Radarfallen Blitzen Freisteller
13887134.jpg

Kommentiert: Sinn muss noch bewiesen werden

Ein Kommentar von Madeleine Gullert

Die Vorsicht der deutschen Behörden im Umgang mit „Predictive Policing“ ist angebracht, denn noch sind die Vorhersageprogramme und der Umgang mit diesen nicht ausreichend erprobt.

Außerdem muss gewährleistet sein, dass Belange des Datenschutzes gewahrt werden. In Zeiten, in denen die Angst vor Verbrechen in Teilen der Bevölkerung zunimmt, steigt die Bereitschaft, neue Methoden zu testen oder bestehende Mittel zur Gewährleistung der Sicherheit auszubauen. Dass das Bundeskabinett zuletzt ohne größere Gegenwehr die Videoüberwachung angesichts der latenten Terrorbedrohung ausweiten konnte, ist nur ein Beweis dafür. Im Bereich Innere Sicherheit hat sich die Schmerzgrenze vieler Menschen in den vergangenen Jahren in dem Maße verschoben wie ihr Misstrauen gestiegen ist.

Doch es muss dringend sichergestellt werden, dass die neue Technik sinnvoll ist. Das gilt es noch zu beweisen. Täterlisten, die in den USA schon genutzt werden, zeigen dort bislang keinen Effekt. Gleichzeitig werden dort etliche personenbezogene Daten gespeichert. Für NRW und bundesweit sollten Heat Lists keine Option sein. Es ist aber zu befürchten, dass die Einbruchsvorhersage erst der Anfang sein könnte. Weil in einer von Technik dominierten Zeit leider alles, was möglich ist, auch gemacht wird – und dabei Werte und Grundsätze leicht einmal vergessen werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert