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Kommentiert: Leichtes Aufatmen

Ein Kommentar von Margot Gasper

Die neuen Pisa-Ergebnisse sind da, und ein vorsichtiges Aufatmen geht durch die bundesdeutsche Bildungslandschaft.

So verheerend wie im Jahr 2000 schneiden die deutschen Schüler in der fünften Auflage des weltweiten Schultests längst nicht mehr ab. Mittlerweile behaupten sie sich gut im oberen Mittelfeld.

Nun kann man trefflich darüber streiten, ob die deutschen Schüler tatsächlich besser geworden sind oder ob man sich an den Schulen einfach besser an diese Art der Leistungsüberprüfung gewöhnt hat. Es ist auch durchaus eine Überlegung wert, ob das mit Pisa vermessene Wissen tatsächlich mit Bildungsqualität gleichzusetzen ist. Und man kann sich fragen, ob eine Lernkultur wie bei den asiatischen Pisa-Siegern in Deutschland überhaupt erstrebenswert wäre.

Eine Botschaft der jüngsten Pisa-Studie aber ist erneut ebenso eindeutig wie ernüchternd: Bildungserfolg hängt in diesem Land immer noch viel zu stark ab von der sozialen Herkunft. Kinder armer Eltern hinken ihren Altersgenossen in Mathematik fast anderthalb Schuljahre hinterher. Kinder aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte laufen Gefahr, sogar noch deutlicher abgehängt zu werden. Für ein Land, das sich viel zugute hält auf den Rohstoff Bildung, ist das weiterhin ein Armutszeugnis.

Leichte Verbesserungen gegenüber früheren Pisa-Ergebnissen dürfen aber auch hier vorsichtig zuversichtlich stimmen. Nach dem ersten „Pisa-Schock“ wurden Weichen gestellt, und sie wurden offenbar richtig gestellt. Die Schulen müssen allerdings auch in die Lage versetzt werden, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Denn eines braucht niemand: schon wieder neue Reform-Hektik. Und bis zum nächsten Pisa-Alarm haben wir dann wieder drei Jahre Zeit.

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