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Kommentiert: Sonntags einkaufen? Ja, aber eher keine Autos

Ein Kommentar von Angela Delonge

In der Diskussion um die verkaufsoffenen Sonntage sind die Gewerkschafter jetzt die Bösen, obwohl sie eigentlich das Gute wollen.

Mit ihren erfolgreich Klagen gegen sonntägliche Ladenöffnungen haben sie sich keine Freunde gemacht. Das ist schade, denn im Kern geht es ihnen darum, den Charakter traditioneller Veranstaltungen in den Städten zu schützen – gegen die vielen inflationären Sonntagsöffnungen in Industrie- und Gewerbegebieten. Es gibt dafür viele Argumente, doch die von der Gewerkschaft Verdi ins Feld geführten fallen irgendwie nicht auf fruchtbaren Boden.

Möglichweise liegt das daran, dass die Gewerkschafter allzu offensiv die Schutzwürdigkeit des Sonntags betonen. Sonntags wird geputzt, im Internet bestellt, in vielen Branchen gearbeitet. Die Diskussion darüber, ob sonntags schnödem Shopping gehuldigt werden darf oder ob dieser Tag, der erbaulichen Ruhe und dem gemeinsamen Familienerlebnis vorbehalten bleiben soll, dürfte für viele Menschen heute nicht mehr unbedingt nachvollziehbar sein.

Unser Grundgesetz sieht den Tag des Herrn als schützenswerten Ruhetag vor. Das soll so bleiben. Doch Menschen sollen auch das Recht haben, frei zu entscheiden, wie sie ihren Sonntag verbringen wollen. Manche wollen oder müssen arbeiten, manche wollen schlafen, und manche wollen einkaufen. Dies sonntags zu tun, ist außerordentlich beliebt, zum gemeinsamen Bummeln und Einkaufen kommen auch Familien heute gerne zusammen.

Was also treibt die Gewerkschaft, das hohe Lied des heiligen Sonntags zu singen? Ist es reine Verfassungstreue oder steckt dahinter der unausgesprochene Wunsch, dem kleinen innerstädtischen Einzelhandel an wenigen Tagen im Jahr einmal so etwas wie einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen? Ihm dieses Quäntchen Anziehungskraft zu geben, das ansonsten die großen Einkaufszentren, Möbel- und Autohäuser in den Gewerbegebieten gnadenlos abschöpfen?

Dieses Ziel wäre unbedingt zu unterstützen. Wer also die Verödung der Innenstädte beklagt, sollte Verdi in der Diskussion der verkaufsoffenen Sonntage nicht in den Rücken fallen.

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