss Terium) fest. Der Grund ist, dass sie immer noch eine Menge Geld damit verdienen. Sie streichen Gewinne ein und schütten Dividenden an ihre Aktionäre aus. Gibt es aber Probleme, dann soll die Allgemeinheit in die Tasche greifen. Schon wird über „Vorhalteprämien“ für Stand-by-Kraftwerke diskutiert.

Wenn die Energiekonzerne sich tatsächlich um die Arbeitsplätze sorgen, dann müssen auch sie der Wahrheit ins Auge blicken. Sie müssen ihr Geschäftsmodell grundlegend verändern. Bis dato ist das Engagement von RWE im Bereich erneuerbare Energien ärmlich.

Unsere Region hat das Ende der Steinkohle erlebt. Es war nicht einfach, aber sie hat es verkraftet. Ob sie will oder nicht: Unsere Region wird auch das Ende der Braunkohle verkraften.

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