Kommentiert: Saubere Luft ist teuer

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Kommentiert: Saubere Luft ist teuer

Ein Kommentar von Sarah-Lena Gombert

Eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs zu fordern ist ungefähr genauso unumstritten wie der fromme Wunsch nach Weltfrieden. Die Frage ist nur: Wie macht man den ÖPNV tatsächlich besser? Und vor allem: Wer soll das bezahlen?

Wenn die geschäftsführende Bundesregierung in einem Brief nach Brüssel schreibt, dass man die Einführung von kostenlosem Nahverkehr erwäge, um die Zahl der Autos auf den Straßen der Abgas-geplagten Innenstädte zu reduzieren, dann stößt das bei den meisten Akteuren auf Zustimmung – grundsätzlich zumindest. Geld aus der Hauptstadt für die Querfinanzierung der Aseag-Busse nimmt man auch in Aachen gerne an.

Doch wenn die Idee von Umweltministerin Barbara Hendricks mehr sein soll als bloß ein Lippenbekenntnis, dann muss die Regierung ein schlüssiges Konzept nachlegen. Wer zahlt die zusätzlichen Busse, die nötig sind? Wo sollen diese Busse fahren? Ohne Antworten auf solche Fragen könnte man schnell den Eindruck gewinnen, dass Berlin lediglich verzweifelt versucht, die Dieselfahrverbote abzuwenden. Die Frage, wer die Fahrkarten bezahlt, hat nicht nur mit der Entlastung von Kommunen zu tun.

Auch nicht damit, dass das fehlende Fahrgeld nur die Spitze des Eisbergs wäre, wenn tatsächlich eine nennenswert größere Anzahl von Menschen in den Städten auf den Bus umsteigt. Es geht letztlich auch um die Frage der Solidarität. Ist der Autofahrer, der auf dem Land wohnt, bereit, dem Städter durch seine Steuergelder einen komfortablen Busverkehr zu finanzieren oder dem Studenten sein Semester­ticket? Eins steht jedenfalls fest: Die schlechte Luft in der Stadt ist für alle ungesund, egal ob im Auto, im Bus oder auf dem Rad.

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