Glossiert: Mein Mann, der Rennfahrer

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Glossiert: Mein Mann, der Rennfahrer

Ein Kommentar von Anne Vogd

Ich fahre sehr gerne Auto. Entweder ich lerne meine Texte dabei auswendig oder ich singe. Das mache ich aber nur, wenn ich alleine im Auto bin, denn wenn mein Mann fährt, geht das nicht. Denn dann bin ich immer damit beschäftigt, Schlimmeres zu verhindern.

Denn es ist immer dasselbe: Das Navi sagt ‚Sie erreichen ihr Ziel um 14.56 Uhr‘. Mein Mann versteht jedoch: ‚Unterbieten Sie 14.56 Uhr um 20 Minuten‘. An solchen Tagen keimt in mir der Verdacht auf, dass er morgens seinen Kaffee mit Red Bull gekocht hat.

Ohne meine Bremsvorschläge wäre er aufgeschmissen. Auch ohne meine Schaltempfehlungen oder Abstandshinweise. Ich habe von uns beiden einfach den besseren Überblick. Trotzdem meint mein Mann ja, alles besser zu wissen. Der Stress ist einfach vorprogrammiert: Neulich links herum durch den Kreisverkehr. Ist kürzer, meinte er.

Überhaupt stört mich diese Raserei. Ich meine, wenn irgendwo 100 steht, dann fährt man doch auch 100, oder? Aber dieses Tempo legt mein Mann samstags in der Waschstraße vor.

Dabei weiß man doch, wie gefährlich zu schnelles Autofahren ist. Die meisten Unfälle passieren dadurch. Also, wenn mein Mann morgens zu mir sagt ‚Komm, Schatz, heute fahre ich dich mal zu deinen Auftritten‘, dann achte ich beim Anziehen schon darauf, dass der BH zur Unterhose passt. Man kann ja nie wissen, von wem man wo wieder hochgebockt wird.

 

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